Die Anlage im repräsentativen Zustand zu halten, darf nicht dem Kostendruck weichen

Pflegeerfordernisse in historischen Gärten

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Blick in das Gartenparterre am Marmorpalais im Neuen Garten in Potsdam. Foto: Christian Lentz

"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist: Zeit, Zuwendung und Raum".

Dieter Kienast (Schweizer Landschaftsarchitekt)

Ausgehend von der Zielsetzung, die Versorgung mit "grüner Infrastruktur" in der "Stadt der Zukunft" nachhaltig zu sichern, werden Antworten auf Fragen der Unterhaltung und Pflege von Gärten und Parkanlagen immer wichtiger. Auch historische Gärten, einst außerhalb der Stadt geplant und errichtet, sind heute oftmals von Urbanität umschlossen und damit Teil dieser Infrastruktur. Besonders die Pflege der Anlagen wird dadurch vor neue Herausforderungen gestellt, die nicht ausschließlich im gartenbaulichen und landschaftsplanerischen Bereich zu suchen sind.

Neue Herausforderungen

Die Pflege historischer Gärten muss sich mit einem veränderten Bedingungsgefüge auseinandersetzen. Selbst Gartenkunstwerke als Institutionen gärtnerischer und landschaftsplanerischer Kultur, in denen Fachwissen und besondere Verhaltensweisen in traditioneller Regiepflege von Generation zu Generation weitergegeben werden, bleiben von der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung nicht verschont.

Das sensible Aufgabengebiet der gärtnerischen Pflegearbeit wird aktuell häufig von ökonomischen Sachzwängen dominiert. Materielle, technische und vor allem personelle Ressourcen werden begrenzt, die Pflege kommunaler Flächen vielfach pauschalisiert und vereinfacht. Der Einsatz ungelernter Arbeitskräfte wird angestrebt und nicht entsprechend den pflanzlichen und gestalterischen Bedürfnissen gehandelt¹. Zugleich werden öffentliche gärtnerische Anlagen zusehends, ungeachtet ihrer städtebaulichen Bedeutung und ästhetischen Formensprache, als "freier Raum" aufgefasst, der sich mit beliebigen, oft auch unangemessenen Nutzungen füllen lässt.² Der anhaltende Trend der Innenverdichtung der Städte verschärft diese Situation zusätzlich. Immer mehr Platzflächen, Grünanlagen, Stadtgärten, urbane

Übernutzung einer für Ästhetik und Ökologie bedeutsamen Langgraswiese. Foto: Sven Kerschek

Blickachsen müssen regelmäßig freigehalten werden. Hier eine der wichtigsten Sichten im Neuen Garten in Potsdam. Foto: Christian Lentz

Freiräume im Allgemeinen, werden der Bebauung geopfert. Die mit den eingebüßten Flächen verbundenen Nutzungsinteressen werden auf verbleibende gärtnerische Anlagen übertragen. Dadurch wird oft nicht nur die ästhetische Qualität von historischen Gärten in Frage gestellt, auch die gesellschaftliche Wahrnehmung und Wertschätzung für "Grün" im Allgemeinen hat sich verschlechtert.³

Der Focus liegt ganz klar auf den Pflegekosten. Aufgrund der immer knapper werdenden Ressourcen gibt es einen tiefen Wunsch nach Planbarkeit und Kostenkontrolle. In reproduzierbaren Pflegeplänen sollen sowohl Arbeitsgänge (Zeitpunkt, Art, Anzahl), einzusetzende Mittel (Art, Menge) als auch zeitlich vorausschauende Perspektiven zum anfallenden Arbeitsaufwand (Lebenszyklus "Pflanze") allgemeingültig festgelegt werden.

Besonderheiten der Pflege

Die Koordination von Pflegearbeiten steht im Dienst der künstlerischen Aussage. Sie legt Art und Ausmaß des gärtnerischen Handelns fest. Bevor überhaupt der Spaten oder die Axt angesetzt werden darf, hat eine tiefgründige und sachliche Auseinandersetzung mit der Geschichte des Gartens zu erfolgen. Die kontinuierliche gärtnerische Bearbeitung sichert im Anschluss die ursprünglichen Gestaltungsabsichten und bewahrt die ästhetische Qualität der Gartenanlage. Sowohl Einzelpflanzen als auch Pflanzenkompositionen sind dabei entsprechend ihrer artspezifischen Bedürfnisse zu behandeln.

