Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Ein Spaziergang am Sonntagnachmittag durch die Innenstadt in der Straße Unter den Linden macht es deutlich: Ohne die Menschen auf den Straßen, in den Cafés, sogar ohne den nervigen Autolärm, den Gestank und die rasanten Fahrradfahrer ist selbst Berlin eine Geisterstadt. Obdachlose laufen allein durch die Straßen und suchen verzweifelt nach Essen. Niemand ist da, den sie um Geld bitten können.

Anders sieht es in den wohnungsnahen Parks und Gartenanlagen der anderen Bezirke aus. Hier ist es fast schwierig, immer den Abstand einzuhalten. Die Sehnsucht nach Freunden und Verwandten ist groß, nach Austausch, einem Plausch mit Nachbarn, Kolleg*innen oder beim Einkaufen im Laden nebenan. Parks und Gärten sind systemrelevant, mehr denn je, das hat die Corona-Krise uns gezeigt. Die Natur hält uns im Gleichgewicht, sie ist jetzt unser Sehnsuchtsort, und vermittelt uns Normalität, die wahrscheinlich noch eine ganze Weile nicht in den Alltag zurückkehrt.

Daran sollten wir erinnern, wenn nach der Corona-Krise die Wirtschaftskrise ihre Spuren hinterlässt. Nichts ist einfach gegeben, nichts ist mehr selbstverständlich, auch das hat die Krise gezeigt. Die Auflösung von Strukturen birgt die Gefahr von Unsicherheit und gleichzeitig könnten Werte neu bestimmt werden. Was ist wirklich wichtig in der Stadt, wie wollen wir leben, wie viel Grün wollen wir uns leisten? Die Zeit der Fragen hat gerade erst begonnen.

Beste Grüße

Ihre Mechthild Klett

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2020 .

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