Osnabrücker Baumpflegetage
Förderung der Artenvielfalt
Besonders diskutiert wurden Themen wie die Verwendung von nicht heimischen Gehölzen, aktuelle Probleme bei der Verkehrssicherheit von Altbäumen sowie praxisnahe Fragen zum Baumschutz auf Baustellen.
"Die Osnabrücker Baumpflegetage sind seit Jahrzehnten ein Treffpunkt, bei dem Wissenschaft und Praxis in einen direkten Austausch treten. Gerade die Verbindung von Fachvorträgen, Workshops und Ausstellung macht die besondere Stärke dieser Veranstaltung aus", betonte Tagungsleiter Prof. Dr. Jürgen Bouillon. Das Veranstaltungskonzept mit Vorträgen, Fachmesse und Workshops wurde wieder begeistert angenommen. "Hier entstehen Kontakte, Kooperationen und Ideen, die weit über die beiden Tage hinauswirken", so Bouillon.
Am ersten Veranstaltungstag informierten die Referenten zu ganz aktuellen Themen, darunter beispielsweise Eike Jablonski von der Deutschen Dendrologische Gesellschaft. Er stellte die Rot-Eiche als Baum des Jahres 2025 mit seinen Besonderheiten vor. Es wird nach wie vor diskutiert, ob es sich bei der Rot-Eiche um einen invasiven Neophyten handelt, der andere Baumarten aus den ihren natürlichen Habitaten verdrängt. Jablonski informierte ausführlich über die Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten und sprach sich für eine Verwendung an geeigneten Standorten aus.
Dr. Jürgen Schmidl, bioform etomology institute Nürnberg, hingegen kritisierte eine Verwendung nichtheimischer Arten scharf. Beispielsweise Rot-Eichen stellen eine Bedrohung für die biologische Vielfalt in Wald- und Gehölzökologien dar. Der europäische Evolutionsraum biete ausreichend Baumarten, um klimawandelbedingten Problemen von Stadtbäumen zu begegnen, so Schmidl. Dr. Vincent Fehr, Inhaber der Zukunftsgärtnerei Florafutura, referierte über klimabedingte Veränderungen von Vegetationszonen und über das Konzept der "Novel Ecosystems". Fehr sprach sich für einen Perspektivwechsel im Umgang mit nicht heimischen Arten sowie einer Abkehr von rückwärtsgewandter Restaurationslogik zugunsten eines proaktiven Umgangs mit den ökologischen Realitäten aus.
Am zweiten Tag stand die Praxis im Vordergrund: In sechs Workshops ging es unter anderem um kalkverträgliche Zukunftsbäume, artenschutzgerechte Pflege, das Management von Ökotorsi oder Baumschutz in der Baupraxis. "Die Workshops ermöglichen einen intensiven Dialog, in dem Erfahrungen direkt ausgetauscht und neue Lösungsansätze entwickelt werden können", so Bouillon. Ein weiterer Programmpunkt war die Durchführung der Baumpflanz-Challenge im Rahmen der Tagung. Direkt neben der sogenannten Blitzeiche, die bereits abgestorben ist, pflanzten Prof. Dr. Jürgen Bouillon und Pia Rode von der Professional School einen jungen Heister der Pyrenäen-Eiche.
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