Darüber hinaus ist bei aller wissenschaftlich-technischen Genauigkeit zu bedenken, dass der Gefühlswert der Gärten nicht leiden darf. Neben der erdachten Gestaltung sind auch traditionelle Arbeitsweisen zu erhalten. Dem Einsatz von Maschinentechnik werden daher Grenzen gesetzt. Dem Besucher eine gleichbleibend hochwertige und authentische Gestaltung zu präsentieren, kann nur gelingen, wenn der menschliche Dialog mit der Natur in den Gärten spürbar bleibt.4

Die Arbeitsweise ist daher nicht durch streng reglementierte Planwerke und Vorgaben kategorisierbar. Alle dahingehenden Versuche, die notwendige Pflege in ein wiederholbares Schema zu bringen, gefährden den Erhaltungszustand des Gartendenkmals. Die negativen Folgen einer solchen Handhabung sind in der kommunalen Grünflächenpflege ablesbar.5

Von Hand ausgeführter Heckenschnitt. Foto: Sven Kerschek

Mutterpflanzenquartier zur Eigenproduktion des benötigten Pflanzenmaterials. Foto: Sven Kerschek

In klassischer Regiepflege werden die anstehenden Aufgaben tagesaktuell und flexibel an die Mitarbeiter vergeben. Ein Handlungsbedarf ist stets mit konkreten, definierten Ereignissen verbunden. Diese können bedingt sein durch:

  • Art, Alter und Struktur der Pflanzung (zum Beispiel Nährstoffarmut des Bodens, Aufkommen von unerwünschtem Wildwuchs, Vergreisung, Wachstumsdepressionen oder auch Wachstum, das den Gestaltungszielen der Pflanzung widerspricht),
  • Klima und Witterung (Zum Beispiel fehlende oder übermäßige Niederschläge, Stürme, Frost, etc.),
  • Nutzung (zum Beispiel Beschädigungen, erhöhtes Abfallaufkommen),
  • äußere Einflüsse (zum Beispiel Schädlingsbefall, Pilzerkrankungen, Wildverbiss) sowie
  • spezifische Eigenschaften der Einzelpflanzen (zum Beispiel Wuchsbild, Austrieb, Laubfall, Rindenablösung).

Insgesamt ist festzuhalten, dass die gärtnerischen Arbeiten nicht routinemäßig durchführbar sind. Alle Pflegearbeiten ergeben sich aus dem Ziel, die Anlage stets in einem repräsentativen und hochwertigen Zustand zu erhalten. Das impliziert eine notwendige Flexibilität im Reagieren auf unvorhergesehene Ereignisse, die im historischen Garten zwischen 20 und 50 Prozent des Arbeitsablaufs bestimmen können. Geleistet werden kann das nur, wenn ein dauerhaft vorhandener Personalbestand, Handlungsbedarf erkennt und gezielt und ohne Zeitverlust daraus Maßnahmen ableitet. Erst die Dokumentation wiederkehrender Pflegearbeiten und die Erfahrung im Umgang mit einzelnen Pflegeeinheiten ermöglicht es, rückblickend Pflegenotwendigkeiten grob zeitlich einzuordnen. Dadurch entstehen Orientierungswerte, die in der Arbeitsplanung hilfreich sein können.

Management und Controlling

Die Besonderheiten der Arbeitsweise in historischen Gärten mit den veränderten Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren zu vereinbaren, erfordert ein Managementkonzept, das sowohl nach innen gerichtete Notwendigkeiten (Anpassungen des Arbeitsprozesses, gestalterische Entwicklungstendenzen der Anlage, einzusetzende Ressourcen), als auch nach außen wirkende Voraussetzungen (Umfeld und Umwelt des Gartens) angemessen berücksichtigt.

Nach innen gerichtete Erfordernisse

Veränderungen der Raumgestaltung und Änderungen der Bepflanzungs-struktur

Umbaumaßnahmen sowie der Austausch von pflegeintensiven Pflanzen und Pflanzenkombinationen gegen solche, die extensiv gepflegt werden können, erscheinen schnell als ein einfach zu realisierendes Mittel, um den langfristigen Pflegeaufwand zu senken und Pflegekosten einzusparen. Denkbar wäre neben einer Reduzierung von Beetflächen, die Verwendung von pflegeleichten und robusten Pflanzen aktueller Sortimente. Darüber hinaus könnten Flächenpflanzungen und große Pflanzabstände eine Pflege auch durch ungelernte Arbeitskräfte ermöglichen.

