Selbsterntegärten - ein Beispiel aus Kassel

Neue Gärten braucht das Land

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Ein Teil des Selbsterntegartens im Sommer 2009. Foto: Maria Spitthöver

Neue Gärten, allen voran "Internationale" beziehungsweise "Interkulturelle" Gärten, aber auch Gemeinschaftsgärten und Selbsterntegärten in den Städten haben Hochkonjunktur und erfreuen sich wachsender Beliebtheit und großer Aufmerksamkeit in den Medien.¹) Urbanes Gärtnern ist in. Das war 2005, als das Selbsternteprojekt an der Wiener Straße in Kassel in Planung war, so noch nicht absehbar. Dass dieses Projekt sich zwischenzeitlich fest etablieren konnte, ist neben viel ehrenamtlichem Engagement vor allem auch der großzügigen Unterstützung durch die Ikea-Stiftung zu verdanken, die 2007 im Rahmen des Wettbewerbes "Wohnen in der Zukunft" dieses Projekt als eines von zehn prämiert hat. Bewirtschaftungsgeräte (unter anderem ein Traktor) konnten gekauft, Reparaturen vorgenommen, Zäune gesetzt und das Projekt insgesamt auf eine solide Grundlage gestellt werden.

Das Selbsternteprojekt an der Wienerstraße, aus einem studentischen Projekt am Fachgebiet Freiraumplanung der Universität Kassel hervorgegangen, wird nunmehr bereits im 7. Jahr auf einer städtischen Liegenschaft, einer früheren Brache, bewirtschaftet.²) Im Selbsternteprojekt werden in langen parallelen Reihen verschiedenste Gemüsepflanzen gesät und gepflanzt. Die Anbauflächen werden anschließend, quer zu den Längsreihen unterteilt und die fertig bestellten Parzellen (40-80 Quadratmeter) an Interessenten verpachtet.

Diese müssen die Flächen nur noch pflegen und können den Sommer und Herbst hindurch ihr Gemüse ernten. Die Pächter können die Fläche für eine Saison pachten und sind danach von allen Pflichten enthoben. Sie können in der darauf folgenden Saison aber auch wieder mitmachen und abermals eine Parzelle nutzen.³) Gerade in dieser Flexibilität und dem vergleichsweise geringen Pflegeaufwand, der anfällt, wurde ein großer Vorteil dieser sozusagen neuen städtischen Gartenform gesehen, als eine zeitangepasste Reaktion auch auf flexibler gewordene und weniger durch Kontinuität geprägte Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Die Möglichkeit, sich an der frischen Luft aufhalten und bewegen und reichlich eigenes Gemüse ernten zu können, wird zudem über einen relativ geringen finanziellen Beitrag ermöglicht.

Insgesamt gesehen hat sich das Projekt sehr erfolgreich entwickelt. Im folgenden sollen einige Aspekte des Werdegangs des Projektes seit der Gründung 2006 bis heute kurz nachskizziert und darauf eingegangen werden, welche Erfahrungen gemacht wurden und inwieweit sich die anfänglichen Erwartungen erfüllt oder auch nicht erfüllt haben und warum weiterer Handlungsbedarf gesehen wird.

Schulkinder beim Kartoffelsetzen im Frühjahr 2012. Foto: Marcus Janz

Das Selbsternteprojekt 2006-2012

Nachfrage - Kontinuität - Werbung - Zufriedenheit

Die Nachfrage nach einer Ernteparzelle ist stetig gestiegen, von 16 Interessenten in der Pionierphase im Sommer 2006 bis mehr als 40 in den folgenden Jahren. Im Sommer 2012 wurden über 50 Parzellen verpachtet. Die anfängliche Vermutung, dass es neben dem Interesse an Kleingärten oder Schrebergärten ein Interesse an niedrigschwelligen Gartenformen gibt, wie eben auch an Selbsterntegärten, hat sich bestätigt, eine Entwicklung, die auch in anderen Städten mit Selbsterntegärten zu beobachten ist.

Interessant ist nun, dass dieses flexible Gartenangebot zugleich ein hohes Maß an Kontinuität in sich birgt: ein großer Anteil der Pioniere der ersten Stunde macht nämlich auch heute noch mit. Natürlich gibt es auch diejenigen, die das Angebot etwa aufgrund beruflicher Veränderung auch nur kurzzeitig nutzen.

