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„Mehr Qualität in Planungswettbewerben“

Der neue bdla-Flyer „Qualität und Fairness bei Planungswettbewerben“, den Steffan Robel zusammen mit den Kolleg*innen Prof. Ulrike Böhm und Franz Reschke verfasst hat. Foto: arc.grün | landschaftsarchitekten. stadtplaner, Thomas Wirth

Auf der Beiratssitzung am 13. November 2020 wurde Steffan Robel, Landschaftsarchitekt bdla, A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, aus Berlin als neuer Fachsprecher Wettbewerbswesen des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten gewählt. Was ihn bewogen hat, sich um das Amt zu bewerben, welche Motivation er hat und welche Ziele er gemeinsam mit den Kollegen im gleichnamigen Arbeitskreis verfolgt, beschreibt er im nachfolgenden Interview. Fragen von Stadt+Grün

Was hat Sie motiviert, für das Amt des bdla-Fachsprechers Wettbewerbswesen zu kandidieren?

Ich selbst bearbeite seit fast 25 Jahren Wettbewerbe, bereits als Student, später als Mitarbeiter in verschiedenen Büros und natürlich auch mit meinem eigenen Büro. Ohne Wettbewerbe wäre meine Bürogründung erst gar nicht möglich gewesen. Nach unserem ersten gewonnenen Wettbewerb, der Landesgartenschau Rosenheim, wurden wir im anschließenden Vergabeverfahren sehr fair behandelt. Damals wurde uns als jungen Landschaftsarchitekten von den Bauherren viel Vertrauen entgegenbracht. Daher ist es mir ein persönliches Anliegen, dass die Wettbewerbskultur gestärkt wird.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie zukünftig setzen?

Ich möchte für diese Wettbewerbskultur werben. Das Wettbewerbswesen in Deutschland ist ein ganz hohes Gut. Der kollegiale Wettstreit ist ein permanenter Ansporn sich weiterzuentwickeln, neue kreative Lösungen zu finden und ist mit Sicherheit ein Innovationsmotor für die ganze Branche. Aber bei allem Herzblut, das die Kolleg*innen in die Wettbewerbe stecken, ist eine Wettbewerbsbearbeitung auch ziemlich viel Arbeit und eine nicht unerhebliche finanzielle Investition der Büros. Denn bei aller Freude an der Arbeit machen Landschaftsarchitekten Wettbewerbe dann doch nicht nur zum Spaß. Ein Wettbewerb ist immer auch ein Vergabeverfahren. Und um all die positiven Effekte der Wettbewerbe für die Baukultur zu erhalten, ist es zwingend erforderlich, dass die Verfahren selbst fair sind und gleiche Chancen für alle bieten. Das beginnt mit fundierten Auslobungen und schlüssigen Aufgabenstellungen, ausreichender Zeit von der Ankündigung bis zur Abgabe der Wettbewerbe, und geht bis zu einem fairen Vergabeverfahren nach der Preisgerichtssitzung.

Ein faires Verfahren hat auch immer mit Respekt gegenüber dem enormen persönlichen, aber auch finanziellen, Einsatz der Landschaftsarchitekten bei der Bearbeitung der Wettbewerbe zu tun.

Steffan Robel, Landschaftsarchitekt bdla, Geschäftsführer A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin,Fachsprecher Wettbewerbswesen des bdla. Foto: Steffan Robel

Der bdla hat einen Flyer "Qualität und Fairness bei Planungswettbewerben" veröffentlicht. Zusammen mit Ihren Kolleg*innen Prof. Ulrike Böhm und Franz Reschke haben Sie diesen verfasst. Welche Ziele verfolgten und verfolgen Sie damit?

Der bdla-Folder zur Qualität und Fairness bei Planungswettbewerben, abgestimmt im AK Wettbewerbswesen, möchte ein Leitfaden für mehr Qualität in Planungswettbewerben sein. Und ohne eine gewisse Fairness ist Qualität nicht möglich.

Um eine Vergleichbarkeit der Wettbewerbsergebnisse zu erzielen, ist eine qualifizierte Auslobung unerlässlich. Hierzu ist unter anderem eine sorgfältige Abstimmung hinsichtlich der Planungsziele und -vorgaben sowie die Bereitstellung entsprechender Unterlagen erforderlich, damit nicht, wie so oft zu hören, die Klärung von vorbereitenden Grundsatzentscheidungen der "Kreativität der Wettbewerbsteilnehmer überlassen" wird.

Auch spielt das Preisgericht im ganzen Wettbewerbsverfahren eine wesentliche beratende Rolle. So sollte die Preisgerichtsvorbesprechung dazu genutzt werden um die Auslobung zu verbessern, sei es um auf Widersprüchlichkeiten oder Unklarheiten hinzuweisen oder den angemessenen Leistungsumfang zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass die Preisrichtervorbesprechung natürlich auch Vorlauf vor dem Kolloquium benötigt, um die Änderungen noch einpflegen zu können.

Im Anschluss an die Preisgerichtssitzung sollten die Empfehlungen des Preisgerichts ernst genommen und Fachpreisrichter in die anschließenden Vergabeverfahren einbezogen werden. Denn nur so ist auch eine Fachmeinung noch vertreten.

Zu guter Letzt sollte der enorme Aufwand, der Wettbewerbe für Büros bedeutet, sich in einem angemessenen Preisgeld niederschlagen.

Warum sind Wettbewerbe wichtig?

Planungswettbewerbe sind ein wichtiger Baustein der Baukultur und dienen der Findung der bestmöglichen Lösung. Klar ist die Durchführung eines Wettbewerbs für die Bauherren zunächst einmal aufwendig. Was die Bauherren allerdings dafür bekommen, ist eine ganze Menge Expertise. Sie können aus einer Bandbreite von vergleichbaren Entwürfen den für sie geeigneten aussuchen. Und damit auch den für ihre Bauaufgabe geeigneten Planungspartner finden.

Vielen Dank für das Gespräch!

Download des Flyers unter: www.bdla.de/dokumente/bundesverband/publik...

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2021 .

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