Hochstämmige Fuchsia-Hybriden als Rosenersatz. Foto: Christian Lentz

Eine derartige "Überarbeitung" der Gestaltung läuft allerdings konträr zum Pflege- und Organisationsziel des Erhalts internationaler Gartenkultur durch ein hohes Maß an geschichtlicher Authentizität und gärtnerischer Qualität. Das Anpflanzen vermeintlich besser geeigneter Arten oder moderner Sorten kann sowohl Veränderungen auf die räumliche Komposition nach sich ziehen, als auch die Stimmung und den Charakter des Gartenbereiches vom ursprünglichen Zustand abweichen lassen und ihn verfälschen. Möglichkeiten einer veränderten Raumgestaltung sowie Bepflanzungsstruktur sind daher zwingend auf ihre Vereinbarkeit mit den Denkmalzielen zu prüfen.

Als gelungenes Beispiel für einen solchen denkmalpflegerischen Kompromiss, ist die Auswechslung von hochstämmigen Rosen zu Fuchsia-Hybriden in einem Teilbereich des Parterres am Marmorpalais im Neuen Garten in Potsdam zu nennen. Mit dieser Maßnahme konnte auf eine verträgliche Art und Weise auf veränderte Wachstumsbedingungen reagiert werden.

Optimierung von Arbeitsabläufen

Die praktizierte Arbeitsweise in historischen Gärten hat stets ein ästhetisch hochwertiges Arbeitsergebnis als Ziel. Um dies erreichen zu können, werden die speziellen Bedürfnisse des Bestands in die tägliche Bearbeitung der Pflegeeinheiten einbezogen und alle Pflegearbeiten auf die im Garten ablaufenden Entwicklungsprozesse ausgerichtet. Auch bei Eintreffen unvorhergesehener Arbeitserschwernisse kann dadurch der Arbeitsaufwand zielgerichtet verteilt werden. Dies gelingt insbesondere durch:

  • Zuordnung einzelner Pflegeeinheiten an verantwortliche Mitarbeiter (zum Beispiel Unterhaltung der Rasenflächen),
  • Erkennen von aktuellen Pflegeerfordernissen durch:
    • Überwachung und Auswertung von Wetter- und Klimaentwicklungen,
    • Durchführung regelmäßiger Bestandskontrollen (Monitoring),
    • Einbindung aller Arbeiten in ein Kreislaufsystem.

Das sinnvolle Zusammenbringen von Pflegearbeiten schafft wünschenswerte Synergieeffekte und hilft bei der Verkürzung von Rüst- und Wegezeiten.

Leistungsausschöpfung (Motivation) und Qualifikation des Personals

Das Vorhandensein von qualifiziertem Personal in ausreichender Zahl ist die Grundvoraussetzung für ein angemessenes Erscheinungsbild des Gartens. Die zu leistenden Pflegearbeiten sind Spezialaufgaben, die neben Kontinuität, fachliche Qualifikation und besondere Arbeitstechniken voraussetzen. Weder Gartengestaltung noch Bepflanzungsstruktur können wesentlich an eine Pflege durch ungelernte Kräfte angepasst werden. Eine Vergabe
von weiteren Pflegetätigkeiten bietet ebenfalls keine Alternative. Untersuchungen konnten klar nachweisen, dass ein
pauschales Outsourcing wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Vielmehr führt ein ausgewogener Mix aus Fremdvergabe und Eigenleistung zur kostengünstigsten Bewirtschaftung.6 Zudem würde durch den Einsatz von nicht ständig vor Ort präsenten Arbeitskräften das notwendige Reaktionsvermögen auf unvorhergesehene Ereignisse verloren gehen. Um Arbeitszufriedenheit und gleichsam Leistungsbereitschaft bei den Mitarbeitern zu erreichen, bedarf es folgender innerbetrieblicher Rahmenbedingungen:

  • transparente Betriebspolitik,
  • effektive Arbeitsorganisation,
  • zufriedenstellendes Führungsverhalten des unmittelbaren Vorgesetzten,
  • regelkonforme Arbeitsbedingungen,
  • angemessene Entlohnung.

