Optimierte Entwicklung von Grünflächen

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Pflege einer Chrysanthemeninstallation in Lahr. Foto: Ralf Semmler

Noch vor 100 Jahren wurden Brücken mit einem Vielfachen der notwendigen Sicherheit gebaut, da es keine Möglichkeit gab, die auftretenden Belastungen in Form von Simulationen zu berechnen. So wurden schmucke Bollwerke deutscher Ingenieurstechnik überdimensioniert gebaut. Heute im Zeitalter der digitalen Technik zieren filigrane Brückenkonstruktionen unsere Landschaft. Computersimulationen, CAD-Systeme und Berechnungssysteme zur Optimierung der Kosten sind die Arbeitsinstrumente im Alltag heutiger Konstrukteure und Planer und haben zu immensen Einsparungen an Ressourcen beim Bau und bei der späteren Unterhaltung der Brücken geführt.

Ähnliche Einsparungen haben sich in den letzten 30 Jahren in der Bewirtschaftung und Planung der Grünflächenunterhaltung ergeben, mit dem einzigen Unterschied, dass es keine genauen Berechnungen der benötigten Ressourcen für die Entwicklung und Erhaltung der Grünflächen gab. Die vermeintlichen und in vielen Fällen auch überdimensionierten Ressourcen unterlagen Jahr für Jahr einer ständigen Kürzung, so dass heute vielerorts kollabierte Grünanlagen und geschwächte Fachämter das Ergebnis sind. Dem Bürger scheint es in vielen Fällen egal zu sein und die politischen Vertreter lassen sich nur bei Übergaben von Neuanlagen ins "Grün" locken. Vielerorts verschwinden die klassischen Garten- und Grünflächenämter und die Aufgaben sind nun integraler Bestandteil der Technischen Dienste oder der Tiefbauämter. Kaum jemand aus den neuen Führungsebenen weiß, wie Grünanlagen funktionieren oder langfristig entwickelt werden. Beim Brückenbau käme das einer Katastrophe gleich.

2006 Gebrauchsrasen 5x gemäht. Abb.: Ralf Semmler

2011, Gebrauchsrasen, 8x gemäht. Abb.: Ralf Semmler

Den "Rückbau" der Fachämter und der damit in vielen Fällen verbundenen vernachlässigten Grünunterhaltung gilt es zu stoppen. Die Erhaltung des wohlfahrtswirkenden Grüns hängt in starkem Maße von der Imageentwicklung und des noch möglichen Optimierungspotentials des Fachamtes ab. Benötigt werden Strategien und Ideen zur Neuausrichtung. Da helfen die Berechnungen der Werte von Grün oder die Darstellung der Nachhaltigkeit nicht und sind auch bei der jetzigen kommunalen Fastfood-Ökonomie nicht hilfreich, sondern binden nur unnötige Ressourcen, solange nicht gesetzliche Notwendigkeiten dazu zwingen. Mögliche Management-ressourcen sollten in die Erneuerung der Grünflächen- und Gartenämter in Form einer Imagesanierung investiert werden. Auswertungen von Betriebsdatenerfassungen oder Untersuchungen der Produktivstunden von Beschäftigten der Grünflächenämter bescheinigen gute Arbeitsleistungen und fachgerechten Umgang mit dem Grün. Dennoch haben vielerorts die Grünflächenämter einen schlechten Ruf.

Aus der Marktforschung ist bekannt, dass das Image wenig mit der eigentlichen Realität zu tun hat. Das Image der Grünflächenämter wird im Wesentlichen durch die mediale Berichterstattung und durch die Wahrnehmung von Bürgern, Touristen und Investoren geprägt. Deshalb ist die Verbesserung des Images ein Schlüssel zum Erfolg. Steigt das Ansehen des Grünflächenamtes in der Bevölkerung, so steigt automatisch der Druck auf den Gemeinderat und auf die Verwaltung. Das Amt liegt im positiven Fokus und erhält zunehmenden Zuspruch und eine verbesserte Mittelausstattung. Das Image lässt sich nur durch konsequente positive Informationspolitik, durch die kritische Auseinandersetzung mit den Tagesthemen und mit einigen journalistischen Kunstgriffen verbessern. Eine Überprüfung des Rankings (Ist-Analyse) und der damit verbundenen thematischen Auseinandersetzung ist der erste Schritt. Journalisten müssen gefüttert werden, Internetauftritte sind zu verbessern und die Arbeit muss regional und überregional auf Kongressen oder Foren dargestellt werden.

