Kommentar

Mehr als professionelles Rasenmähen!

von

Rüdiger Dittmar, LeiterAmt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig,Vizepräsident der GALK. Foto: Privat

Wer heute etwas auf seine Aufgabe hält, bezeichnet sie als Management! Daher tun die kommunalen Grünflächenverwaltungen gut daran, hier nicht weniger zurückhaltend zu sein. Allein es bleibt die Frage, ob es ausreicht, Methoden, Aufgaben und Werkzeuge zu beschreiben und diese mit modernen Begriffen zu belegen. Vielmehr von Bedeutung ist, dass die Instrumente in der Umsetzung ihre Wirkung entfalten. Dazu muss das Grünflächenmanagement Eingang in ganzheitliche Strategien finden, die Bestandteil eines abgestimmten Handelns all derer sind, die sich am Prozess der Stadtentwicklung beteiligten. Es muss sich daher als Bestandteil des kommunalen Infrastrukturmanagements verstehen.

Unerlässlich ist es, eigene Visionen, Strategien und Pläne für das Stadtgrün der Zukunft zu entwickeln, um diese als Teil der gesamtstädtischen Strategien zu verankern. Damit wird nicht nur eine wichtige Grundlage für die Aufgaben des Grünflächenmanagements gelegt. Vielmehr kann so ein Abgleich mit den Zielen zur Entwicklung der übrigen kommunalen Infrastruktur erfolgen. Dies ist unabdingbar damit Zukunftsaufgaben, wie die Anpassung an den Klimawandel, gesellschaftliche Aufgaben zur Gewährleistung von Umweltgerechtigkeit und Umweltbildung oder die Förderung von umweltverträglicher Mobilität integriert gelöst werden können.

Nur mit diesem integrierten Ansatz können Ziele formuliert werden, die auch von den anderen Fachdisziplinen geteilt und eine breite Basis für eine Unterstützung in den kommunalen Parlamenten erfahren. Unabhängig davon muss sich das Grünflächenmanagement auf eine umfassende Analyse, Organisation und Steuerung sowie ein dauerhaft angelegtes Monitoring im „grünen“ Kerngeschäft konzentrieren.

Gleichzeitig ist ein umfassendes Controlling als wesentlicher Bestandteil der Aufgaben zur Bewirtschaftung kommunaler Freianlagen zu etablieren. Nur durch ein modernes Controlling kann ein optimaler Ressourceneinsatz gewährleistet sowie ein effizientes Planungs- und Steuerungssystem geschaffen werden. Ein solches Controlling setzt nicht nur auf Kennzahlen und Informationen aus dem Rechnungswesen, sondern bezieht systematisch erhobene Betriebsdaten und insbesondere qualitätsbezogene Flächendaten ein.

Dies wird nur gelingen, wenn die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Weiterentwicklung der Grünflächeninformationssysteme konsequent genutzt werden. Ohne eine verstärkte Förderung durch den Bund im Rahmen der Umsetzung des Weißbuches Stadtgrün kann diese Aufgabe allerdings nicht gelingen. Hier ist also neben den Kommunen vor allem die Bundesregierung gefordert, beispielsweise durch die Initiierung konkreter Forschungsvorhaben.

Rüdiger Dittmar

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2019 .

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