Werden diese Grundbedingungen nicht erfüllt, ist es schwer, das gewünschte Fachpersonal zu finden oder dieses langfristig im Betrieb zu halten. Zur individuell besseren Ausschöpfung der Arbeitsleistung sind, zusätzlich zu den
genannten Grundbedingungen, weitere positive und motivierende Voraussetzungen zu schaffen.
Motivation erfordert Akzeptanz. Pflegeziele und Entwicklungstendenzen müssen den Akteuren der Pflegearbeiten nachvollziehbar und deutlich dargelegt werden. Sind wissenschaftliche Erkenntnisse der historischen Entwicklung der Anlage den Gärtnern unverständlich oder fühlen sich die Mitarbeiter übergangen, wächst die Neigung, Empfehlungen und Anweisungen zu ignorieren.

Blumengarten an der Orangerie im Neuen Garten in Potsdam. Foto: Christian Lentz

Technische Innovationen

Zur ressourcenschonenderen Sicherung des Pflegeziels ist auch der Einsatz moderner Methoden und Maßnahmen der Pflanz- und Pflegetechnik zur prüfen. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Ressourcen durch demographischen Wandel (Altersstruktur der Beschäftigten und Fachkräftemangel), Energieproblematik und Arbeitsschutz (Anwenderschutz im Pflanzenschutz), soll die Produktivität der menschlichen Arbeitskraft durch die Technisierung im Garten- und Landschaftsbau gesteigert werden. Dabei ist zu beachten, dass alle technischen Vorschläge auf ihre Verhältnismäßigkeit zu prüfen sind. Eine rücksichtslos maschinengerecht und pflegeleicht organisierte Unterhaltung führt zu Gesichts- und Geschichtslosigkeit der Gartenanlage. Die pauschale Technisierung des historischen Gartens kann daher nicht das Mittel der Wahl sein.
Der begründete Einsatz technischer Innovationen und Arbeitsmethoden ist daher immer genauestens abzuwägen. Mögliche Vorteile und Arbeitserleichterungen dürfen weder die festgelegten Pflegeziele verletzen noch auf Kosten der historischen Substanz gehen. Örtliche Gegebenheiten und Begrenzungsfaktoren sind immer zwingend zu berücksichtigen.

Nach außen gerichtete Maßnahmen

Um den Erhalt historischer Gärten auch in Zukunft sichern zu können, sind in einem Managementkonzept neben Aspekten der nach innen gerichteten Optimierung äußere Gegebenheiten, wie etwa die gesellschaftliche Wahrnehmung und der Umgang mit Nutzungsschäden zu diskutieren. Mögliche Ansatzpunkte für einen
gesellschaftlichen Konsens können sein:

Führen eines fachübergreifenden undsachlichen Dialogs zum Gesamtwohl des Gartendenkmals

Der gegenwärtige Kostendruck unterstützt die Neigung, der Natur das Feld zu überlassen. Unterlassene oder heruntergefahrene Pflegemaßnahmen erwecken den trügerischen Anschein, Geld und Mühe auf erträgliche Art und Weise reduzieren zu können. Das Führen eines fachübergreifenden und sachlichen Dialogs zum Gesamtwohl des Gartendenkmals wird nicht nur aus diesem Grund immer wichtiger. Viele versteckte Qualitäten des historischen Gartens sind nicht besonders publikumswirksam. Auf diese gezielt hinzuweisen und mit entsprechenden Pflegearbeiten zu würdigen, ist eine der Hauptaufgaben. Ansätze, die notwendigen Pflegearbeiten in ein starres und scheinbar wiederholbares Schema zu bringen, sind daher sehr kritisch zu hinterfragen. Zu diesem Zweck ist bei Entscheidungsträgern der Mittelvergabe, ein Problembewusstsein für die besonderen Bedürfnisse
der Pflege historischer Anlagen zu schafften. Besonders politischen Gremien ist dabei vor Augen zu führen, welche Folgen Budgetkürzungen oder das Zerschlagen gewachsener Organisationsformen auf den Fortbestand der Gartenkunstwerke haben können.

