Nachruf

bdla-Ehrenmitglied Prof. Arno Sighart Schmid verstorben

Das bdla-Ehrenmitglied Prof. Arno Sighart Schmid verstarb am 7. April 2025 im Alter von 88 Jahren. Die Landschaftsarchitektur verliert einen ihrer engagiertesten Vertreter und ein international angesehenes Mitglied der Profession.
Persönliches Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (BDLA)
Prof. Arno Sighart Schmid, international versierter Landschaftsarchitekt und Ehrenmitglied des bdla, verstarb am 7. April 2025 im Alter von 88 Jahren. Foto: bdla

Geboren am 4. Januar 1937 in München, schloss Schmid 1961 sein Studium der Landschaftsgestaltung in Weihenstephan mit summa cum laude ab. Seine berufliche Laufbahn begann er im Ausland, wo er bis 1973 als Landschaftsarchitekt tätig war. 1963 wurde er Mitglied der American Society of Landscape Architects (ASLA), die ihn 1990 zum Fellow ernannte. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1974 ließ er sich in Leonberg nieder und gründete die Partnerschaft "Eppinger und Schmid". Von 1976 bis 1982 übernahm er den Vorsitz des BDLA Baden-Württemberg.

Von 1994 bis 2005 führte er das Büro "Prof. Schmid I Treiber I Partner" mit den Schwerpunkten Landschafts- und Objektplanungen, Gutachten und Umweltverträglichkeitsprüfungen. Zu seinen bedeutenden Projekten zählten die erste Landesgartenschau in Baden-Württemberg (Ulm/Neu-Ulm 1980), die Universitätssportanlagen in Stuttgart-Vaihingen, die Fußgängerzone in Esslingen und der ökologische Beitrag zur Stadtentwicklungsplanung Leonberg (2001–2004).

Schmids Wirken war geprägt vom Bestreben, der Landschaftsarchitektur zu angemessener Anerkennung zu verhelfen. Von 1983 bis 1995 war er Mitglied des Beirates für Naturschutz und Landschaftspflege beim Bundesumweltministerium und von 1989 bis 1995 Wissenschaftlicher Direktor "Landschaft" bei der IBA Emscher Park. 1987 wurde er in die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung aufgenommen.

Nach seiner Tätigkeit als Vizepräsident (1981–1983) wurde Schmid 1983 zum Präsidenten des BDLA gewählt. In seine sechsjährige Amtszeit fiel der XXI. Weltkongress der International Federation of Landscape Architects (IFLA) in München. Weitere Meilensteine waren die Gründung des Gesprächskreises "Bonner Runde", die Mitwirkung an der 2. Novelle der HOAI und zahlreiche Verbandsstellungnahmen zu Ausbildungsfragen und Gesetzesnovellierungen.

International vertrat Schmid von 1977 bis 1996 den BDLA bei der IFLA und war von 1989 bis 1992 Vizepräsident der European Foundation for Landscape Architecture. 1996 wurde er zum IFLA-Präsidenten gewählt und trug maßgeblich dazu bei, den Verband nach zahlreichen Austritten wieder zu einen.

2004 wählte ihn die Bundesarchitektenkammer zu ihrem Präsidenten. Bis 2010 setzte er sich für die Stärkung der Baukultur und die wirtschaftliche Grundlage der Architektenschaft ein.

Für seine Verdienste erhielt Schmid zahlreiche Ehrungen: 2000 die Ehrenmitgliedschaft des BDLA Baden-Württemberg, 2003 die des Bundesverbandes, 2010 das Bundesverdienstkreuz und 2014 die Ehrenmitgliedschaft von IFLA Europe.

Anlässlich seiner 50-jährigen bdla-Mitgliedschaft 2011 betonte er die gesellschaftliche Bedeutung der Landschaftsarchitektur: "Unsere Aufgabenfelder sind für eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaft von so großer Wichtigkeit, dass man sie mit Vehemenz nach außen vermitteln und darstellen muss."

Seine Verdienste um die Landschaftsarchitektur gingen weit über nationale Grenzen hinaus. Als IFLA-Präsident setzte sich Schmid für eine globale Vernetzung der Profession ein und förderte den internationalen Austausch zwischen Landschaftsarchitekten. Besonders am Herzen lag ihm dabei die Einbindung von Kolleginnen und Kollegen aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

In seiner Zeit als BAK-Präsident kämpfte er für eine stärkere Anerkennung der Landschaftsarchitektur innerhalb der Architekturberufe. Er verstand es, die spezifischen Kompetenzen von Landschaftsarchitekten zu vermitteln und deren Bedeutung für nachhaltige Planungsprozesse hervorzuheben. Wegbegleiter beschreiben Schmid als charismatische Persönlichkeit mit diplomatischem Geschick und visionärem Denken. Seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, machte ihn zu einem geschätzten Vermittler zwischen verschiedenen Disziplinen und Interessengruppen.

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