Der Autor weiß aus eigener Erfahrung¹, wie schwer es ist, Grünflächenämter auf die "Bühne" zu holen. Ein wichtiger Bestandteil der Imagearbeit ist die anschauliche Darstellung der geleisteten Arbeit in den öffentlichen Medien. Neben den guten Pressekontakten werden natürlich auch belastbare Zahlen und gute Storys benötigt, die die erbrachten Leistungen in verständlicher Form belegen und zu einer positiven öffentlichen Meinung beitragen. Fakten und Zahlen liefert das Grünmanagementsystem und eine gute Story die tägliche Arbeit auf den Grünflächen.

Darstellung der Flächeninhalte in einem GIS. Foto: Ralf Semmler

Arbeitsaufwand Grünunterhaltung 2011 (422 h) aus d.b.g. GRIS. Abb.: Ralf Semmler

Das Management der Grünräume ist kein Facility-Management

Facility Management (FM) umfasst heute das physische Arbeitsumfeld des Menschen und den gesamten Bereich, der nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens zählt. Im übertragenen Sinne bedeutet das für Städte und Gemeinden, dass die Dienste, die zur Aufrechterhaltung des Betriebs der Arbeitsstätten von Beamten und Angestellten organisatorisch gebündelt werden und in erster Linie das Gebäude und dessen Umfeld betreffen. Mit einem digitalen FM-System lassen sich die klassischen raumbezogenen Hierarchien mit den Pflegebeziehungen aufbauen. Dazu gehören etwa der Betrieb und die Kontrolle der Heizung und der Klimaanlage sowie die Gebäudereinigung und der Sicherheitsdienst.

Die überwiegend durchzuführenden Arbeiten laufen in einem periodischen Rhythmus und sind durch Aufwand und Kosten abbildbar. Im Gegensatz dazu unterliegt die Entwicklung und Erhaltung der Grünflächen und Grünanlagen einer großen Dynamik, die durch die ständige Veränderung der Natur durch Wachstum oder Umstrukturierung gegeben ist. Damit einhergehen die witterungsabhängigen Arbeitsabläufe, die nur eine kurzfristige Planung der Einsatzkräfte ermöglichen. Diese Prozesse lassen sich in einem Grünflächenmanagementsystem (GM-System) abbilden. In den Abbildungen 1 und 2 sind die durchgeführten Mähgänge der Jahre 2006 und 2011 in ein und derselben Grünanlage dargestellt. In der Gegenüberstellung des Pflegeaufwandes eines Grünareals der Jahre 2009 und 2011

stieg der Arbeitsaufwand in zwei Jahren um mehr als 30 Prozent. Welche Ursachen liegen dem Anstieg zu Grunde und wie wurde der Mehraufwand bewältigt? Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn die Arbeiten rapportiert und in einem digitalen System erfasst, ausgewertet und analysiert werden.

Grünflächenmanagementsysteme bilden die Grundlage für die Optimierung der Grünentwicklung und -erhaltung

Digitale Grünfächenmanagementsysteme bestehen aus einem Grünflächeninformationssystem (GRIS) und einem Betriebssteuerungssystem und sind in der Lage, durchgeführte Arbeitsleistungen zu belegen und auszuwerten, Arbeitsaufwendungen zu planen und Arbeitsabläufe zu simulieren und somit die Grundlage zur Optimierung der Grünentwicklung und -erhaltung zu liefern.

Das Grünflächeninformationssystem

Das GRIS besteht aus einem Grünflächenkataster, das die Infrastruktur des öffentlichen Raums abbildet und Nutzungsarten und organisatorische Kennzahlen sowie sonstige Informationen zu den Grünobjekten enthält. Es beinhaltet im Wesentlichen die Größen und die inhaltliche Struktur aller vegetativen und nicht vegetativen Bestandteile der zu unterhaltenden Außenbereiche. Strukturgebend sind die FLL-Empfehlungen für die Planung, Vergabe und Durchführung von Leistungen für das Management von Freianlagen und der darin enthaltene Objektkatalog für Freianlagen (OK FREI), der an die DIN 276-1 angelehnt wurde.

