Waiblingen

Oberbürgermeister Hesky kämpft gegen Schottergärten

Der Oberbürgermeister von Waiblingen, Andreas Hesky, will mehr Grün statt Schotter in den Vorgärten von Waiblingen sehen. Fotos: Stadt Waiblingen

In immer mehr Vorgärten sind bundesweit nur noch Schotter und Steine zu sehen. Ein Trend, der sich in den letzten Jahren weiter verstärkt hat. Stadt+Grün befragte hierzu Andreas Hesky, Oberbürgermeister von Waiblingen, nach seiner Strategie gegen die Schottergärten. Fragen: Mechthild Klett

Sie wollen gegen Schottergärten vorgehen, wie genau ist Ihr Ansatz?
Die zunehmende Tendenz zu Schottergärten in den Vorgartenbereichen wird unsererseits sehr kritisch gesehen. Die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Biodiversität, Kleinklima, Boden und das Stadtbild waren für den Fachbereich Stadtplanung, der unter anderem für die Erstellung von Bebauungsplänen verantwortlich ist, Anlass, die bisher zur Anwendung kommenden Regelungen zur Gestaltung von Vorgartenbereichen zu verschärfen. Als Oberbürgermeister der Stadt Waiblingen, die nächstes Jahr gemeinsam mit anderen Kommunen an der Remstalgartenschau 2019 teilnimmt, stehe ich hinter diesem Vorgehen und vertrete es auch in der Öffentlichkeit. Es wird auch darauf ankommen, die Garten- und Landschaftsbauer für dieses Anliegen zu gewinnen, um auch in der Kundenberatung darauf hinzuwirken, dass Stein- und Schottergärten den ökologischen Anliegen nicht entsprechen.

Wie läuft das genau im Bebauungsplan?
Es wurde eine neue Fassung dieser Festsetzung für zukünftige Bebauungspläne erstellt. Diese stellt klar, dass Schottergärten die Forderung nach einer gärtnerischen Gestaltung dieser Bereiche nicht erfüllen. Diese Flächen sollen mit Pflanzen angelegt werden, um die bereits genannten wichtigen Belange zu fördern.

Mit Hilfe des Bebauungsplans soll rechtlich gegen die Versteinerung vorgegangen werden. Zudem werden Landschaftsgärtner und Bevölkerung für mehr Grün durch einen Flyer gewonnen. Denn es geht auch anders, wie öffentliche Grünflächen in Waiblingen zeigen.

Schotter und Kies sind ja auch Gestaltungsmaterialien im gängigen Landschaftsbau. Sollen sie ganz verschwinden?
Die Verwendung von Schotter oder ähnlich kleinem Gestein soll nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Steinmaterial kann ohne die beschriebenen negativen Auswirkungen eingesetzt werden, zum Beispiel als Mulchschicht. Entscheidend ist, dass Pflanzen künftig so eingesetzt werden, dass sie eine geschlossene Pflanzdecke bilden können. Der Deckungsgrad durch Pflanzen soll bei mindestens 70 Prozent liegen.

Wie wollen Sie die Umsetzung kontrollieren?
Es wird versucht, in künftigen Bebauungsplänen die Einhaltung der Regelungen zu kontrollieren; dies erfordert allerdings einen hohen personellen Einsatz, der sicher nicht immer leistbar sein wird. Die Bevölkerung soll für diese Thematik/Problematik stärker sensibilisiert werden. Ergänzend zur neu gefassten Festsetzung in zukünftigen Bebauungsplänen ist deshalb vorgesehen, einen Flyer zu erstellen, in dem Beispiele für pflegleichte Vorgärten mit Pflanzen dargestellt und Pflanzempfehlungen in Form von beispielsweise entsprechenden Pflanzlisten gegeben werden. Wir denken darüber hinaus an einen Wettbewerb für Vorgärten/Gärten, mit dem die Eigeninitiative für das Thema geweckt werden soll. Auf diese Weise möchten wir erreichen, dass aus der Bevölkerung selbst das Verständnis für eine adäquate Gestaltung erwächst.

Wie läuft die Kommunikation mit der Bevölkerung?
Für die neuen Regelungen und den geplanten Flyer sowie den vorgesehenen Wettbewerb haben wir seitens der zuständigen Gremien große Unterstützung erhalten, das heißt auch politisch wird diese Zielsetzung mitgetragen. Aus der Bevölkerung erfolgten bisher noch keine negativen Rückmeldungen.

Hr. Hesky, vielen Dank für dieses Gespräch!

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2019 .

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