Innerstädtisches Grün

Modellvorhaben "Green Urban Labs II" gestartet

Auch Dresden gehört zu den geförderten Modellstädten. Dort geht es um die Umgestaltung des Parkfriedhofs zum Friedhofspark. Foto: Frank Ulbricht, pixelio.de

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) haben die Modellvorhaben "Green Urban Labs II" gestartet. Sechs Kommunen erproben innovative Ansätze, um innerstädtisches Grün zu stärken und ihre Grün- und Freiräume zu entwickeln. Als Modellvorhaben wählten das BMI und das BBSR Städte mit Bevölkerungswachstum aus. Diese stehen vor besonderen Herausforderungen: Immer mehr Menschen nutzen die grünen Lungen der Stadt, gleichzeitig stehen Grün- und Freiflächen in Konkurrenz zu anderen Nutzungen wie dem Wohnungsbau.

Die Stadt Karlsruhe will in dem Projekt "Green GROWNership" Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken und Immobilien mit verschiedenen rechtlichen, planerischen und motivierenden Instrumenten in die Entwicklung von Stadtgrün einbeziehen.

In Aachen will die Kommune das Gelände eines ehemaligen Parkhauses in der Innenstadt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern als Grün- und Freifläche mit baulicher Arrondierung entwickeln. Angedacht sind beispielsweise eine Marktplatzfläche, eine Bühne, Wiesenflächen, grüne Aufenthaltsbereiche und Flächen für urbanes Gärtnern. Die Stadt Dresden wandelt im Projekt "Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark" einen Teil des Neuen Annenfriedhofs zu einem Stadtteilpark um. Erholung, Umweltbildung und Generationenaustausch gehen Hand in Hand mit Denkmalpflege und ökologischer Aufwertung.

Die Stadt Saarbrücken will im Projekt "Strategien für Stadtgrün in der wassersensiblen Stadt: digital - konkret - smart" Regenwasser im Straßenraum speichern und sensorgestützt zur Bewässerung der Straßenbäume einsetzen.

Die Stadt Fellbach erprobt im Projekt "AGRICULTURE meets MANUFACTURING" grüne Innovationen für das Gewerbegebiet der Zukunft. Sie will beispielsweise Abwasser in Gewerbegebieten aufbereiten und vor Ort für urbane Landwirtschaft nutzen.

In Ingolstadt trifft Landschaftsplanung auf Stadtplanung: Über ein "Animal-Aided Design" werden im Projekt "Faunistische Raumwiderstandsanalyse als Grundlage für Biotopverbundplanung auf Stadtebene" Barrieren für Tiere in der Stadt erkannt. Durch gezielte planerische Eingriffe lassen sich so städtische Grün- und Freiräume, Grünkorridore und Biotope besser vernetzen. Das BMI und das BBSR fördern die Modellvorhaben mit insgesamt 300 000 Euro. Die Modellvorhaben laufen bis Ende 2023.

Informationen zum Forschungsprojekt sind unter folgendem Link abrufbar:
www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/programme/exwost/Forschungsfelder/202.

Christian Schlag, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2021 .

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