Kommentar
Frauen knüpfen Netzwerke
von: M. A. Mechthild KlettBesonders auffällig sind die Unterschiede in der Kommunikation. Etwa die Redezeit von Männern und Frauen, in privaten Gesprächen und öffentlichen Debatten, ist in der Regel ungleichgewichtig verteilt. Dafür gibt es inzwischen einen soziologischen Fachbegriff: Mansplaining.
Männer, die immer davon ausgehen, Frauen müssten in der Kommunikation die fachlichen Dinge genauer erklärt bekommen, weil sie weniger wüssten als sie. Oft gebietet nur die weibliche Höflichkeit, dass Gespräche dieser Art nicht abgebrochen werden. Manchmal fehlt auch der Mut oder die Kraft, auf die für Frauen anstrengende Kommunikation ihrer männlichen Kollegen zu reagieren und auf das Mansplaining aufmerksam zu machen.
An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass das Frauen-Männer-Thema nicht ein akademisches Seminar-Problem ist, sondern es meist um Macht, Einfluss, Prestige und Bedeutungshoheiten geht. Warum sollte dies im sowieso schon umkämpften Freiraum anders sein als anderswo? Manchmal geht es nicht allein um bewusst geführte Machtkämpfe, manchmal sind es auch einfach nur schlechte Gewohnheiten, die diesen unhinterfragten Machtstrukturen entwachsen sind.
An solchen Strukturen haben viele Frauen, ganz besonders in der jüngeren Generation, kein Interesse mehr. Statt in den Machtkampf gegen Männer einzutreten, knüpfen Frauen lieber Netzwerke mit anderen Frauen, um sich solidarisch-fachlich, gerne auch kritisch miteinander auseinanderzusetzen. Der Bund deutscher Landschafts:architektinnen war so mutig, diesen Frauen ein Forum zu geben und ihre Arbeit in den Netzwerken zu institutionalisieren. Wunderbar!
Mechthild Klett
SUG-Stellenmarkt










