KOMMENTAR

Sport, Bewegung und Freiraumplanung

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Dr. Katrin Korth, Inhaberin StadtRaumStrategien

Dipl.-Ing. Maya Kohte, Stellvertretende Leiterin des Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe, Landeshauptstadt Saarbrücken

Sport hat einen festen Platz in unserer Gesellschaft, beim Leistungs- und beim Breitensport. Die vorhandenen Sportanlagen sind stadträumlich betrachtet allerdings oft problematisch: monofunktional, normiert, eingezäunt, vereinsgebunden und selten öffentlich nutzbar. Daneben nimmt der vielfältige, individuelle Freizeitsport einen immer größeren Raum ein, nicht selten mit Konflikten durch das intensive Nebeneinander von Sport und Erholung in manchen Parkanlagen.
Gleichzeitig ersetzen spezifisch ausgerichtete Sporteinheiten nicht die Alltagsbewegung. Diese nimmt bei unserer bewegungsarmen und motorisierten Lebensweise weiter ab - mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Freiräume sind potenzielle Bewegungsräume, die Sportangebote integrieren und zu Bewegung animieren sollten.

Der Park am Gleisdreieck in Berlin oder der Mainuferpark in Frankfurt zeigen, wie es gehen kann. Dennoch geht es auch um die grundsätzliche Frage, wie Menschen und hier insbesondere auch Kinder Bewegung stärker in ihren Lebensalltag integrieren können, wie Freiräume so gestaltet werden, dass wir uns gerne in ihnen aufhalten, uns zu Fuß oder mit dem Rad bewegen und auf das Auto verzichten. Freiräume sind das verbindende Element der Stadt.

Es braucht deshalb neben der Gestaltung einzelner Freiräume zur Bewegungsförderung ein Netz von Grün- und Freiräumen in der Stadt. Freiraumplanung muss selbstverständlicher Baustein der Stadtentwicklung sein und darf nicht nachgeordnet betrachtet werden. Dennoch geraten die städtischen Grün- und Freiräume aktuell stark unter Druck. Sie werden als günstige Verfügungsmasse für weitere bauliche Verdichtungen verstanden, auch weil sie durch den städtischen Besitz schnell verfügbar sind.

Doch gerade angesichts des großen Bedarfs an Wohnungen, Kitas und Schulen müssen ausreichende Bewegungsräume mitgedacht werden. Sowohl für bestehende Quartiere als auch bei neuen baulichen Entwicklungen sind Freiraumstrukturen mit ausreichend großen Bewegungsräumen erforderlich. Dies betrifft Grün- und Sportflächen, Plätze, Wege und auch Straßenräume. Dazu bedarf es einer frühzeitigen und intensiven Kooperation von Freiraum-, Sport-, Verkehrs-, Stadt- und Sozialplanung. Dann kommen wir gemeinsam dem Ziel einer Stadt mit alltäglichen, öffentlichen Bewegungsräumen ein Stück näher.

Katrin Korth, Maya Kohte

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 10/2018 .

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