Rückblick – Ausblick
25 Jahre das Fürstliche Gartenfest Schloss Fasanerie
von: Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen
Als die inzwischen renommierte Veranstaltung von Moritz Landgraf von Hessen (1926–2013) – verwandt und eng verbunden mit dem britischen Königshaus – ins Leben gerufen wurde, waren die ehemaligen Häuser Hessen der Linien Kassel und Darmstadt bereits unter einem Dach vereint. Doch es gab viele denkmalgeschützte Liegenschaften, die alle erhalten werden mussten, das größte und schönste war und ist das mächtige Barockschloss Fasanerie bei Fulda.
Mit der Etablierung des ersten Gartenfestes im Jahr 2000 sollte der Fokus auf die Denkmale gelegt und die Bevölkerung für die Kulturschätze sensibilisiert werden. Wie ginge das besser als mit einem Fest, bei dem (Schau-)Gärten, Pflanzen und Gartenkunst, aber auch Kulinarisches im Mittelpunkt stehen. Nicht zuletzt werfen Veranstaltungen dieser Art finanzielle Überschüsse ab, die wieder in die Gärten und Parks des Hauses Hessen fließen konnten. Heute kümmert sich die eigene Hessische Hausstiftung um alle Liegenschaften; das Land Hessen und der Denkmalschutz fördern den Erhalt der verschiedenen Parks, Schlösser und Güter, die als Hotel, für die Pferdezucht oder Museen genutzt werden. Als der bodenständige Moritz von Hessen 2013 im Alter von 89 Jahren starb, hatte er ein bereitetes Feld hinterlassen, das noch heute Früchte trägt.
Ab Himmelfahrt feierte das Gartenfest dann sein besonderes Jubiläum ohne spezielles Motto, denn die 25 Jahre waren das Thema selbst. Vier Tage lang – vom 29. Mai bis zum 01. Juni – war das Barockschloss wieder Kulisse für die renommierte Veranstaltung, die trotz Unwetter am Sonntagnachmittag über alle vier Tage hinweg rund 21 900 Besucher:innen anlockte. Etwa 150 Aussteller präsentierten ihre Produkte rund um Garten, Haus und Lifestyle, von seltenen Pflanzen und stilvollen Gartenmöbeln über hochwertige Outdoorküchen und stimmungsvolle Feuerstellen bis hin zu dekorativen Elementen.
SUG-Stellenmarkt


Schaugartenwettbewerb
Im studentischen Schaugartenwettbewerb, der im Dezember des Vorjahres entschieden und dessen Sieger:in und ihr Entwurf am 11. März 2025 vorgestellt wurden, ging der Blick inhaltlich nicht zurück, sondern vor allem nach vorn. Ihr thematischer Schaugarten mit dem Titel "Vom Regenwald in den Garten" war ein gewagtes, auch etwas provokatives Unterfangen, wie die durchaus geteilten Reaktionen der Besucher:innen zeigten, so die beiden Verfasser im Interview. Denn es ging laut Aufgabenstellung darum, wie unsere Gärten im Jahr 2050 – also in 25 Jahren – aussehen könnten. Vivien Keil und Jan Schilling von der Fachhochschule Erfurt platzierten tropische und exotische Pflanzenarten mit trockenheitsresistenten Stauden innerhalb inselartiger Beete im Hofgarten. Ganz bewusst setzten sie für die Hochbeete recycelte Materialien ein, alte Autoreifen, die auf die frühere lokale Tradition ("FULDA-Reifen") Bezug nahmen. Sie wurden mit Rindenmulch und dem exotischen Grün gefüllt. Die Pflanzenauswahl unter anderem mit Hanf-Palmen, Phönix-Palmen, Bananenstauden oder Zierananas-Pflanzen war durchaus plakativ und machte deutlich, wie Gartenplanung unter dem Einfluss des Klimawandels innovativ, nachhaltig und gestalterisch spannend gedacht werden kann. Bei täglich zwei Führungen konnten die angehenden Landschaftsarchitekten den Besucher:innen ihren gebauten Entwurf erklären und Fragen beantworten. Und zur Nachhaltigkeit: Nach dem Gartenfest gingen die Reifen an einen örtlichen Recycling-Entsorger, die großen Pflanzen zurück nach Erfurt (FH) und die Stauden verblieben vor Ort und werden in Rabatten und Schmuckbeete eingepflanzt.
Neben dem Wettbewerbsgarten glänzte auch wieder die sogenannte "Vesica", ein Garten aus losen aufgesetzten Klinkern in Form einer Blüte mit vielen Rosen, Pfingstrosen, Salbei und anderen Stauden. Außerdem sind im Janke-Garten nun alle Kunstwerke abgebaut und die Beete im Küchengarten dürfen ungezügelt durchblühen. Auf den Rasenflächen dazwischen tummelten sich viele Gäste auf Liegen, Bänken und der Einfassungsmauer, genossen die Sonne, ihr Essen und die Getränke des Weinguts Prinz von Hessen, direkt nebenan.
Vortragsprogramm
Unter dem Leitmotiv "Zukunft Garten" widmete sich ein zentrales Programmpaket der Frage, wie sich unsere Gartenlandschaften in den kommenden Jahrzehnten verändern könnten. Zahlreiche Fachvorträge boten den Besucher:innen fundierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Gartenkultur. Abgerundet wurde die Jubiläumsveranstaltung durch ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Acts wie dem Wiener Maskentheater, die das Gartenfest seit vielen Jahren begleiten und für besondere Stimmung sorgen. Die nächsten Fürstlichen Gartenfeste finden vom 22.–24. August 2025 mit dem "Markt für echte Dinge" auf Schloss Fasanerie und vom 19.–21. September 2025 wieder auf Schloss Wolfsgarten statt, wo die Saison dann endet.
Thomas Herrgen