Während in den ersten Jahren Interessenten vor allem über Werbung (Aushänge oder Berichte in der Tageszeitung) gewonnen wurden, können die Parzellen inzwischen weitgehend über Mund zu Mund Propaganda vergeben werden. Das heißt, bei steigender Nachfrage muss kaum noch um Interessierte geworben werden. Insgesamt gesehen ist die Zufriedenheit der Unterpächter mit dem Projekt und insbesondere mit den Ernteerträgen unverändert hoch.

Gartenbewirtschaftung

Die Idee eines niedrigschwelligen und pflegeextensiven Angebotes beinhaltete auch, möglichst wenig Vorschriften bei der Bewirtschaftung zu machen, das Verbot künstlicher Düngung und Pestizideinsatz einmal ausgenommen. In den ersten Jahren wurde diese wenig restriktive Herangehensweise an die Gartenbewirtschaftung auch dankbar in Anspruch genommen - das Unkraut stand temporär auf einzelnen Parzellen hoch. Das hat sich jedoch sukzessive informell und gewissermaßen wortlos verändert. Mit der Partizipation von sehr akkuraten Gärtnern hat ein Pflegeniveau Einzug gehalten, das dem eines gepflegten Hausgartens in vielen Fällen nicht unähnlich ist. Dieser veränderte Standard wurde bisher von niemandem thematisiert oder gar als zu viel Arbeit verursachend kritisiert. Offenbar scheint dem Bild eines sorgfältig gepflegten Gartens bei den meisten GärtnerInnen der Vorzug gegeben zu werden.

Thomas Mauer, der seit Jahren den Selbsterntegarten pflegt und betreut, mit Schulkindern. Foto: Marcus Janz

Interesse an alternativen Gartenformen

Die größte Überraschung war jedoch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Pächter und Pächterinnen dieses niedrigschwelligen Gartenangebots zwar in Anspruch nimmt, sich aber durchaus auch die Bewirtschaftung einer größeren Fläche in größerer eigener Verantwortung vorstellen kann: Immerhin ein Fünftel äußerte sich in einer Umfrage nämlich dahingehend, sich durchaus die Bewirtschaftung eines Schrebergartens vorstellen zu können - und das in einer Zeit, in der der Verband der Deutschen Gartenfreunde e.V. (Kleingärtner) unter Mitgliederschwund zu leiden hat und das Problem mangelnder Nachfrage an Kleingartenflächen sich in vielen Kommunen stellt. Es wurde offensichtlich, dass wenig Kenntnis über die verschiedenen Gartenformen vorhanden und eine Durchlässigkeit oder ein Wechsel von einer in die andere Gartenform auch mangels Kenntnis und Kommunikation kaum zu verzeichnen ist. Es kann vermutet werden, dass sich auch unter den Schrebergärtnern etliche befinden, die zum Beispiel infolge von Alter oder auch Krankheit Interesse an einer weniger arbeitsintensiven und verpflichtenden Gartenbewirtschaftung haben.

Klientel und Wohnstandorte

Die Klientel ist sozial gesehen eher homogen. Das Selbsternteprojekt liegt in der Nordstadt, das heißt, in einem Gebiet mit einem hohen Anteil an Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Symptomatisch war in der Anfangsphase, dass sich die meisten Selbsterntegärtner aus einem benachbarten Stadtteil mit einer sozial gesehen deutlich besser gestellte Bevölkerung rekrutierte. Die Herkunft der Pächter hat sich zwischenzeitlich zwar zugunsten einer breiten Streuung der Wohnstandorte der Pächter über das Stadtgebiet verändert; auch viele Nordstädter machen nun mit. Gemessen an der Lage des Projektes mitten im Stadtteil Nordstadt sind es jedoch zu wenige. Auch hier herrscht vermutlich ein Informationsdefizit vor und Schwellenängste, sich dem Projekt zu nähern. Insgesamt gesehen überwiegen im Projekt bildungsnahe Schichten deutlich. Hervorzuheben ist auch, dass überwiegend Frauen dieses neue Gartenangebot nutzen.

