Platzgestaltung
Vom Wettbewerb zur Wiedergeburt der Piazza Manno

Alles begann im Jahr 2020, als die Stadt einen Gestaltungswettbewerb auslobte, um eine der wichtigsten Plätze der Stadt – zugleich das Eingangstor zur Altstadt – zu transformieren und aufzuwerten. Ziel war es, den Bürgern einen öffentlichen Raum zurückzugeben, der seine Identität verloren hatte.
Das Siegerprojekt, entwickelt vom Büro abp architetti – gegründet in Florenz von Alberto Becherini, Piera Bongiorni und Andrea Borghi – wurde von der Jury ausgewählt, weil es einen attraktiven, fußgängerfreundlichen öffentlichen Raum definierte, der nicht nur formal, sondern vor allem funktional und sozial neu gedacht wurde.
Drei zentrale Probleme beeinflussten die Entwurfsentscheidungen: die fehlende Definition des Raums, der schlechte Zustand der Pflasterung und der Fahrzeugverkehr. Das Areal bestand ursprünglich aus einer großen, fragmentierten und verfallenen Pflasterfläche, die durch die Zufahrtsstraße zur Altstadt in zwei Teile geteilt wurde: auf der einen Seite das ehemalige Gefängnis ohne Funktion, auf der anderen Seite eine Mittelschule und einige Geschäfte.
Die Planer setzten daher auf einen Dialog mit dem Umfeld, entwickelten eine neue Raumkonfiguration, die die Ränder miteinander verbindet und öffentliche Gebäude sowie architektonische Elemente aufwertet. So entstand ein neues, einfaches und geometrisch strenges Design, geprägt durch Granitbänder, die die Basaltfläche strukturieren und einen durchgängigen Bezug zu den angrenzenden Gebäuden herstellen.
"Die heutige Nutzung der Piazza als Veranstaltungsort" – erzählen die Architekten – "beweist den Erfolg des Eingriffs und zeigt die neue Rolle des Platzes im städtischen Kontext: ein flexibler und attraktiver Raum, der Begegnungen und soziale Momente in vielfältiger Form ermöglicht – im Alltag wie zu besonderen Anlässen."
Die Gestaltung der Pflasterung integriert runde Pflanzbeete für die bestehenden Bäume. Zwei davon sind mit kreisförmigen Sitzbänken aus Granitblöcken umrandet. Ergänzt werden sie durch halbkreisförmige Holzsitze, die zusammen mit den Granitbänken hochwertige Aufenthaltsbereiche schaffen und im Sommer schattige Orte der Begegnung bieten.
Beim Aushub stießen die Bauarbeiten auf archäologische Funde, was Änderungen am Projekt notwendig machte. Diese führten zur Anlage einer großzügigen Grünfläche entlang der Mauer des ehemaligen Gefängnisses. Dadurch wurde die versickerungsfähige Fläche erheblich erweitert und die Rolle des alten Gefängnisses als architektonische Kulisse an der Ostseite des Platzes betont.
Diese notwendige Änderung hat das Projekt ökologisch aufgewertet: Die Begrünung trägt zur Reduktion städtischer Hitzeinseln bei und unterstützt die nachhaltige Wiederbelebung des urbanen Raums.












