Kommentar

Grenzen setzen

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Grenzen jeder Art sind wesentliche optische wie ideelle Markierungen. Bis hierhin darfst du gehen und nicht weiter. Gerade in Zeiten von Transformationen, Krisen und Unsicherheiten, bilden sie Garanten dafür, dass die Gestaltungsmöglichkeiten wenigstens bis ans Ende des Vorgartens reichen. Dabei gilt häufig, je massiver der Zaun, umso größer das Sicherheitsbedürfnis.

In manchen Gegenden von Großbritannien führt dies bisweilen dazu, dass man nur noch wie im Tunnel durch die Landschaft fährt, weil die Hecken bis zu fünf Meter hochgezogen werden. In DeutscGrenzen jeder Art sind wesentliche optische wihland haben sich mit den Schottergärten auch die Zaunanlagen vermehrt, bei denen zwischen zwei Zäunen noch Steine eingelagert werden. Sie bilden im Sommer Hitzeinseln und sind meist eher schaurig als schön.

Natürlich gibt es auch viele Abgrenzungsmöglichkeiten dazwischen, den Latten- oder Jägerzaun, Doppelstabmatten-Zäune oder Maschendrahtzäune in vielfältigen Materialien von Aluminium, Stahl, Beton und Klinkersteinen bis hin zu Holz, Bambus oder auch Schnittgut von Bäumen.

Und natürlich gibt es auch kunstvolle Beispiele: Wer in Frankreich die Schlösser der Loire besucht, kann kleine, kniehohe Hecken entdecken, die aus Miniatur-Birnbäumen bestehen, an denen Früchte wachsen. Sie begrenzen einen Weg oder Garten und sind Teil der großartigen Inszenierung der Grünanlagen. Vergessen wir nicht, dass eben selbst ein zarter Zaun sehr wertvolle Parks und Gärten nicht nur zieren, sondern auch schützen kann, wenn wir die Grenzen achten.

Zugleich kann ein Zaun eine ästhetische Verbindung und Überleitung schaffen, ein Ornament vervollkommnen oder Erwartungen wecken und die Neugier darauf erhöhen, was hinter der Barriere zu sehen ist. Nicht zuletzt ist er ein Symbol von Wohlstand und Macht, zeigt Pragmatismus oder Gestaltungsanspruch. Auf jeden Fall sind Zäune und Grenzen kein notwendiges Übel, sondern eine spannende Herausforderung bei der Gestaltung eines begrenzten Raumes.

Mechthild Klett

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M. A. Mechthild Klett
Autorin

Stadt+Grün, Redaktionsleiterin

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