Pflanzenschutz

Mit Lasern Unkraut verschmoren

Optisch erkanntes Unkraut durch Laser "verschmoren" – das Laser Zentrum Hannover will mit DBU-Unterstützung neue Wege gehen, um den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu verringern. Bild: August Falkner/Piclease

Der chemische Pflanzenschutz steht stark in der öffentlichen Diskussion. Mit einem neuen Ansatz will das Laser Zentrum Hannover (LZH) nun einen Prototyp entwickeln, mit dem optisch erkanntes Unkraut durch Laser "verschmort" wird. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Projekt fachlich und finanziell mit rund 315 000 Euro. Generalsekretär Alexander Bonde: "Die Landwirtschaft steht vor Veränderungen, die sich aus ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen ergeben. Mit dem Fortschreiben des aktuellen technischen Entwicklungspfades werden die künftig nicht zu meistern sein. Die Möglichkeit der Digitalisierung könnte daher auch im Pflanzenbau zu verträglichen Alternativen beitragen."

Es soll ein Modul entwickelt werden, das Verfahren der optischen Unkrauterkennung mit der laserbasierten Unkrautbeseitigung kombiniert und in fahrende Systeme integriert werden kann, erläuterte DBU-Experte Dr. Holger Wurl. Die Einsatzmöglichkeiten von Laserstrahlung zur Schädigung von Pflanzengewebe durch Wärme seien nachgewiesen, verschiedene Verfahren zur Pflanzenerkennung verfügbar. Was bisher für die Entwicklung eines Laser-Unkrautbekämpfungssystems fehle, seien eine robuste Laserstrahlquelle und ein funktionsfähiger, fahrender Demonstrator, um diese Innovation in landtechnische Unternehmen und anschließend in die gartenbauliche und landwirtschaftliche Praxis zu tragen.

Laserbasierte Unkrautbeseitigung zeichne sich dadurch aus, dass die Strahlung schnell und präzise auf einzelne, ausgesuchte Pflanzen gerichtet werden könne, Kulturpflanzen oder Tiere aber nicht beeinflusst würden, unterstrich Dr. Christian Marx, Leiter des Projektes am LZH. Dabei werde das sensible Wachstumszentrum "verschmort". So könnten die Unkräuter einzeln und damit selektiv bekämpft und eingesetzte Ressourcen, in diesem Falle Strom, optimal dosiert werden. Gegenüber der Herbizidanwendung falle zudem der Einsatz von Hilfsstoffen, wie Wasser, Lösemitteln oder Emulgatoren, weg. Resistenzen wie bei chemischen Wirkstoffen bildeten sich nicht.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2018 .

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