Schädlinge
Wie Eichen ihre Fressfeinde austricksen

Die Verzögerung führt dazu, dass die frisch geschlüpften Raupen keine Nahrung finden, da die Blätter noch in den Knospen verborgen sind. Ein Verzug von nur drei Tagen reicht aus, um die Überlebensrate der Insekten massiv zu senken und den Fraßschaden am Baum um beeindruckende 55 Prozent zu reduzieren.
Laut den Forschenden der Universität Würzburg ist diese Methode für die Eiche effektiver und energiesparender als eine chemische Abwehr durch Gerbstoffe. Die Entdeckung zeigt, dass Bäume beim Austrieb nicht nur passiv auf das Wetter reagieren, sondern auch aktiv auf biologische Gefahren. Nachgewiesen wurde dieses Verhalten durch die Auswertung von Radarsatelliten-Daten, die über fünf Jahre ein 2.400 Quadratkilometer großes Waldgebiet in Unterfranken überwachten.
Die Studie macht deutlich, dass Bäume in einem evolutionären Spannungsfeld stehen: Während der Klimawandel einen früheren Austrieb begünstigt, zwingt der Insektenfraß sie zum Abwarten. Da die Verzögerung nur nach einem tatsächlichen Befall erfolgt, können sich die Insekten kaum daran anpassen.
mk/Uni Würzburg/KI