In Kombination mit der Grünen Doppik sind Anschaffungskosten und Werteverzehr als Anlagenspiegel darstellbar, um den Buchwert der Grünanlagen auszuweisen. Alle Sachinformationen im GRIS besitzen auch einen räumlichen Bezug, der in einem Geografischen Informationssystem (GIS) dargestellt wird. Durch die permanente Veränderung der Grünräume ändern sich auch die Geometrien (etwa durch Wachstum oder Rückschnitt von Gehölzen oder Teilsanierung der Anlage) und so ist es in vielen Fällen nicht möglich, die grafischen Daten aktuell zu halten. Diese werden üblicherweise zu einem späteren Zeitpunkt nachgeführt (nachlaufender Datenbezug). Die sachbezogenen Eingaben erfolgen sofort bei Flächenänderungen, da sie direkten Einfluss auf die Einsatzplanung der Arbeitsteams und die Kosten- und Leistungsrechnung haben und in diesem Fall einen höheren Stellenwert als die Geodaten besitzen.

Überparken des Gebrauchsrasens behindert die Rasenmahd. Foto: Karen Wochatz

Varianten zum Mähen von Gebrauchsrasen. Abb.: Ralf Semmler

Das Betriebssteuerungssystem

Um eine Steuerung der Entwicklung und Erhaltung der Grünflächen zu ermöglichen, ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Einflussfaktoren nötig. Dazu gehören neben einer umfangreichen Wissensbasis zu den funktionalen Zusammenhängen der Entwicklung von Pflanzen auch Planungs-, Auswertungs- und Arbeitswerkzeuge. Analysiert man die digital erfassten Arbeits- und Flächeninformationen, so werden im Ergebnis Zusammenhänge und Ähnlichkeiten, aber auch extreme Unterschiede bei der Unterhaltungsplanung der Anlagen sichtbar.

Als Erstes werden Entwürfe für eine Jahresplanung mit unterschiedlichen Ansprüchen an Unterhaltungsintensität- und -aufwand entwickelt und der Ressourcenbedarf ermittelt. Es ist in dieser frühen Planungsphase nicht vorhersehbar, welche meteorologischen Einflüsse zu erwarten sind. Das Planungswerkzeug muss auch witterungsbedingte Einflüsse berücksichtigen und in Form von möglichen Szenarien darstellen können. Weiterhin wird jeder Anlage ein eigenes Budget an Ressourcen zugeordnet, so dass im laufenden Betrieb der Ressourcenverzehr beobachtet werden kann. Als Steuereinheit dienen die aufgestellten Szenarien, die im Fall eines zu großen Ressourcenverzehrs greifen oder die Analysewerkzeuge, die anzeigen, wodurch der Ressourcenverzehr entstanden ist. Möglich wird das durch die permanente digitale Aufzeichnung der Betriebsdaten durch die Vorarbeiter und Großfahrzeugführer und der teilautomatisierten Einsatzplanung der Arbeitsteams bei den geplanten Daueraufträgen. Die Einsatzplanung dient der Zuordnung der Daueraufträge gemäß der Jahresplanung und der Darstellung von Adhoc-Aufträgen. Die Einsatzplanung zeigt auch an, wann eine Überlastung der zur Verfügung stehenden Ressourcen besteht.

Der Optimierungsvorgang

Optimierung bedeutet in erster Linie bessere Planung und Strukturierung der Prozesse. Wie oben dargestellt werden genaueste Informationen über die Beschaffenheit und Größe der zu entwickelnden und zu erhaltenden Flächen, die Bewirtschaftungsgrößen in Form von Leistungskatalogen, die historischen Faktoren wie Leistungsintensität und -umfang der durchgeführten Arbeiten (Rapporte) sowie die zur Verfügung stehenden Ressourcen benötigt.

Die Optimierung kann durch

  • Umstrukturierung der Anlagen und der damit verbundenen Änderungen (Flächeninhalte, Nutzungsarten),
  • durch alternative Pflegemethoden sowie einer möglichen Neugliederung der Anlagenbereiche,
  • durch eine grundlegende strukturelle Änderung der operativen Einheiten und der organisatorischen Abläufe,
  • sowie durch die Berechnung der Lebenszykluskosten von verschiedenen Neubau- und Sanierungsentwürfen erfolgen.

