BUGA Erfurt 2021

Naturstein für Petersberger Panoramaweg

Die Steine wurden sandgestrahlt, um ihrer Oberfläche mehr Griffigkeit zu verleihen, und mit einer behauenen Unterseite versehen, damit sie nicht verrutschen. Foto: Traco

Der Petersberg am Rande der Erfurter Altstadt spiegelt die bewegte Stadtgeschichte besonders deutlich wider: von den frühen menschlichen Ansiedlungen über die Zeit als Klosterstandort, von der militärischen Nutzung als Zitadelle, die Johann Philipp von Schönborn im 17. Jahrhundert errichten ließ, bis zum Firmenstandort der DDR. Nun präsentiert sich eine der größten barocken Stadtfestungen in Europa als zentrale Bühne für mannigfaltige Themen gärtnerischen Könnens. Wer den Petersberg anlässlich der Bundesgartenschau besucht, kann ihn über einen Panoramaweg erreichen, der im Vorfeld des 171-tägigen Großereignisses neu gepflastert worden ist.

Hierzu lieferte das in Thüringen ansässige Traditionsunternehmen Traco Deutsche Travertin Werke GmbH rund 1000 Kubikmeter Limes Dolomit. Dabei handelt es sich um einen Kalkstein, der über einen sehr hohen Magnesiumanteil verfügt und daher witterungsbeständig ist. Seine ohnehin schon porige Struktur wurde für die Herstellung der Pflastersteine zusätzlich gestrahlt, um die Wege besonders rutschsicher zu machen, während die Unterseite aufgeraut wurde, damit sich der Stein optimal mit dem Untergrund verbindet. "Der Limes Dolomit ist aufgrund seines hohen Magnesiumanteils witterungsbeständiger als andere Kalksteine. Durch seine leicht porige Struktur ist er rutschfest und sehr gut für den Außenbereich geeignet", erklärt Ulrich Klösser, Geschäftsführer bei Traco.

Auch optisch fügt sich der Dolomit in die historische Bausubstanz auf dem Petersberg ein, wo um die Peterskirche herum bereits in früheren Zeiten Kalksteine verlegt worden waren. Zu Beginn der Bauarbeiten für die BUGA wurde das historische Pflaster zunächst gesichert und nun wieder verlegt. Da die ursprünglichen Steine nicht für die Bepflasterung sämtlicher Wege reichten, benötigte man eine zusätzliche Lieferung - in diesem Fall von Traco aus Bad Langensalza.

Dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgehen, dass es ein bestimmtes Verhältnis zwischen der Wegbreite und der Steingröße gibt: je schmaler die Wege, desto kleiner werden die Steine. Für das Auge nun nicht mehr erkennbar, aber entscheidend für die Haltbarkeit und Festigkeit des Belags, sind die Dimensionierung und die Zusammensetzung des Limes Dolomits. Damit trotzt das Pflaster den Belastungen durch Klima und Witterung, durch Mensch und Maschine für einige Jahrzehnte.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2021 .

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