Friedhöfe: Mehr als nur ein Ort der Trauer

Neue soziale Orte mit großer Wirkkraft für die Gesellschaft

Nach den Bedürfnissen Trauernder gestaltete Beisetzungsorte und Friedhöfe unterstützen Trauernde dabei, Halt zu erfahren sowie zu neuer Zuversicht und neuem Miteinander in der Gemeinschaft zu finden. Friedhöfe sind wichtige Teile der sozialen Infrastruktur. Ihre mögliche positive Wirkung auf das gesellschaftliche Miteinander wird jedoch oft unterschätzt.
Beerdigungskultur Friedhofstechnik
Gut gestaltete und Menschen zugewandte Friedhöfe bieten neue Potenziale für ein besseres gesellschaftliches Miteinander. Foto: Pixabay

"Beisetzungsorte, die nach Erkenntnissen der Trauerpsychologie als Handlungsräume für individuelle Trauerrituale gestaltet sind, haben große psychologische Wirkkräfte: Sie tragen in besonderer Weise zur Verarbeitung von Trauer bei. Auch Grabformen ohne Pflege sollten in diesem Sinne als heilsame Therapieorte gestaltet werden und Trauerrituale ermöglichen.

Wo Verantwortliche solche sehr persönlichen und intimen Trauerorte einbetten in Bereiche der Gemeinschaft und der Begegnung, schaffen sie wertvolle soziale Orte eines kollektiven für einander Daseins. Das hilft nicht nur Menschen in Trauer. Auch die Kommunen und Kirchen insgesamt profitieren, weil dadurch ihre weitsichtige Fürsorgeverantwortung für die Bürger und Gemeindemitglieder spürbar wird und das die Verbundenheit in der Bürgerschaft und Gemeinde stärkt", betont Günter Czasny, Sprecher der Initiative "Raum für Trauer", Süßen (Baden-Württemberg).

Als Teil einer "Caring Infrastructure" können "Friedhöfe der Zukunft" Erkenntnissen der Initiative zufolge Menschen, deren Lebensstruktur durch ein Verlusterlebnis zerbricht, wieder Halt geben und beim Entstehen neuer Zuversicht stärken. Dies werde von kommunalen und kirchlichen Verantwortungsträgern zunehmend erkannt und mit Erfolg umgesetzt.

Um wichtige gestalterische Prinzipien einer Menschen zugewandten Friedhofsgestaltung, die sich an den Bedürfnissen von Trauernden orientiert, zu veranschaulichen, hat die Initiative im vorigen Jahr den "Campus VIVORUM", das "Feld der Lebenden", eröffnet. Das circa 6000 Quadratmeter große Experimentierfeld gibt Expert:innen seither Impulse für die Gestaltung von "Friedhöfen der Zukunft". So haben sich bislang bereits 82 Besuchergruppen und insgesamt circa 1000 Besucher vor Ort informiert.

Der Besuch des Campus VIVORUM, so Czasny, sei ein Auslöser dafür, dass derzeit in kirchlichen Institutionen, Hospizen, Trauerbegleitungen und insbesondere in Städte- und Gemeindegremien durch Menschen zugewandte Friedhöfe neue Potenziale für ein besseres gesellschaftliches Miteinander entdeckt werden.

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