Kommentar

Wasser in der Stadt planerisch nutzen

Dr. Katrin Korth, Inhaberin StadtRaumStrategien. Foto: Privat

Städte haben sich am Wasser entwickelt und kaum ein anderes Element prägt deren Gesicht so stark. Dabei wurden lange Zeit vor allem die Gefahren gesehen und weniger die Chancen.

Entlang der Gewässer finden sich oft stadtprägende Grünstrukturen. Als grünblaue Infrastrukturen sind sie in Zeiten von Hochwasser, Starkregenereignissen, Luftverschmutzung und Klimawandel wesentlich für die Stadtentwicklung, auch für die Rückgewinnung von Stadtraum durch Umwandlung von Verkehrsschneisen. Selbst die Ausweisung von Flächen für Regenwasserrückhalt oder Hochwasserschutz bietet Chancen für neue grüne und blaue Strukturen. Die Sicherung stadtökologischer Refugien, die Planung von Zugängen und Radwegen entlang von Gewässern, von sportlichen Angeboten oder einfach von Möglichkeiten für den Spaziergang am Wasser - das Zusammenspiel von Wasser und Stadtgrün schafft gesundheitliche Wohlfahrtswirkungen und Erlebbarkeit von Stadt und Stadtnatur.

Auch Brunnen und Wasserspiele gehören in den Themenkomplex. Immer noch werden sie als additives Gestaltungselement abgetan, doch sie machen unsere Städte erst wirklich lebenswert und sind nicht umsonst bei Bürgerinnen und Bürgern beliebt. Schließlich beinhaltet das Thema den Umgang mit Oberflächenwasser. Das möglichst schnelle Ableiten in die Kanalisation ist teuer, kommt an seine technischen Grenzen und verstärkt die Hochwasserspitzen. Die Lösung ist dezentrales Regenwassermanagement, nicht nur bei neuen Baugebieten, sondern auch für den Bestand.

Wassersensitive Stadtentwicklung ist deshalb nicht einfach nur ein weiteres Schlagwort in der Klaviatur planerischer Paradigmen, sondern eine Notwendigkeit für zukunftsweisende Stadtentwicklung. Es braucht einen übergreifenden Ansatz, der das Thema Wasser in all seinen Facetten betrachtet, nicht mehr sektoral nebeneinander, sondern miteinander. Durch die enge Verknüpfung mit dem Stadtgrün können die Grünflächenämter in diesen Planungsprozessen eine Vorreiterrolle einnehmen. Diese Chance sollten sie nutzen.

Dr. Katrin Korth

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2018 .

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