KOMMENTAR

Landschaftsplanung ist fundamental

Helmut Kern, Sprecher des GALK AK Stadtnatur. Foto: Mechthild Klett

Die Bedeutung des Stadtgrüns und die damit verbundenen Erwartungen an die urbane grüne Infrastruktur sind dank der Bundesinitiative "Grün in der Stadt" mit den Veröffentlichungen Grünbuch und Weißbuch "Stadtgrün" aktuell ausführlich dargelegt und zumindest in der Fachwelt breit kommuniziert. Auch die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz hat hier ihre Positionen eingebracht und Ziele und Aufgaben für die Zukunft formuliert. Unter anderem wirbt das Handlungsfeld "Grünräume qualifizieren und multifunktional gestalten" im Weißbuch für Grünflächen, die parallel soziale, ökologische, ökonomische und technische Funktionen übernehmen können.

Dabei ist die Wahrnehmung dieser Aufgaben sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene in einer organisatorischen Einheit eine entscheidende Voraussetzung, um ein erfolgreiches und umfassendes Grünflächenmanagement zu verwirklichen. Nur so können Landschaftspläne, Grün- und Freiraumentwicklungspläne, Grünordnungspläne, Parkpflegewerke, Pflege- und Entwicklungspläne und eine differenzierte, auf Klimaschutz und Biodiversität fokussierte Grünflächenpflege ihre Wirksamkeit in der gesamtstädtischen Entwicklung entfalten.

Die in den letzten Jahren bei zahlreichen, auch größeren Städten vollzogene Trennung von strategischer und operativer Ebene durch Zuordnung zu unterschiedlichen Dienststellen bzw. Eigenbetrieben hat sich auch aus Sicht der KGSt-dagegen nicht bewährt. Längere Entscheidungswege, mehr Steuerungsaufwand, erschwerter Erfahrungsaustausch und Einbußen bei der fachlichen Gesamtverantwortung für die Aufgabe "Stadtgrün" sind die Folgen. Gerade die Landschaftsplanung als strategische Planung verliert damit an Wirksamkeit.

Daher ist es ein gutes Signal, dass gerade das ganzheitliche ökologische Grünflächenmanagement bei dem Projekt "Stadtgrün - Artenreich und vielfältig" des Bündnisses Kommunen für biologische Vielfalt e.V. ein zentrales Anliegen ist. Im Rahmen dieses Projektes wird das Label "Stadtgrün - naturnah" verliehen. Es bewertet mit einem sehr differenzierten Kriterienkatalog sowohl die übergeordneten Planungen und Zielsetzungen zum Stadtgrün einschließlich der Landschafts- und Grünordnungsplanung, die Interaktionen mit den Bürgerinnen und Bürgern als auch die Grünflächenunterhaltung.

Für die Entwicklung einer tragfähigen, "resilienten" grünen Infrastruktur unserer Städte kommt der formellen und informellen Landschaftsplanung eine fundamentale Rolle zu, der die Kommunen durch eine angemessene Organisationsstruktur gerecht werden müssen. Helmut Kern

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2018 .

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