Lenné-Symposium 2025

Statt Hitze – Stadtgrün im Fokus urbaner Klimaanpassung

Unter dem Titel "Statt Hitze – Stadtgrün im Fokus urbaner Klimaanpassung" fand am 8. Oktober 2025 das Lenné-Symposium im Rahmen des Peter-Joseph-Lenné-Preises des Landes Berlin statt.
Klimaanpassung Veranstaltungen
Einblick in den Entwurfsworkshop auf dem diesjährigen Lenné-Symposium im Oktober in Berlin. Foto: Julia Merkel für das Land Berlin/SenMVKU

Das mit renommierten Expertinnen und Experten besetzte Symposium richtete sich insbesondere an das Fachpublikum und den Nachwuchs der Fachschaft und wird von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt alle zwei Jahre in Berlin veranstaltet.

Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt, führte in das Thema ein. Er hob die Bedeutung der Städte als komplexe, anpassungsfähige Systeme und treibende Kraft im Kampf gegen den Klimawandel hervor. Das Thema Hitzeanpassung, insbesondere durch Stadtgrün, gehört für ihn zur DNA der Stadtentwicklung. Landschaftsarchitektinnen und -architekten haben die Expertise für den klimaangepassten Stadtumbau im öffentlichen Raum.

Zukunftsforscher Prof. Dr. Stephan Rammler vertiefte in "Zehn Thesen zur adaptiven Stadt" unterschiedliche Aspekte von Hitzeschutz und Klimaanpassung auf der gesellschaftspolitischen Ebene: Unter anderem als staatliche Daseinsvorsorge, als Frage sozialer Gerechtigkeit und nicht zuletzt als Vorsorge gegen Populismus und Schutz der Demokratie.

Fachdialog zweier Landschaftsarchitektinnen

Die beiden Landschaftsarchitektinnen Prof. Gabriele G. Kiefer, Kuratorin des Deutschen Beitrags Stresstest auf der Internationalen Architekturbiennale Venedig 2025, und Marie-Theres Okresek, Büro bauchplan, führten den Dialog fort. Prof. Kiefer ließ in einem Filmausschnitt eines Studienprojektes Landschaftsarchitektinnen und –architekten zur Hitzeanpassung in ihren Projekten zu Wort kommen. Marie-Theres Okresek zeigte Beiträge der Freiraumplanung zur Hitzeanpassung insbesondere unter dem Aspekt der Partizipation vor dem Hintergrund ihrer langjährigen Praxiserfahrung: vom Bahnhofplatz Karlsruhe Süd bis zu "Pocket Gardens" im Streichholzschachtelformat.

Am späteren Nachmittag boten drei Workshops die Möglichkeit, sich aus unterschiedlichen Perspektiven der städtischen Klimaanpassung in Bezug auf den Hitzeschutz zu nähern:

Workshop 1: Der Klima-Werkzeugkasten SMARTilience in der praktischen Anwendung, geleitet von Prof. Jörg Knieling, HCU Hamburg, nahm die Urban Governance Toolbox für kommunale Umsetzungsprozesse ins Visier. Anhand der Referenzfläche Monbijoupark/James-Simon-Park in Berlin-Mitte, die unter hohem Nutzungs- und Hitzedruck steht, wurden mehr als 130 unterschiedliche Lösungsansätze der Toolbox zunächst nach Kriterien wie "Zusätzliche finanzielle Mittel generieren", "Verbesserung der Verwaltungsprozesse" oder "Sensibilisierung der Zivilgesellschaft" gefiltert. Anschließend überprüften die Teilnehmenden die ermittelten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für das Fallbeispiel.

Unter Leitung des Büros bauchplan wurde in Workshop 2: Act now! ein Erste-Hilfe-Set für Klimaanpassungsmaßnahmen, ein Werkzeugkoffer zu gestalterischen und baulichen Lösungen der Klimaanpassung erstellt. Die Lösungen wurden unterschiedlichen Zielthemen zugeordnet und in vier Gruppen in Beziehung zur "sozialen Qualität" gestellt. Für diese integrierte Zielstellung wurde in den Gruppen je ein Stegreif-Entwurf für einen Ausschnitt des Ernst-Reuter-Platzes in Berlin-Charlottenburg entworfen und das Wissen über integrale Maßnahmen für klimafitte urbane Räume somit unmittelbar angewendet und überprüft.

Im Workshop 3: Generative KI zur Hitzeminderung gab Prof. Christian Graf, OST – Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil/CH, einen Überblick über die Funktionsweise, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von KI-Software in der Freiraumplanung mit einem Fokus auf die Hitzeanpassung. Im Anschluss wurde die Funktionsweise generativer KI als "neuronales Netzwerk" in Kleingruppen simuliert.

Berlin, Freiburg, Prag – drei neue Aufgaben für den Lenné-Preis 2026

Zum Abschluss des Symposiums gab Anke Wünnecke, Referatsleitung Freiraumplanung und Stadtgrün in der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, einen Ausblick auf die drei kommenden Aufgabenstellungen des Peter-Joseph-Lenné-Wettbewerbs des Landes Berlin im nächsten Jahr.

Der in drei verschiedenen Kategorien – regional, national, international – ausgelobte Wettbewerb wird sich im Jahr 2026 folgenden Themen widmen: Die regionale Aufgabe A sucht Lösungen für den künstlerisch herausragenden, aber unter starkem Hitze-, Klima- und Nutzungsdruck leidenden Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz in Berlin-Tiergarten.

Die nationale Aufgabe B führt in die unter Hitzestress stehende Stadt Freiburg im Breisgau, wo für die westlichen Freiburger Stadterweiterungen ein neuer Umgang mit dem stadtbildprägenden Fluss Dreisam und seiner Auenlandschaft gefragt ist.

Bei der internationalen Aufgabe C kooperiert das Land Berlin mit der tschechischen Hauptstadt Prag, die zukunftsfähige Freiraumgestaltungen und nachhaltige Grünräume im Rahmen der Transformation des ehemaligen Güterbahnhofs Žižkov zu einem neuen Stadtteilzentrum sucht.

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