Selbstinszenierung durch hochwertige Parkpflege als Teil der Außendarstellung

Es ist kein Geheimnis, dass Sachmittel und Personalstellen nicht allein nach sachlichen Kriterien vergeben werden. Entscheidungen über Prioritäten der zu vergebenden Mittel hängen auch von positiver Berichterstattung in den örtlichen Medien ab. Die herausragende Gartenpflege muss zudem von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Durch gezielte Aktionen und Veranstaltungsreihen kann die gärtnerische Arbeit in den Mittelpunkt gerückt und in deren Folge auch mehr gesellschaftliche Würdigung erreicht werden.

Bewusstsein für Pflegearbeiten imBerufsstand der Garten- und Landschaftsbauer und Planer verstärken

Im Berufsstand der „grünen Branche“ liegen die Prioritäten noch immer mehrheitlich auf Neugestaltungen oder
grundlegenden Überarbeitungen von Grünanlagen. Auf Messen und Ausstellungen aber auch in Lehrplänen von Berufsund Hochschulen kommen die Pflegeverantwortung und der nachhaltige Erhalt von Gärten und Parks nach wie vor zu kurz. Die Gesamtverantwortung für Erhalt und Entwicklung historischer Gärten ist von den zuständigen Verwaltungen stärker herauszustellen. Spezielle Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote für Gärtner in der Pflege historischer Gärten könnten hier die notwendigen Sonderqualifikationen
liefern. Historische Gärten sind lebendige Kunstwerke. Ihre Gestaltungselemente und Pflegeeinheiten sind nicht mit denen des urbanen „Standard-Grüns“ zu vergleichen. Durch höhere Belastungen und Besucherfrequenzen sowie einer begrenzten Ressourcenverfügbarkeit befinden sie sich heute in einem veränderten Bedingungsgefüge. Dessen ungeachtet bleibt das Bewahren und Weiterentwickeln dieser Kunstwerke die Hauptaufgabe allen Handelns. Die Arbeitsweise im historischen Garten stellt daher den Spagat zwischen aktuellen Entwicklungstendenzen und einer Gestaltung dar, die weder dem gegenwärtigen Zeitgeschmack unterworfen noch bedarfsgerecht und kostengünstig umgestaltet werden darf und kann. Dass mit historischen Gärten nicht „beliebig“ umzugehen ist, lehrt die Geschichte.
Leichtfertige, unüberlegte und sachfremde „Pflege“ oder Anpassungen an neue Nutzungsinteressen haben in vielen Gärten wertvolle Originalsubstanz verloren gehen lassen. Gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungsprozesse sind daher zum Wohle des Gartendenkmals gewissenhaft zu verfolgen. Aktuell ist der Fortbestand historischer Gärten, so wie sie sich derzeit präsentieren, aus verschiedenen hier dargelegten Gründen mit Fragezeichen zu versehen. Handlungsbedarf besteht vor allem im Bereich der Personalpolitik (Aus-, Fort- und Weiterbildung), der Finanzierung, der Bereitstellung von Pflegeinstrumenten sowie der gesellschaftlichen und politischen Akzeptanz.

ANMERKUNGEN

1) Schulte, Andreas. (2009): Park im Wandel – Pflanzenverwendung im öffentlichen Grün am Beispiel Rheinpark Köln. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim, Veitshöchheim.
2) Köhler, Marcus. (2008): Garten ist kein Frei-Raum. Stadt+Grün 57, 1, S. 40–41.
3) Schoelkopf, Petra. (2010): Schönheit von Gärten im Sinne des Menschen. Pflegemanagement für historische und zeitgenössische Parks. Stadt + Grün. 59, 3, S. 43–47.
4) Seiler, Michael. (2001): Epilog – Die Entwicklung zum Weltkulturerbe und dessen Zukunft. IN: Generaldirektion der
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Nichts gedeiht ohne Pflege. Druck- und Verlagsgesellschaft Rudolf Otto mbH, Potsdam, S. 339–345.
5) Kellner, Ursula. (2012): Das öffentliche Grün, ein Pflegefall? anthos 50, 1, S.10–15.
6) Rhode, Michael [Hrsg.]. (2008): Pflege historischer Gärten. Edition Leipzig Seemann Henschel GmbH & Co. KG, Leipzig.

Christian Lentz

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 09/2013 .

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