Kommentar

Poetische Räume und neue Narrative

Lucas Hövelmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter FB Landschaftsarchitektur Freiraumplanung, Technische Universität Berlin und Mitgründer des Büros für Visualisierungen Studio Maurermeier. Foto: Jacek Ruta

Einige der bestimmenden Themen der nächsten Jahrzehnte - nicht nur die der Freiraumplanung, sondern der Gesellschaft - sind schnell Umrissen: Artensterben, ausgedehnte Extremwetterereignisse und weitere Folgen des menschengemachten Klimawandels, sowie der verschwenderische Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Der Mensch stellt sich dabei in das Zentrum dieser Entwicklungen und benennt, ganz selbstbewusst, ein geologisches Zeitalter nach sich - das Anthropozän. Diese Selbsteinordnung als Schuldeingeständnis ist erstmal berechtigt, lässt jedoch auch den fatalen Rückschluss zu, dass sich mögliche Antworten darauf, in Form von Lösungsstrategien, ebenfalls nur aus der technisch-kulturellen Feder des Verursachers entwickeln lassen. Die über Jahrhunderte entwickelte, klare Abgrenzung zwischen den Fronten des Kulturellen und denen des Natürlichen bildet dabei einen der größten Fallstricke.

Doch welche Schlüsse können wir für die Freiraumplanung aus dieser Einordnung ziehen und welche Grundvoraussetzungen braucht eine "andere" Herangehensweise?

Andere Formen des Zusammenlebens, des Produzierens und Konsumierens als Zielvorstellung erfordern einen anderen Umgang mit Raum, eine andere Ästhetik und ein anderes Entwerfen, das neben dem menschlichen auch nicht-menschliche Akteure in den Fokus nimmt, kulturelle Praktiken in Frage stellt und natürliche mit kulturellen Prozessen überblendet.

Anders zu entwerfen heißt demnach auch mehr zu wagen und Neues auszuprobieren, damit die Freiräume in städtischen und ländlichen Situationen diesen Anforderungen gerecht werden können. Die Kompetenz, komplexe Gesamtzusammenhänge zu abstrahieren, zu analysieren, zu verräumlichen und in visionäre, poetische und verknüpfte Räume mit eigener Identität zu gießen, befähigt Entwerfer*nnen entscheidende Treiber dieser Transformation zu werden.

Die Pandemie hat die Bedeutung von öffentlichen Freiräumen hervorgehoben, zeigt aber auch ein mangelndes Verständnis für das Verhältnis und das Zusammenwirken von kulturellen und natürlichen Prozessen. Neue Narrative helfen die Abgrenzung zu durchbrechen und ein intimeres Verhältnis aufzubauen. Freiraumgestaltende können diese Narrative mit anderen Entwurfs- und Gestaltungsansätzen erzählen - als andere Geschichten.

Lucas Hövelmann

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 01/2022 .

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