Leibniz-Institut

Mit offenen Daten öffentliche Grünflächen neu entdecken

Alle Informationen rund um Grünflächen in der Nähe soll künftig die mobile App "meinGrün" anzeigen. Foto: Wolfgang Dirscherl, pixelio.de

Im Projekt "meinGrün" entwickeln Partner aus Wissenschaft, kommunaler Praxis und Wirtschaft unter Leitung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung in Dresden die Grundlagen für neuartige, interaktive Informationsangebote. Ziel ist es, Grünflächen in Städten genauer zu beschreiben und zu zeigen, wie man sie gut erreichen kann. Nutzer der Grünflächen können diese bewerten und Stadtverwaltungen erhalten Hinweise auf Verbesserungspotenzial. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND gefördert, die sich mit digitalen datenbasierten Anwendungen für die Mobilität 4.0 befasst.

Sollen Städte trotz Wachstum und Nachverdichtung eine hohe Lebensqualität garantieren, spielen Grünflächen eine entscheidende Rolle. Sie stellen eine Vielzahl ökologischer Dienstleistungen bereit, wirken sich zum Beispiel positiv auf das Stadtklima und die biologische Vielfalt aus, Menschen können dort Natur erleben und entspannen. Gut wäre es also, wenn Bürger wissen, wo sie in ihrer Nähe Grünflächen finden, welche Ökosystemleistungen diese erbringen und welche Infrastruktur wie Bänke, Gastronomie oder sanitäre Einrichtungen sie bieten. Wie die Parks, Spielplätze, Brachflächen und andere grüne Orte gut zu erreichen sind - am besten zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln -, ist ebenfalls eine wichtige Information.

Bisher mangelt es noch an solchen Informationen. Das Projekt "meinGrün" entwickelt nun die Datengrundlagen und technischen Voraussetzungen, um dies zu ändern. Am 1. November startete das Projekt offiziell.

Die Projektpartner werden untersuchen und testen, wie sich verschiedene Daten kombinieren und zu einer bisher nicht gekannten Informationsfülle rund um das Thema Grünflächen in Städten verdichten lassen. Die Forscher wollen dafür offene Geodaten der Verwaltung mit neuesten Fernerkundungsdaten aus dem Raumfahrtprogramm Copernicus kombinieren. Hinzu kommen nutzergenerierte Daten, wie sie etwa der Kartendienst OpenStreetMap oder Social-Media-Kanäle wie Twitter oder Instagram liefern.

Diese neue Datenfülle soll als Grundlage für verschiedene nutzerfreundliche Anwendungen dienen. Wie dies funktionieren kann, zeigen die Partner anhand der mobilen App "meinGrün". Diese werden sie in der Projektlaufzeit bis April 2021 entwickeln und in den Pilotstädten Dresden und Heidelberg testen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2018 .

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