Umstrukturierungen von Anlagen

Bevor Umstrukturierungen von Anlagen stattfinden ist Basisarbeit zu betreiben. Dabei sollte die Stadt aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Ein langfristiges Grünkonzept gliedert Pflegezonen aus der Vogelperspektive als thematische Karte nach Nutzungsarten, Nutzungsdruck und Pflegeintensität. Die detaillierte Darstellung von Zuständen, die die Grünpflege behindern, ist wichtig, um spätere Planungsfehler zu vermeiden. An Hand von ausgewählten Beispielen werden Pflegeschemata für unterschiedliche Nutzungsarten entwickelt, so dass auch Außenstehende durchaus eine Vorstellung für den veranschlagten Aufwand entwickeln können. Dabei veranschaulichen Szenarien den genauen Verlauf der Grünentwicklung und -erhaltung und dokumentieren nicht nur exemplarisch die Arbeitsschritte und den Arbeitsaufwand der Regelpflege, sondern auch den Umgang mit naturbedingten Extremereignissen oder den Befall mit Schädlingen. Das Grünkonzept muss medienwirksam inszeniert und von höchster Ebene befürwortet werden. Ein im Gemeinderat beschlossenes Grünkonzept unterstützt die langfristige Absicherung der notwendigen Ressourcen und fördert das positive Image des Fachamtes.

Intensivgrün im Einklang mit extensiven Flächen. Foto: Ralf Semmler

Weihnachtsbaumentsorgung mit fünf Mitarbeitern. Foto: Ralf Semmler

Alternative Pflegemethoden

Dazu werden für Anlagen mit ähnlichen Strukturen unterschiedliche Szenarien zur Erhaltung entwickelt und ausprobiert.

Alle Arbeitsschritte werden dokumentiert und in Form einer Betriebsdatenerhebung erfasst. Der Anlagenzustand wird permanent fotodokumentiert und die Grenzen bei Anlagen mit unterschiedlichen Pflegeintensitäten (intensiv, normal, minimal) werden in einer Karte dargestellt. Der Erfahrungstausch mit anderen Städten und Gemeinden zu dieser Thematik ist wichtig, es muss aber das eigene städtische Pflegemodell gefunden werden. Eine Auswertung der erfassten Daten und eine Analyse der Problemfälle hilft bei der Optimierung. Sind alle Arbeitsabläufe analysiert, können mit Hilfe von Szenarien die gefundenen Lösungsansätze auf anderen Anlagen Anwendung finden. Mit geeigneter Softwareunterstützung können so verschiedene Pflegemethoden modellhaft dargestellt und die notwendigen Ressourcen berechnet werden. Auch Neugliederungen von Anlagen durch Verschiebung von intensiv, normal und minimal zu unterhaltenden Bereichen,

die in erster Linie dem Nutzungsdruck gerecht werden müssen, haben durchaus Einsparungspotential. Das kann für ausgewählte Anlagen, Stadtteile oder für den gesamten Bestand erfolgen.

Strukturelle Änderungen der operativen Einheiten

Ein sehr tiefer Eingriff in gewohnte Strukturen sind Umstrukturierungen der Pflegeteams. Diese Eingriffe sind in den letzten Jahren vielerorts auf Grund von geforderten Personaleinsparungen und weniger aus dem Gesichtspunkt einer Qualitäts- und Quantitätssteigerung erfolgt. In einem ersten Schritt muss eine genaue Situationsanalyse erfolgen. Dabei werden die bestehenden Pflegeteams und deren Aufgaben erfasst und die produktiven und unproduktiven Zeiten in einem Diagramm dargestellt. Weiterhin werden die Mitarbeiter der Pflegeteams nach ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten erfasst. Die Ar-beitsressourcen der Pflegeteams und die Anlagengrößen werden in ein Verhältnis gesetzt. Dabei müssen produktive und unproduktive Zeiten Berücksichtigung finden. Gute Führungskräfte und starke Persönlichkeiten in den Fachämtern gilt es zu fördern. Anerkennung für geleistete Arbeiten motiviert und fördert die Arbeitsmoral. Motivierte Mitarbeiter im öffentlichen Raum betreiben permanente Imagepflege.

