Nürnberg

Spielhof Bauerfeindschule mit Bürgerengagement errichtet und erneuert

Neugestaltung des Spielhofs Bauerfeindschule mit einer alten, zu einem Spielgerät umgebauten Rangierlok. Foto: S. H. Spessart Holzgeräte

Die Nürnberger Rangierbahnhof-Siedlung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im Stil einer Gartenstadt. An öffentliche Spielflächen dachten die Stadtplaner damals noch nicht, somit fehlten dort wie in anderen Stadtteilen dafür die Grundstücke. Die dort lebenden Kinder mussten bis 1998 auf den ersten öffentlichen Spielplatz in ihrem Stadtteil warten. Das war der Spielhof an der Bauernfeindschule.

Engagierte Bürger der Eisenbahnersiedlung brachten den Stein ins Rollen, indem sie das von der Stadt Nürnberg angebotene Programm "Aus EINS mach DREI" nutzten. Dazu akquirierten sie etwa 10 000 Euro Spenden und brachten zusätzlich Sachleistungen in gleicher Höhe ein. Die Stadt steuerte dann rund 40 000 Euro bei.

Die Sachspende der handwerklich versierten Eisenbahner war eine alte Lok, die sie mit Hilfe des TÜV-Süd zu einem für diesen Stadtteil authentischen Spielgerät umfunktionierten. Im Jahre 2001 stand eine Belagssanierung des Pausenhofes an. Dabei konnte der Spielhof mit weiteren Angeboten wie zum Beispiel einer Kletterkombination und einem kleinen Karussellwirbel ergänzt werden. Mit der Planung dieses zweiten Bauabschnitts wurde der Landschaftsarchitekt Roland Raab betraut.

Der Bau eines Hortes auf dem Gelände der Bauernfeindschule war dann im Jahre 2018 der Anlass zu einer erneuten Umgestaltung des Geländes. Dabei wurde das Spielangebot dem aktuellen Bedarf angepasst. Zusammen mit dem Jugendamt erarbeiteten die Schüler im Rahmen eines Partizipationsverfahrens einen Gestaltungsvorschlag: Gewünscht wurde ein hohes Gerät mit Klettermöglichkeiten und spannenden Brücken, sowie einer Hangelstrecke. Aber auch Möglichkeiten zum Liegen und Chillen sollten integriert werden.

Die Vorschläge übernahm der Landschaftsarchitekt Werner Geim in seine Planung. Dabei sollte die Lok als Identifikationsmerkmal unverändert bleiben. Der Spielbereich konnte trotz des Neubaus in seiner ursprünglichen Größe erhalten werden. Das ermöglichte, alle gewünschten Funktionen in einer großen Spielkombination umzusetzen und diese in das bestehende Spielangebot zu integrieren.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2020 .

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