IGA Berlin 2017

Marzahn wird neuer Schwerpunkt

Als zweiter Standort für die IGA 2017 ist nun der Erholungspark Marzahn vorgesehen. Dort steht bislang aber nur eine Fläche von 21 Hektar statt der bislang geplanten 107 Hektar zur Verfügung. Foto: Jochen Sievert, pixelio.de

Bisher waren 107 Hektar für die IGA auf dem Tempelhofer Feld vorgesehen. Dort sollen lediglich 3000 Quadratmeter auf einer Dachterrasse des Flughafengebäudes für die IGA verbleiben. Foto: C. Falk, pixelio.de

Die für das Jahr 2017 geplante Internationale Gartenausstellung (IGA) wird einen neuen Schwerpunkt in Berlin bekommen. In einem Zwischenbericht zum Stand der IGA 2017 schlägt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt dem Senat vor, die Konzeption der Internationalen Gartenausstellung 2017 zu verändern, und die Gärten der Welt in Marzahn zum zentralen Bestandteil der IGA 2017 zu machen. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) ist in diesem Zusammenhang von den Überlegungen einer Anpassung des Standort- und Durchführungskonzeptes der IGA mit der Einbeziehung der Gärten der Welt in Marzahn-Hellersdorf - aber unter Beibehaltung wichtiger Ausstellungsinhalte in Tempelhof - in Kenntnis gesetzt worden.

Jochen Sandner, Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft sieht zunächst einmal die Vorteile des neuen starken Standortes, der im Zusammenspiel mit dem Tempelhofer Feld ein spannendes dezentrales Konzept für eine IGA 2017 bedeuten kann: "Vorbehaltlich der noch erforderlichen inhaltlichen und budgetären Prüfung dieses Ansatzes und den entsprechenden Beschlüssen in den IGA-Gremien können wir, und damit der gärtnerische Berufsstand, dieser konzeptionellen Weiterentwicklung folgen."

Internationale Gärten in Marzahn

In ihrer Aufgabenstellung wird die neue IGA 2017 hinsichtlich ihrer Projektbausteine nun dezentralisiert. Die inhaltliche Ausrichtung der IGA als Garten, Freiraum und Stadtlandschaftsausstellung würde trotz Veränderung der Flächenkulisse weiterhin Bestand haben und mit dem zweiten Standort am Rande der Großsiedlungen in Marzahn und Hellersdorf modellhaft die Stadt von Morgen erschließen. Die Idee ist, die bisherigen "Gärten der Welt" und die 2010 erworbenen und noch nicht hergerichteten Erweiterungsflächen zu einer insgesamt 44 Hektar großen, internationalen Gartenausstellung weiter zu entwickeln. Bisher waren 107 Hektar für die IGA auf dem Tempelhofer Feld vorgesehen. Dort sollen lediglich 3000 Quadratmeter auf einer Dachterrasse des Flughafengebäudes für die IGA verbleiben.

Um eine zusätzliche Attraktivität des Standortes für das deutlich höhere Besucheraufkommen im IGA-Jahr zu schaffen, wird geprüft, ob eine Einbeziehung angrenzender Areale, zum Beispiel am Kienberg sinnvoll und möglich ist.

Die IGA Berlin 2017 Marzahn-Hellersdorf hat das Potential, neu über angrenzende Stadträume von Metropolen und die Nutzung und Qualifizierung dieser Zonen zwischen Innerer Stadt und Umland nachzudenken. Sie wird innerhalb der Strategie zur neu angedachten Stadtlandschaft mit den Themen "Urbane Natur", "Schöne Stadt" und "Produktive Landschaft" eine bedeutende Rolle einnehmen.

"Die Gärten der Welt sind bereits jetzt eine Publikumsattraktion in Berlin und eine großartige Parklandschaft. Sie werden als Hauptort der IGA 2017 zahlreiche Besucherinnen und Besucher als der ganzen Welt anziehen", meint Karl-Heinz Plum, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG).

Internationaler Dialog in Tempelhof

Die Parklandschaft Tempelhofer Feld wird im Rahmen der beschlossenen Investitionsplanung weiter realisiert. Hier wird während der IGA ein Diskussionsforum zu den Zukunftsthemen der Stadtlandschaft stattfinden. Für die IGA-Besucher soll auf dem Flughafengebäude zudem ein inszenierter Dachgarten mit Café als Aussichtsterrasse zur Verfügung stehen. Für den bevorstehenden Arbeits- und Entscheidungsprozess bietet die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH dem Senat ihre uneingeschränkte Mitwirkung an, in der Hoffnung, dass nun ein IGA-Konzept gefunden wurde, welches durch die Berliner Politik und die Bevölkerung getragen wird und letztlich für das Durchführungsjahr 2017 aber auch für die Dauernutzung der beiden Standorte nachhaltige Impulse setzt.

Die nächsten Schritte sieht die DBG in einer vertieften Prüfung der Machbarkeit in Bezug auf die inhaltliche Ausrichtung, die Flächendisposition und die verkehrstechnische Erschließung. Im zweiten Schritt ist die Auswirkung auf das IGA Budget sowie auf die Haushalts- und Finanzplanung zu prüfen und ein Beschluss der Gesellschafterversammlung der IGA Berlin 2017 GmbH zusammen mit dem Senat zu fassen. Der Senat hat den Stadtentwicklungssenator beauftragt, auf Grundlage dieser neuen Überlegungen ein detailliertes Finanzkonzept zu berechnen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 08/2012 .

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