Residenzschloss Mergentheim

Zur Erinnerung an Mörike zum 150. Todestag

Im Juni 2025 jährte sich der Todestag Eduard Mörikes zum 150. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums erinnern die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg an den Dichter und Schriftsteller.
Schlösser Parks und Gärten
Der 150. Todestag des Eduard Mörike (1804–1875) bildet den Anlass für eine Sonderausstellung und Sonderführungen im Residenzschloss Megentheim.

Seinem Leben und Werk können Besucherinnen und Besucher im Residenzschloss Mergentheim nachspüren. Im Mörike-Kabinett wird die Zeit des Dichters in der Kurstadt lebendig und atmosphärisch in Szene gesetzt: Eine lebensgroße Statue des Dichters steht inmitten eines Biedermeierzimmers und blickt nachdenklich zum Fenster hinaus.

"In diesem Jahr bietet sich eine gute Gelegenheit, Mörike besser kennenzulernen", erklärt Patricia Alberth, Geschäftsführerin der Staatlichen Schlösser und Gärten. Anlässlich des Jubiläums wurde die Führung "Höhepunkte im Schloss" angepasst und setzt nun einen kleinen Fokus auf den Dichter. In der Sommersaison findet sie mehrmals täglich statt.

Mörikes Haushaltsbuch mit Zeichnungen des Lyrikers

"Bei der Einrichtung des Mörike-Kabinetts war es uns wichtig, den Dichter auch in seinem alltäglichen Leben zu zeigen", erläutert Maike Trentin-Meyer, Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten. "Seine Zeit in Mergentheim ist mit einer Vielzahl an Objekten dokumentiert: Darunter Erstausgaben, Erinnerungsstücke und auch die ein oder andere Kuriosität – etwa eine Locke." Das Herzstück ist das "Haushaltungsbuch", das Mörikes Tochter Fanny Hildenbrand 1904 anlässlich des 100. Geburtstags des Dichters der Stadt Bad Mergentheim schenkte. Darin sind seine sparsamen Ausgaben und mäßigen Einnahmen von 1843 bis 1847 festgehalten. Die Zahlen geben interessante Einblicke in das Leben des Dichters – doch der eigentliche Höhepunkt des Buchs sind die Zeichnungen, die zwischen die Zahlenreihen eingestreut sind und Fenster in den Alltag des Autors öffnen: So ist etwa das Schellenhäuschen im Schlosspark detailgetreu festgehalten, ein "W" für Weh auf dem Hinterkopf verweist auf Kopfschmerzen, ein Bild einer gedeckten Tafel vermittelt einen fast vertraulichen Einblick.

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Besonderes Highlight: Das Haushaltsbuch mit Skizzen des Lyrikers. Fotos: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

"Vikarsknechtschaft" und Frühpension

Eduard Mörike wurde 1804 geboren. Sein Studium absolvierte er als Stipendiat des Tübinger Stifts. Damit war sein Werdegang vorgegeben: Aus Mörike sollte ein Pfarrer werden. Nach seinem Examen arbeitete er lange Jahre als Vikar in Dörfern – er selbst bezeichnete die Zeit als "Vikarsknechtschaft". 1834 wurde er Pfarrer. Doch wegen wachsender Unlust und zunehmender Kränklichkeit bat er 1843 um vorzeitige Pensionierung. Im darauffolgenden Jahr zog er nach Mergentheim, wo er bis 1851 lebte. In der aufstrebenden Stadt teilte er sich mit seiner Schwester eine Wohnung am Marktplatz. Hier konnte er sich vollständig seinem Schreiben widmen. Er brachte die vierte Ausgabe seiner Gedichte heraus, wovon etwa 40 in Mergentheim entstanden. Hier verfasste er unter anderem das Versepos "Die Idylle vom Bodensee" und das Konzept für "Mozarts Reise nach Prag". Mergentheim bildete jedoch nicht nur eine produktive Phase seines Werks. Mörike lernte dort Margarethe Speeth kennen, die er 1851 in der Schlosskirche heiratete.

Während Mörike nach seinem Tod zwar als wichtigster Lyriker nach Goethe anerkannt war, wurde er jedoch lange Zeit nur als Vertreter der Biedermeierzeit eingeordnet. Heute werden seine Werke auch als moderne, radikale Weltflucht interpretiert.

Weitere Infos unter www.schloesser-und-gaerten.de

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