Wien

ÖGLA-Landschaftsarchitekturpreis "Hartes Pflaster" für Studierende vergeben

Mit dem beweglichen Netz über der Schottentor-Haltestelle der Tram entsteht eine völlig neue, spielerische Atmosphäre an einem Ort, der als hartes Pflaster in Wien gilt. Visualisierungen: Leonie Wiemer und Lukas Merkel

Den 1. Preis beim Landschaftsarchitekturpreis für Studierende 2017 der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur, ÖGLA, haben Leonie Wiemer und Lukas Merkel von der Universität Hannover mit dem Projekt "Bodenlos" erhalten. Den 2. Patz errangen Johanna Bendlin und Julia von Vietinghoff für "Illusion: Hain" von der TU Berlin. Der 3. Platz ging an Katharina Peischl und David Hacker für "Grenzgänger" von der Universität für Bodenkultur Wien.

Mit einem überspannenden Netz eine neue Atmosphäre schaffen

Im Entwurf "Bodenlos" überspannt ein Netz die tiefgelegte Tram-Haltestelle Schottentor mit einer ungenutzten Grünfläche, die wie ein unüberbrückbares Loch abweisend wirkt. Eine neue Atmosphäre entsteht. Das Netz als verbindendes Element zwischen den beiden Ebenen der Tramstationen ergänzt gleichzeitig die fehlende Begehbarkeit der inneren Erdgeschoss-Ebene, ohne einen Verlust der Transparenz zu dieser zu entwickeln. "Spielerischer, mutiger Zugang zum Thema. Die Ortswahl wird als geeignet und räumlich spannend befunden. Herleitung und Eingehen auf die Charakteristik des Ortes sind schlüssig. Die Schaffung einer neuen Ebene, die permanent in Bewegung ist sowie die Inszenierung des Ortes "von oben" und "von unten" werden unterstrichen", urteilte die Jury.

Mit dem beweglichen Netz über der Schottentor-Haltestelle der Tram entsteht eine völlig neue, spielerische Atmosphäre an einem Ort, der als hartes Pflaster in Wien gilt. Visualisierung: Leonie Wiemer und Lukas Merkel

Studierende und junge Absolventen der Studienrichtung Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur waren zu dem Wettbewerb "Hartes Pflaster" aufgerufen. Gefragt waren gestalterische Lösungen für einen Bereich in der Stadt, der als "hartes Pflaster" gesehen wird und der im wörtlichen Sinne - etwa versiegelte Flächen - oder im übertragenen Sinne ein rauer und monotoner Ort belebt. Auch ungeliebte und diskussionsgeladene Orte sollten in den Blick genommen werden. "Für besonders harte Fälle kann auch ein Trostpflaster die Antwort sein", hieß es im Ausschreibungstext.

27 Arbeiten aus dem In- und Ausland wurden eingereicht

Die Wahl des Bearbeitungsortes war den Teilnehmern freigestellt, ebenso die Maßstäblichkeit des Entwurfes. Erwünscht waren "temporäre Interventionen" bis hin zu permanenten Gestaltungsvorschlägen oder "Handlungsanleitungen".

Unter den 27 eingereichten Beiträgen aus dem In- und Ausland wurden im November 2017 die Siegerprojekte von Jury ausgewählt. Diese legte großen Wert auf innovative Ideen und einen klar kommunizierten Orts- und Themenbezug. Die Gestaltungsidee und der Bezug zur Umgebung mussten nachvollziehbar sein und die Intervention zu einem Qualitätsgewinn oder zu einem Diskurs des Freiraums führen. Wie vielschichtig das Thema interpretiert wurde, zeigt sich an den prämierten Projekten. Vergeben wurden neben den drei ersten Pätzen auch mehrere Anerkennungs- und Abopreise etwa für Stadt+Grün.

Alle Ergebnisse unter stadtundgruen.de/oegla-preis-2017.html

mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 02/2018 .

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