Integration in den Stadtteil

Auch wenn die von Beginn an angestrebte Integration in den Stadtteil noch verbesserungsbedürftig ist, so kann zugleich aber auch von einer gelungenen Integration in den Stadtteil gesprochen werden: Von Beginn an pachtet die Carl Anton Henschel Schule, wenige Gehminuten vom Projekt entfernt mitten in der Nordstadt gelegen, eine Parzelle, um für die Grundschulkinder gartenbaulichen Anschauungsunterricht zu betreiben. Viele Kinder kennen die verschiedenen Gemüsesorten nicht und wissen auch nicht, wie sie wachsen und gedeihen noch wie sie zuzubereiten sind. Für die Gartengruppe gibt es seit Jahren jeweils mehr Interessenten, als Plätze vergeben werden können. Die Kinder sind überaus motiviert und mit Feuereifer bei der Sache. Um dem großen Interesse der Kinder an gartenbaulichen Fragen weiter entgegenkommen zu können, gibt es darüber hinaus das so genannte Kartoffelprojekt. Auf der gepachteten Liegenschaft werden zusätzlich zum Ernteprojekt Kartoffeln angebaut. Bei diesem Projekt machen vier Schulklassen mit. Wenn es sich einrichten lässt, schauen die Kinder bereits beim Pflügen der Fläche zu, in jedem Fall setzen sie die Kartoffelknollen selbst, kommen zum Unkrautjäten und Kartoffelkäfersammeln und natürlich - als Höhepunkt der Saison - zum Ernten der Kartoffeln.

Auch der Verein Soziale Gruppenarbeit, der in der Nordstadt ansässig ist, betreibt für die Jugendlichen im Stadtteil Anschauungsunterricht auf dem Gemüseacker.

Schulkinder beim Ernten der Kartoffeln im Herbst. Foto: Thomas Mauer

Weitere Nutzungen

Zwischenzeitlich bereichert auch ein Hobbyimker das Projekt. Die Bienenkörbe stehen auf dem Garagendach (Geräteschuppen) und werden von den Gärtnern und Gärtnerinnen interessiert zur Kenntnis genommen und wertgeschätzt. Der Verein Essbare Stadt nutzte Teilflächen temporär, um den Anbau alter und vergessener (Gemüse)Pflanzen zu testen. Der frühere Fachbereichsreferent des FB 6 (Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung) der Universität Kassel, der im Selbsternteprojekt über all die Jahre die Vorbereitungsarbeiten zur Übergabe der Parzellen sowie Pflegemaßnahmen durchgeführt hat und weiter macht (pflügen, eggen, pflanzen, säen, Betreuung und Gartenberatung), hat sich zwischenzeitlich als Umweltpädagogischer Lehrer und Züchter von ökologischem Demeter-Saatgut auf dem so genannten städtischen 'Waldhof' selbständig gemacht, wobei die auf dem Selbsternteacker gemachten Erfahrungen diesbezüglich sehr hilfreich waren. Zur Zeit der 2012 fanden Führungen auf dem Gelände statt. Das Selbsternteprojekt ist sozusagen Kristallisations- und Anknüpfungspunkt für verschiedenste weitere Aktivitäten. Auch erfolgt eine Vernetzung mit weiteren Garteninitiativen in Kassel.

Probleme

Gemessen an den bisher gemachten Erfahrungen kann das Projekt insgesamt betrachtet im wahrsten Sinne des Wortes als Erfolgsmodell bezeichnet werden. Dennoch gibt und gab es natürlich auch Probleme:

  • Vor allem im Herbst ist immer mal wieder Gemüsediebstahl im kleineren Umfang zu verzeichnen, vor allem wenn die Kürbisse goldgelb und orangerot weithin leuchten. Die Enttäuschung bei den Bestohlenen ist dann jedes Mal sehr groß, allerdings nicht so groß, aus diesem Grund am Projekt nicht mehr teilzunehmen.
  • Auch Graffiti am Garagen- oder Geräteschuppentor schien aus Sicht des verpachtenden Liegenschaftsamt zunächst ein Problem. Regelmäßige Kontrollen des Amtes finden (unauffällig und unaufdringlich) statt und Veränderungen des städtischen Eigentums werden registriert. Nach näherer Sichtung wurde die vermeintliche Verunstaltung jedoch als künstlerisch wertvoll umgedeutet und für so attraktiv befunden, dass sie - auch mit Billigung des Liegenschaftsamtes - stehen bleiben konnte. Offenbar war das die richtige Entscheidung, das heißt, Graffiti sozusagen als einen Beitrag zur Identifikation mit dem Projekt im Stadtteil zu sehen. Jedenfalls sind weitere Zerstörungen und Ver(un)zierungen bisher ausgeblieben.

