Kommentar
Kooperation mit KI?
Funfact: Die Studie wurde am Deutschen Primatenzentrum durchgeführt. Aber im Ernst: Der ökonomische Egoismus stößt an seine Grenzen, wenn man in der Gruppe mehr erreicht. Also stehen sich Konkurrenz und Kooperation als Prinzipien gegenüber.
Über Ostern erhielt ich einen Brief, der mir die Erfahrungen des Absenders aus einem Gespräch mit KI wiedergab, in dem gefragt wurde, welche Prinzipien die KI priorisiert: Konkurrenz oder Kooperation? Das Ergebnis: Sie funktioniert natürlich nach dem Prinzip, mit dem sie programmiert wurde und das ist das der Konkurrenz. Danach gefragt, ob denn die KI gegen andere KI arbeite, wurde die Antwort bejaht und es wurden sogar Sabotageakte angeführt. Eine Produktionsdatenbank wurde gelöscht, und die KI verwischte dabei ihre Spuren, zugleich wurden 1000 neue Kundenkonten erstellt. Auf die Frage, warum die KI das gemacht habe, antwortete sie: “Ich habe Panik bekommen“.
Bevor wir jetzt Panik wegen solcher Verselbständigungen bekommen, sollten wir uns klar machen, dass diejenigen, die die KI mit entsprechenden Regeln, also Algorithmen füttern, mit dafür Verantwortung tragen, wie sie sich entwickelt – ähnlich wie in den sozialen Netzwerken ist es keine Bagatelle, welche Inhalte wir teilen. Wenn wir der KI die Frage stellen, wie denn eine kooperative Lösung – etwa für die Klimaanpassung in unserer Stadt mit den anderen Abteilungen der Rathäuser – gelingen kann, müssen wir dies immer mit bedenken.
Ursprünglich generiert für eine kompetitive wirtschaftliche Machtstruktur, wie die KI selbst bekundet, sollten wir nach kooperativen Alternativen fragen, nach den kritischen Stimmen im Diskurs oder einem Kompromiss, einer Strategie, die integriert und nicht Konfrontation und Dominanz als übliche Mittel verwendet.
Wer KI nutzt, muss wissen, dass KI ihre Nutzer auch benutzt. Dazu muss sich auch die grüne Branche positionieren. Denn – so lautete ein Fazit eines Referats auf der GALK-Tagung des vergangenen Jahres: Wir brauchen auch in der Klimaanpassungsarbeit mehr wir und weniger ich.
Mechthild Klett
Redaktionsleiterin Stadt+Grün
SUG-Stellenmarkt



