Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Weißbuchprozess "Grün in der Stadt", den die Bundesregierung angestoßen hat, ist in vollem Gange. Dreizehn grüne Verbände haben ihre gemeinsamen und unterschiedlichen Forderungen für eine grüne nachhaltige Stadt diskutiert und große Schnittmengen gefunden, die nun ins Weißbuch einfließen. Allein dies ist schon ein politischer Erfolg! Nun hat auch die federführende Umweltministerin Hendricks eine Bresche für die Grünflächenämter geschlagen, indem sie darauf verweist, dass Grünflächen in der Stadt von den Kämmerern häufig nur als Kostenfaktor wahrgenommen werden.

Das hatte in den letzten Jahren bittere Konsequenzen: Grünflächenämter wurden massenweise aufgelöst, oft dem Tiefbau und der Müllentsorgung angehängt, Personal ausgedünnt, Fachkompetenz ging verloren. Viele Anlagen verwahrlosen oder werden nicht mehr fachgerecht gepflegt.

Im Gegensatz zu vielen Kämmerern hat Hendricks die strategische Bedeutung von Grün in der Stadt verstanden: Als klimarelevante Grundlage der Stadtentwicklung, als sozialpolitische Komponente, als ökonomischer Standortfaktor und für das bürgerschaftliche Engagement. Konsequenz hieraus ist die Forderung nach einer grünen Infrastruktur. Hieraus leitet sich ab, dass Kommunen für die grüne Daseinsvorsorge mit auskömmlichen Mitteln und Fachleuten in den Grünflächenämtern ausgestattet werden. Neue Fördertöpfe des Bundes hierzu sind wichtig und willkommen. Noch wichtiger ist, dass endlich auch in den Köpfen von Kämmerern ein Wandel erfolgt.

Mit freundlichen Grüßen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2016 .

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