Pflasterklinker

Positive Ökobilanz, robust und langlebig

Pflasterklinker bieten mit ihrer Vielfalt an Formaten, Formen, Farben und Verlegemustern nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten für Außenflächen im öffentlichen und privaten Bereich. Foto: Arbeitsgemeinschaft Pflasterklinker e. V., Heike Skamper

Heutzutage spielen zahlreiche Faktoren aus dem Klima- und Umweltschutz eine essenzielle Rolle bei der Entscheidung für ein Baumaterial. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei der Rohstoffgewinnung, Energieeffizienz und möglichst geringe CO2-Emissionen in Produktion und Transport, Schadstoffarmut, Langlebigkeit und die Möglichkeit zur Wiederverwendung oder Recycling am Ende des Lebenszyklus haben Einfluss auf die ökologische Produktbewertung eines Baustoffs. Ein seit Jahrtausenden bewährtes Baumaterial für hochwertige Bodenbefestigungen ist der Pflasterklinker.

Nachhaltiger Baustoff

Pflasterklinker werden aus heimischem Ton ohne Zusatz von Chemikalien gebrannt. Die Tongruben befinden sich meist in der Nähe der Produktionsstätten, so dass lange Transportwege entfallen. Tongruben werden rekultiviert, bieten Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum und tragen zur Biodiversität bei. Häufig werden sie zudem zu beliebten Naherholungsgebieten umgestaltet. Natürlich wird für das Brennen und Trocknen von Pflasterklinkern Energie benötigt. Aber mit der Investition in innovative Öfen und Verfahren konnten die Pflasterklinkerhersteller Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei der Produktion gegenüber den vergangenen Jahrzehnten deutlich senken.

Auch die Nutzung regenerativer Energien und moderner Technologien zur Wärme- und Wasserrückgewinnung tragen zur positiven Ökobilanz des nachhaltigen Naturproduktes Pflasterklinker bei. Ein wesentlicher Aspekt für die ökologische Bewertung von Pflasterklinkern ist ihre Langlebigkeit. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der farb- und lichtechten Klinker liegt bei mehr als 100 Jahren. Durch ihre dicht gebrannte keramische Oberfläche sind sie überdurchschnittlich widerstandsfähig und unempfindlich gegen Verschmutzung, Abrieb, Temperaturschwankungen, Frost, Schnee, Salze, Säuren, Fette und UV-Einstrahlung. Sind Pflasterklinkerflächen in der Regelbauweise verlegt, also in einem flexiblen, ungebundenen Splitbett, können sie einzeln entnommen werden. Verschmutzte oder defekte Klinker lassen sich leicht reinigen, austauschen oder auch einfach umdrehen.

Versickerungsfähige und lärmarme Bauweisen

Eine versickerungsfähige Verlegung von Pflasterklinker wirkt der Versiegelung von Flächen entgegen. Regenwasser kann in den Grund abfließen und trägt zur Grundwasserbildung bei. Mit speziellen lärmarmen Bauweisen lässt sich zudem die Lärmbelastung im Straßenverkehr verringern.

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft spielt die Frage eine zentrale Rolle, was mit dem Baustoff am Ende seiner Nutzungsdauer geschieht. Nur wenige Bauprodukte erlauben eine echte Wiederverwendung. Pflasterklinker gehören dazu. Denn die Tonziegel altern in Würde und erhalten mit den Jahren eine charmante Patina, die bei Kennern beliebt ist. Gebrauchte Pflasterklinker sind wegen ihrer individuellen Optik ein gefragtes Baumaterial. Auch für Bauvorhaben im historischen Umfeld und im Denkmalschutz kommen alte Pflasterklinker zum Einsatz.

Ist keine Wiederverwendung mehr möglich, sind die sortenrein rückbaubaren Ziegel ein gesuchter Wertstoff für technische Gesteinskörnungen im Straßen-, Wege- und Sportplatzbau oder für Vegetationssubstrat. Bei der Ziegelproduktion entstehender Brennbruch ist kein Abfall, sondern wird ebenfalls recycelt. Als weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung können Ziegelbruch oder Baustellenaushub je nach Art des Tonvorkommens und der Produktion bis zu 30 Masseprozent der Rohstoffe für die Produktion neuer Ziegel substituieren.

Alte Tonziegel sind ein gesuchter Wertstoff zur Herstellung technischer Gesteinskörnungen im Straßen-, Wege- und Sportplatzbau oder für Vegetationssubstrate. Foto: ZinCo GmbH


Rezyklierte Gesteinskörnungen

Weiteres Potenzial steckt in der Verwendung rezyklierter Gesteinskörnung für ressourcenschonenden Beton, sogenanntem R-Beton. Kies oder gebrochenes Primärgestein werden hier durch eine aufbereitete RC-Gesteinskörnung ersetzt. Diese kann, abhängig von Anwendungsbereich und Liefertyp, zwei bis zehn Volumenprozent an aufbereitetem Ziegelbruch enthalten. R-Beton verhält sich in der Nutzungsphase wie konventioneller Beton - ohne Abstriche an den technischen Eigenschaften. Die Anwendung in der Schweiz zeigt, dass man mit R-Beton 90 Prozent des für den Hausbau verwendeten Betons substituieren kann.

Weitere Informationen und die kostenlose Broschüre "Technische Informationen Klinkerpflaster" gibt es unter www.pflasterklinker.de.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 04/2021 .

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