EU-Forschungsvorhaben „Dynamic Light“

Lichtverschmutzung dauerhaft eindämmen

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Zu manchen Nachtstunden haben wir zu viel unnötiges Licht in der Stadt – diese sogenannte Lichtverschmutzung ist gesundheitsschädlich. Foto: Bernd Kasper, pixelio.de

Licht lockt Leute. Dieses Wissen nutzen viele Kommunen, um ihren Stadtraum in den Abend- und Nachstunden durch künstliche Beleuchtung zu beleben. Ob nun permanente Anstrahlung eines herausragenden Monuments, wie z.B. des Kölner Doms, oder auch temporäres Lichtfestival, wie die LichtRouten in Lüdenscheid, nächtliche Lichtinszenierungen werden zum Anziehungspunkt für Bewohner und Touristen. Licht als wichtiges Mittel des Stadtmarketings wirkt sich positiv auf den Einzelhandel sowie das Hotel- und Gastro-Gewerbe aus, es schafft Jobs und kann sogar zu Bevölkerungswachstum durch Zuzug führen.

Die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels durch hohen Energieverbrauch und den damit verbundenen Ausstoß von Treibhausgasen wurden uns gerade wieder eindrücklich vor Augen geführt. Die öffentliche Beleuchtung, die zum überwiegenden Teil veraltete, energieintensive Systeme nutzt, muss dringend saniert werden.

Der Einsatz von LED-Lichtsystemen, die mit vergleichsweise geringem Energieaufwand viel Licht erzeugen, hat vielerorts dazu geführt, dass wir zu manchen Nachtstunden zu viel unnötiges Licht in der Stadt haben. Diese sogenannte Lichtverschmutzung hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Hier setzt das EU-Forschungsvorhaben INTERREG Central Europe CE452 »Dynamic Light« an, bei dem die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft e.V. (LiTG) Projektpartner und die Hochschule Wismar Lead Partner ist. »Dynamic Light« hat die Aufgabe, im öffentlichen Bewusstsein die Vorteile proaktiver, adaptiver und damit dynamischer LED-Beleuchtung zu verankern und Wege zu ihrer Umsetzung aufzuzeigen.

Es geht darum, Licht zukünftig bedarfsgerecht zum gewünschten Zeitpunkt für die gewünschte Dauer und eine bestimmte Zielgruppe zur Verfügung zu stellen: Das Schlagwort Suffizienz – so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich – beschreibt wesentliche Aspekte des Projektes. Diese liegen in der Verbesserung der Energie- und Kosteneffizienz bei gleichzeitiger Steigerung der Beleuchtungsqualität, dem Abgleich der Bedürfnisse der Nutzer mit stadtgestalterischen Anliegen und der Vermeidung von Lichtverschmutzung. In verschiedenen Pilotprojekten wurden die erarbeiteten Parameter erfolgreich getestet. Kostenlose Trainings für alle Licht-Interessierten bieten umfassende Informationen über die Umsetzung dynamischer Lichtlösungen.

Redaktionelle Mitarbeit: Britta Hölzemann (LiTG)


Weitere Informationen zum Projekt:
www.interreg-central.eu/Content.Node/Dynamic-Light.html

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Exkurs 04/2018 .

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