Kopenhagen
Dachgarten am Fuß der Kaktus Towers

Dort schlängelt sich ein in Serpentinen angelegter Gehweg durch originelle Pflanztröge und blühende Stauden, Sträucher und Bäume. Dieser öffentliche Dachgarten ist Teil von Kopenhagens „Det Grønne Strøg“, einem hochgelegenen Grünband, das sich als Stadtpark mittlerweile über rund 1,5 km im Stadtteil Vesterbro zwischen Bahntrasse und Kopenhagener Hafen erstreckt. Die Hauptstadt demonstriert mit „Det Grønne Strøg“, wie urbanes Grün und damit lebendiger Stadtraum in dicht bebauten Arealen entstehen kann.
Die Bauphase startete bereits Ende der 2000er Jahre, mit ersten fertigen Teilstücken 2009 und zieht sich heute als durchgängige grüne Fußgängerzone in 7 bis 10 Meter Höhe von der Hauptverkehrsstraße Bernstorffsgade bis über den S-Bahnhof Dybbølsbro hinaus. Das grüne Hochplateau verbindet dabei die Bürotürme der SEB Bank, das Dänische Nationalarchiv, das Tivoli Hotel & Congress Center, das IKEA Einrichtungshaus, die Wohngebäude Kaktus Towers und die öffentlichen Verwaltungsbauten Nexus (genannt „Die vier Behörden“). Für die überwiegende Mehrheit dieser sukzessiv realisierten Gebäudekomplexe mit ihren Bestandteilen von „Det Grønne Strøg“ war das Landschaftsbauunternehmen Malmos A/S beauftragt und setzte Zinco-Dachbegrünungssysteme ein.
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Verdrehte Hochhäuser mit Park-Anschluss
Um auf wenig Grundfläche viel Wohnraum zu schaffen, kreierten die experimentierfreudigen Formdenker der Bjarke Ingels Group (BIG) mit den Kaktus Towers eine spannende Architektur, die individuelles Wohnen mit viel Raum für Gemeinschaft verbinden soll. Die beiden 60 und 80 Meter hohen skulpturalen Türme mit insgesamt 495 Wohnungen bestehen aus in sich verdrehten Geschossebenen mit auskragenden Balkonen, die an die Form eines Kaktus erinnern. Durch den Twist der Etagen entsteht eine polygonale, zerklüftete Fassade, die die Windangriffsfläche des Gebäudes reduziert und gleichzeitig mehr Tageslicht in die Wohnungen einfallen lässt.
Am Fuße der Kaktus Towers fällt „Det Grønne Strøg“ vom Dachniveau des Ikea Gebäudes beziehungsweise der dortigen Grünbrücke (17 Meter über Straßenniveau) bis zu den Grünflächen von Nexus (5 Meter über Straßenniveau) deutlich ab, sodass die kantigen Wolkenkratzer wie auf einer schrägen Bodenplatte stehen. Die Schrägdachfläche brachte einige Besonderheiten für die angedachte intensive Begrünung mit sich. Entscheidend ist die Schubabtragung und Erosionssicherung aller Pflanzbereiche, die Rutsch- und Schubsicherung der Gehwege, die von Fußgängern, Skateboardern und Radfahrern genutzt werden sowie die lagesichere Befestigung sämtlicher Ausstattungselemente wie Treppen oder Geländer. Beim Aufbringen von Lasten muss die Dachabdichtung unversehrt bleiben. Besonderes Augenmerk verdient auch das Thema Wasserableitung auf Schrägdachflächen: Bei einer Größenordnung wie hier bei den Kaktus Towers waren zusätzliche Wasserleitprofile in der Fläche zu verlegen, die Regenwasser zur Seite abführen. Solches Überschusswasser wird idealerweise gesammelt und zur Bewässerung wieder verwendet.

Schutz- und Dränageebene für Geh- und Grünflächen
Bauseitig war hierfür alles vorbereitet. Treppen dienen den Fußgängern später als direkteste Wegverbindung über das Dach, während die flache Wegführung in Serpentinen speziell für Kinderwagen, Rollstuhl- oder Radfahrer gedacht ist. Auf dieser Ausgangslage startete der Zinco-Systemaufbau „Dachgarten“ mit der vollflächigen Verlegung der hoch belastbaren Schutz- und Dränageebene mit Elastodrain EL 202 unter den Gehbelägen sowie Protectodrain PD 250 unter den Begrünungen. Die 1 x 1 Meter großen und 19 Millimeter hohen Bautenschutzmatten EL 202 aus vollvulkanisiertem Kautschuk liegen flächig und rutschfest auf. Ihre oberseitige Noppenstruktur wurde mit dem robusten Systemfilter PV flächig abgedeckt und in der Folge die Tragschicht aus Glasschaumschotter aufgebracht.
Im Bereich der 3000 Quadratmeter Grünflächen wurden die Schutz- und Dränageplatten PD 250 aus ABS-Kunststoff mit unterseitig aufkaschierter Gummischutzmatte verwendet. Dank dieser Aufkaschierung liegen auch diese 1 x 2 Meter großen und 25 Millimeter hohen Platten vollflächig, rutschfest und lasttragend auf. Abhängig von der topografischen Ausgestaltung wurde der Schaumglasschotter bis zu 70 Zentimeter hoch geschüttet und mit der Systemerde „Dachgarten“ für die Pflanzen ergänzt. Je nach gewünschter Bepflanzung variiert diese Substrathöhe zwischen 30 und 100 Zentimeter im Bereich von Baumpflanzungen. Eine zusätzliche Tröpfchenbewässerung ist außerdem installiert. So gedeihen über 20.000 Stauden und 180 Bäume auf der Grünfläche, darunter Weißweiden, Waldkiefern und Ebereschen.
Neben zwei runden Terrassenbereichen mit Holzplanken befinden sich auf der Dachfläche die erwähnten Treppenaufgänge und ebenfalls ein kreisförmiger großer Treppenabgang zu den Arkaden auf Straßenebene. Diese Formensprache ergänzen mehrere Bereiche mit kreisrunden Pflanztrögen in unterschiedlichen Größen und Höhen, die als spielerische Stufen die Schräge hochführen.