Selbsternte als Zwischennutzung auf einer Brache?

Die Idee, von heute auf morgen auf einer städtischen Brache ein Gemüseselbsternteprojekt ins Leben zu rufen, muss im Nachhinein als recht kühn betrachtet werden: Das Problem der notwendigen Unkrautbekämpfung (Unkraut als Folge des mehrjährigen Brachfallens der Fläche) wurde erheblich unterschätzt. Es wurde viel Zeit und Kraft und auch Geld investiert, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Angesichts der hohen Identifikation der Gärtner und Gärtnerinnen mit dem Projekt kam von dieser Seite jedoch kaum Kritik. Im Gegenteil, die Beteiligten haben kräftig mitgewirkt, um das Thema zu bewältigen.

Die Idee, auf einer städtischen Brache - als Zwischennutzung - ein Selbsternteprojekt zu initiieren und damit einen Beitrag zur Revitalisierung des Stadtteils leisten zu wollen, ist auch aufgrund dieser Erfahrungen neu zu bewerten und zu überdenken. Es wäre mehr als nur bedauerlich, wenn die Fläche der gärtnerischen Nutzung wieder entzogen und anderweitig vermarktet würde. Letztlich war es der ökonomischen Stagnation in Kassel und Nordhessen zu verdanken, dass die Liegenschaft zur Verfügung gestellt werden konnte. Und natürlich ist das Liegenschaftsamt einer Stadt bestrebt, eine stadteigene Fläche auch zu vermarkten. Eine grüne Nutzung bildet hier nicht die erste Priorität. Auch wenn aktuell keine Kündigung des Pachtverhältnisses ansteht, muss jedoch latent immer damit gerechnet werden.

In anderen Projekten mit anderen Konzepten ist das zum Teil weniger problematisch. In den inzwischen berühmt gewordenen so genannten Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg sind die Pflanzen in Kisten, Töpfe oder Milchtüten gepflanzt, so dass bei Inanspruchnahme der Stadtbrache durch den Berliner Senat jederzeit auf eine andere Fläche umgezogen werden kann.4) Im Selbsternteprojekt an der Wienerstraße liegen die Verhältnisse anders. Der Erfolg des Projektes basiert gerade auch auf dem hohen Ernteertrag, der wiederum dem außergewöhnlich fruchtbaren Boden geschuldet ist (naturräumliche Gegebenheiten, vor dem Brachfallen jahrzehntelange Bewirtschaftung für gartenbauliche Zwecke). Der Erfolg des Projektes ist also auch an den Standort gebunden.

Mögliche Perspektiven?

Ein Ziel bei der Initiierung des Projektes war es nachzuweisen, dass ein Selbsternteprojekt ein wertvoller Beitrag, eine wertvolle Ergänzung für die Grünversorgung einer Stadt sein kann. Dass von Seiten der Nutzer eine Nachfrage nach diesem neuen Gartentyp besteht, konnte nachgewiesen werden. Überlegenswert ist nun, ob dieser Gartentyp nicht auch als eigenständiger neuer Freiraumtyp in den Kanon städtischer Freiraumversorgung und Freiraumangebote (wie Parks und Plätze) aufgenommen werden kann. Denkbar wäre in dem Zusammenhang auch, diesen Gartentyp in die Planwerke einer Stadt, wie den Flächennutzungsplan, aufzunehmen mit dem Ziel, einen größeren Schutzstatus zu erreichen. Bei den Schrebergärten (Kleingärten) ist das (Verankerung im F-Plan) seit langem der Fall, wenngleich dies nicht immer schon so gewesen ist. Die Einstellung zu diesem Gartentyp hat sich im Verlaufe vieler Jahrzehnte gewandelt: aus zunächst "wilden" Kolonien auf Bauerwartungsland im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde eine städtische Gartenform, die zunehmend staatlicherseits aufgrund ihrer sozialen, ökonomischen und dann auch ökologischen Bedeutung gefördert und unterstützt wurde. Die Rechte (und Pflichten) der Kleingärtner sind heute im Bundeskleingartengesetz (BKleingG) umfänglich geregelt. Bauplanungsrechtlich sind die meisten Kolonien in den Kommunen als Dauerkolonien in entsprechenden Bebauungsplänen ausgewiesen und dürfen nicht ohne weiteres gekündigt werden.

