KOMMENTAR

Öde Kiesgärten

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Schwer wird es einem ums Gärtnerherz, wenn man die öden Schotterflächen sieht, die in so manchen Vorgärten ihre depressive Aura entfalten. Ist man da nicht manchmal versucht, bei den Eigentümern anzuklingeln und zu fragen, wie es zu diesem "Entwurf" kam? Ob man zufrieden ist mit dem Ergebnis? Und ob man nicht im Frühjahr die Schneeglöckchen vermisst, die Winterlinge oder die Zaubernuss?

Das Argument "pflegeleicht" scheidet für Schottergärten aus. Sie sind es definitiv nicht. Dass ein "normaler" Garten nicht über Gebühr viel Arbeit macht, zeigt der Garten meines 92-jährigen Nachbarn. In seinem geschickt bepflanzten und sehr pflegeleichten Vorgarten ist ganzjährig etwas zu sehen. Freundliche Bodendecker bilden den Grund für drei "Schöne Dortmunderinnen" - eine gesunde, hübsche Rose, sogar für leichten Halbschatten geeignet. Was will man mehr? Sie ist ein Beispiel für die erfolgreichen Bemühungen der Züchter, es dem Gartenbesitzer leicht zu machen. Mein 92-jähriger Nachbar macht im Garten alles allein. Beklagt hat er sich noch nie. Im Gegenteil, freudig zeigt er mir die neuen Tulpen, die er in diesem Jahr ausprobiert hat. Der Garten hält ihn jung, meint er.

Warum also, so möchte man all den Schottergartenbesitzern zurufen, lassen wir nicht einfach wieder im Frühling mal so richtig die Osterglocken läuten, trinken aus Märzenbechern und verschenken reichlich Silberlinge, geben im Sommer an mit den höchsten Sonnenblumen und den leckersten Tomaten und betrinken uns im Winter mit selbstgemachtem Johannisbeerlikör?

Vieles deutet darauf hin, dass es oft nur an Wissen fehlt, um einen "richtigen" Garten anzulegen. Da könnten die Profis einiges anstoßen: Etwa eine Broschüre für alle Bauwilligen der Gemeinde, Vorgaben in Bebauungsplänen, Musterpflanzungen oder Veranstaltungen und Beratung.

Die Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e. V. und andere Vereine tun ein Übriges dazu durch gute Veranstaltungen, die Freude am Garten zu heben. So kann der Schotter hoffentlich bald wieder dorthin, wo er hin gehört: aufs Eisenbahngleis oder unter die neue Schnellstraße. Karla Krieger

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 03/2016 .

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