Neue Fahrradstraße in Berlin
Altes Kopfsteinpflaster mit innovativer Technik aufarbeiten

Das langfristige Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und der Aufenthaltsqualität im Kiez. Das von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt in Auftrag gegebene "infraVelo"-Projekt startete Mitte Oktober. Die Bauausführung verantwortet der Lübbener Fräsdienst Service E. Feind.
Sanierung der Fahrbahndecke
In der ersten Bauphase wird das Kopfsteinpflaster der Fahrbahngasse und das Kleinpflaster der Querungsstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger der Querstraßen geschliffen. Die Pflasterfläche beträgt insgesamt 3646 Quadratmeter. Vor dem Schliff wird sie partiell reguliert, mit Hochdruck gereinigt und mit Brechsand verfugt. Hinzu kommt die Herstellung von 1300 Meter Randfase.
Zum Einsatz kommen dafür zwei durch die Firma Feind modifizierte Großfräsen W 210 XF von Wirtgen. Die Maschinen bringen eine Motorleistung von 780 PS und sind mit einer 1,85 Meter breiten Grinding-Welle ausgestattet, die im "Wellenkasten" unterhalb des Fahrzeugs verbaut ist.
Die Welle besteht aus 380 einzelnen Diamantscheiben. "Pro Tag schafft man damit 400 bis 500 Quadratmeter", sagt Thomas Knötsch, Abteilungsleiter Grinding der Firma Feind. Insgesamt seien zwei bis vier Schleifgänge notwendig, um eine begradigte Oberfläche mit Griffigkeit für den sicheren Zweiradverkehr herzustellen.
Bei Fußgängerüberwegen und Anrampungen, die für die Grinding-Welle zu hoch liegen, verwendet Feind die ferngesteuerte Hochleistungsfräsmaschine BEF 400RC von Schwamborn mit einer Wellenbreite von 40 Zentimetern.
Die Schleiftechnik spart Kosten, Zeit und Ressourcen
"Das in der Hufelandstraße angewendete Schleifverfahren ist innovativ und nachhaltig, denn wir können den bisherigen Baustoff Kopfsteinpflaster und das historische Straßenbild erhalten. Gleichzeitig sorgen wir in einer sehr kurzen Bauzeit für spürbar besseres Fahren und weniger Lärm im Kiez", so infraVelo-Geschäftsführer Michael Fugel.
Gleichzeitig macht das Schleifverfahren die übliche Versiegelung der Straßenfläche mit beispielsweise Beton unnötig, sodass Niederschläge in den Zwischenräumen der Pflastersteine versickern können. Für die Anwohner bedeutet die Maßnahme eine verkehrsbedingte Lärmentlastung von vier bis fünf Dezibel.
Die in zwei Bauabschnitte aufgeteilte Schleifsanierung sollte bis Ende November abgeschlossen sein. Die Markierung und Beschilderung als Fahrradstraße erfolgt witterungsbedingt 2026.
Die Straße wird nach Fertigstellung vier Meter breit sein und einen Sicherheitstrennstreifen erhalten, der sogenannte "Dooring-Unfälle" verhindern soll, also Zusammenstöße mit plötzlich geöffneten Autotüren. Ergänzt werden zusätzlich ein grün markierter Streifen, Piktogramme und Rotmarkierungen in Kreuzungsbereichen. ph