Die Grünflächenversorgung einer Stadt unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel, Ansprüche und Angebote ändern sich und müssen zeitgerecht immer wieder neu angepasst und ausjustiert werden. Neue Gartentypen, die allerorten als Interkulturelle Gärten, Gemeinschaftsgärten und eben auch als Selbsterntegärten (letztere in noch geringem Umfang) entstehen, sind Beleg für veränderte Ansprüche und neuen Handlungsbedarf.5)

Es erscheint sinnvoll, den Wechsel von einer Gartenform in die andere - je nach Lebenslage und Interesse - zu erleichtern und besser zu ermöglichen. Von unseren Unterpächtern hatten etliche, trotz im Prinzip potenziellen Interesses, Hemmungen, sich einem Kleingarten anzunähern. Sie meinten, nicht genug Kenntnisse für die Bewirtschaftung zu haben und erlebten die Kleingartenvereine als eher geschlossene Gruppierung. Auch schreckten viele vor den als zu rigide empfundenen Regeln in den Kleingartenvereinen zurück. Genaueres wussten sie aber nicht. Auch unter den Kleingärtnern scheint das Wissen über alternative Gartenformen in ihrer Stadt begrenzt und Aufklärung das Gebot der Stunde zu sein.

Es zeigt sich, dass eine viel größere Vernetzung unter den verschiedenen städtischen Gartenformen vonnöten ist und viel mehr Public relations für die verschiedenen Gartenformen erbracht werden muss. Eine größere Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Gartenformen setzt jedoch jeweils einen größeren Bekanntheitsgrad der unterschiedlichen Möglichkeiten voraus. Wünschenswert ist, dass sich auch die Kommunen dieses Themas annehmen und Selbsterntegärten als neuen Gartentyp viel mehr unterstützen. Die Stadt München hat mit ihren so genannten Krautgärten diesen Weg bereits eingeschlagen. Das Beispiel Selbsterntegärten Kassel Wienerstraße zeigt, dass es die Kommunen nicht einmal etwas kosten muss. Im Gegenteil: von Seiten der Universität pflegen wir die Fläche, tragen die Verkehrssicherungspflicht und zahlen noch obendrein jährlich eine Pacht.


Anmerkungen

¹) Vgl. hierzu: Müller, Christa (Hg.) (2011): Urban Gardening - Über die Rückkehr der Gärten in der Stadt. München. Oekom Verlag.

²) Über die Anfänge dieses Projektes und die dahinter stehenden Ziele wurde in 'Stadt und Grün' berichtet: Maria Spitthöver (2007): Selbsterntegärten in der Stadt - ein neuer Freiraumtyp mit Perspektive? Heft 2, S. 20-25.

³) Vorbild für dieses Projekt war das Projekt 'GemüseSelbstErnte' auf dem ökologischen Versuchsgut der Universität Kassel, der Staatsdomäne Frankenhausen rund 12 Kilometer von Kassel entfernt. Vgl. hierzu: Hess, Jürgen/Mittelstraß, Katharina (2005): Gärten für Städter - GemüseSelbstErnte auf der Hessischen Domäne Frankenhausen. In: Stadt und Grün 10/2005, S. 20-22. Die Idee war, ein solches Projekt in die Stadt zu holen und hier zu etablieren.

4) Vgl. hierzu: Nomadisch Grün (Hg.) (2012): Prinzessinenengärten - Anders gärtnern in der Stadt. Köln. Verlag Dumon.

5) Am Fachgebiet Freiraumplanung der Universität Kassel wurde eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Studie zu aktuellen und traditionellen Garteninitiativen und ihre Berücksichtigung in der kommunalen Freiraumplanung veröffentlicht; vgl. hierzu: Appel, Ilka/Grebe, Christina/Spitthöver, Maria (2011): Aktuelle Garteninitiativen - Kleingärten und neue Gärten in deutschen Großstädten. Kassel. Verlag Kassel university press.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2012 .

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