Berechnung der Lebenszykluskosten

Der Unterhalter der Grünflächen übernimmt die fertig gebaute Anlage, hat aber kaum Einflussmöglichkeiten auf die Planung. Als Richtwert gilt, dass die Investitionskosten nur rund 15 Prozent der gesamten Lebenszykluskosten einer Anlage ausmachen.²) Der Rest der Kosten entfällt auf den Betrieb und den Unterhalt. Wird also neben der Optimierung des Arbeitsumfeldes auch eine Verminderung der gesamten Kosten angestrebt, so muss die Senkung der Unterhaltskosten in den Fokus gerückt werden. Die Weichen für eine optimierte Kostenstruktur müssen dabei bereits in der Planungsphase der Grünanlage gestellt werden.³

In der Realität stehen aber kaum Basisdaten und Informationen über den gesamten Lebenszyklus von Grünanlagen zur Verfügung, die fachlich fundiert sind und in der Beratung eingesetzt werden können. Durch die Entwicklung von Produkten, mit deren Hilfe alle Phasen eines Lebenszyklus (etwa GreenCycle) dargestellt werden können, wird es in Zukunft möglich sein, verschiedene Entwürfe bereits in der Planungsphase hinsichtlich der entstehenden Kosten zur Entwicklung und Erhaltung zu vergleichen. Im Ergebnis gibt es Kostentendenzen, mit denen schnell sichtbar wird, welcher Entwurf den höheren Aufwand in der Unterhaltung verursacht. Mit Hilfe solcher Instrumente kann der Planer auch seinen "Favoriten" optimieren, ohne die eigentliche Entwurfsidee zu verändern.4)

Zusammenfassung

Bei all den Problemen, die zu der aktuellen Pflegesituation im Bereich der Außenanlagen beigetragen haben, gibt es Möglichkeiten, die eine bessere Verteilung und Auslastung der Ressourcen zulassen. Dazu gehören der Einsatz guter Führungskräfte, fachlich qualifizierte und mit einer stärkeren Identifizierung ausgestattete Arbeitsteams, bessere auf die Entwicklung und Erhaltung ausgerichtete Anlagenstrukturen und Pflegemethoden sowie ein positives Image der Fachabteilungen. Bei Wettbewerben müssen in Zukunft die eingereichten Entwürfe eine stärkere Bewertung der Folgekosten erhalten, um einen späteren Rückbau oder eine Verwahrlosung der Anlage zu verhindern. Die Basis aller Planungen bilden belastbare Zahlen, die mit Hilfe von digitalen Grünflächenmanagementsystemen in verständlicher Form dargestellt werden. Auf höchster Ebene beschlossene Grünkonzepte oder grüne Leitfäden sichern den langfristigen Mittelzufluss zur Erhaltung bestehender und zum Aufbau neuer Ressourcen, um Grünräume fachlich qualifiziert entwickeln und erhalten zu können und tragen zur Stärkung des Fachamtes bei.

- Intensivpflege mit Mulchen oder Fangen des Mähgutes

- Standardpflege mit sofortigem Abtransport des Mähgutes

- Standardpflege mit Lagerung des Mähgutes im Container zum späteren Abtransport

- Standardpflege mit Mähstreifen (1,5 m) in Wegebereichen sowie einer Minimalpflege der Zentralflächen

Bei der Standardpflege auf Flächen, die mit Großflächenmähern bearbeitet werden, kann das Ausputzen der Randbereiche mit Handmäher sofort oder später erfolgen. Das hängt im Wesentlichen von der Arbeitsorganisation ab.

Pflegestufen/Servicelevel nach FLL-Empfehlungen5)

- Intensivpflege jährlich 20-30x mähen (Service-Level 1)

- Standardpflege jährlich 15-20x mähen (Service-Level 2)

- Minimalpflege jährlich 10-15x mähen (Service-Level 3)


Anmerkungen und Literatur

1) Mitorganisator der deutschlandweiten Baumforen.

2) Handbuch Facility Management, Zehrer H., Sasse E., 2005, Landsberg am Lech.

3) Grünflächenmanagement, Niesel A. (Hrsg), 2006, Stuttgart.

4) Diplomarbeit Folgekosten im Entwurf - Das Planen mit GreenCycle®, Neumann J., TU-Berlin im Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, 10/2010 (unveröffentlicht).

5) Empfehlungen zur Durchführung von Leistungen für das Management von Freianlagen, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL), 2009, Bonn.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2012 .

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