Gartenfest

Spätsommerflair und Schaugärten im Park von Schloss Wolfsgarten

Das Vortragsprogramm fand im Freien statt. Am Teehaus referierte Susan Seidel über die Sortenvielfalt von Lavendel. Foto: Thomas Herrgen

Zwei Jahre nach der Corona bedingten Zwangspause konnte "Das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten" in Langen bei Frankfurt am Main endlich wieder stattfinden. Vom 17. bis 19. September 2021 öffnete der Schlosspark zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder für die Öffentlichkeit. Voraussetzung war eine Online-Ticketbuchung im Vorfeld mit Registrierung der persönlichen Daten und ein Hygienekonzept. Unter diesen Bedingungen besuchten insgesamt 19 300 Gäste das beliebte Gartenfestival, fast genauso viele wie früher. Organisatoren und Aussteller zeigten sich gleichermaßen zufrieden.

Friedensbäume aus Hiroshima

Am Eröffnungstag pflanzte Donatus Landgraf von Hessen zusammen mit Langens Bürgermeister Prof. Dr. Jan Werner und seinem Vorgänger Frieder Gebhardt im Park von Schloss Wolfsgarten zwei Ginkgo Bäume. Die Samen der Ginkgos stammten aus Hiroshima und waren im Rahmen des Mayors-for-Peace-Projektes von der Stadt Langen an den Landgrafen übergeben worden. Sie keimten im Schloss, wurden aufgezogen und haben nun als junge Bäumchen im Park ihren Platz gefunden.

Auch ohne Motto durch die Zeit

Obwohl das Gartenfest wegen der relativ kurzfristigen Planung und Realisierung kein Motto oder Thema hatte, überlegten sich viele Aussteller eigene, sehr individuelle Kreationen mit Topfpflanzen, Accessoires und Schnittblumen. Die Bad Homburger Baumschulen (www.baumschule-peselmann.de) hatten beispielsweise verschiedenfarbige Gartensitze aufgestellt, um die herum sich passend blühende Sträucher und Pflanzen gesellten. Bei "Schnittzeiten" aus Wuppertal (www.schnittzeiten.de), die Gartenscheren aller Art vertreiben, spielten neben Buchsbaum und Deko Elementen zahlreiche blühende Artischocken die Hauptrolle am Stand, Besuch von Bienen und Schmetterlingen inbegriffen.

Grüner Stand der Bad Homburger Baumschulen. Foto: Thomas Herrgen

Schaugärten mit eigener Note

Die Garten- und Landschaftsbau Firma Roßkopf (www.rosskopf.net) aus Frankfurt am Main, seit Jahren regelmäßiger Teilnehmer mit angestammtem Platz unter einer Buche, entwarf diesmal einen "Garten als Teil des Parks". Mehrere wassergebundene Wege zogen die Besucher*innen ins Innere, wo sie blühende Beete mit Hortensien und Stauden im Licht der Sonne vorfanden. Ein Plätzchen mit Polygonalplatten aus italienischem Gneis, eine Liege und weitere Gartenmöbel rundeten den ansonsten mit Rollrasen als Teppich ausgelegten Schaugarten ab.

Völlig anders die Präsentation des Frankfurter Büros Meister Bockelt und Kollegen (www.meisterbockelt.de). Sie entwickelten einen "Ort zum Verweilen", mit einer demontierbaren Pergola aus Holz und Edelstahlteilen. Sie lässt sich einfach hier ab- und dort wiederaufbauen, auch eine Idee im Sinne der Nachhaltigkeit. Der völlig symmetrische Garten dazu enthielt stehende Glasplatten als Raumteiler, zwei Dreiecke (Wasserbecken und Hochbeet) und eine weinrot-silberne Bepflanzung.

Auch die jährliche Lehrbaustelle wurde noch kurzfristig - ohne den üblichen Gestaltungswettbewerb im Vorfeld - realisiert. Die Auszubildenden der Phillip-Holzmann-Schule bauten von Freitag bis Sonntag einfach einen "alten" Entwurf von 2018, damals zweiter Platz im Wettbewerb, mit halbrundem Wasserbecken, Pergola, Sitzplatz und Bepflanzung, hauptsächlich mit Hortensien. Und im Japanischen Teichgarten, seit 100 Jahren Teil des Parks, konnten Besucher*innen nach einem aufregenden Tag Ruhe und Kontemplation finden.

Fachvorträge - unter freiem Himmel

Das gesamte Vortragsprogramm fand im Zuge des Hygienekonzepts im Freien statt, bei 23 Grad Celsius und Sonne eine sehr willkommene Idee. Als Open-Air-Vortragsraum diente das sogenannte "Maubach-Beet" am Teehaus. Diese traditionelle "English Border" war 2013 von Anja Maubach angelegt worden, damals passend zum Sonderthema "English Gardening". Seither blüht es jedes Jahr pünktlich zum Fürstlichen Gartenfest als farbenprächtiges Staudenbeet. Und in diesem Jahr bot es die Kulisse für die zahlreichen Vorträge, etwa zu den Themen Lavendel, Pflanzen der High Society oder Kamelien-Vermehrung.

Etwa 140 Aussteller aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien und England waren zu Gast. Nach dem gelungenen Re-Start freuen sich die Veranstalter darauf, im nächsten Jahr wieder ein Sonderthema präsentieren zu können. Es lautet voraussichtlich "Bonjour la France", Gartenland Frankreich. Die Tore von Schloss Wolfsgarten öffnen sich dann vom 16. bis 18. September 2022.

Weitere Informationen: www.gartenfest.de

Thomas Herrgen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 11/2021 .

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