Staffelwechsel im Schau- und Sichtungsgarten in Weinheim/Bergstr.

Der Hermannshof blüht auf

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Wenn in der grünen Branche von Weinheim die Rede ist, denken alle sofort und unwillkürlich an den "Hermannshof". Der Schau- und Sichtungsgarten an der Bergstraße ist wohl gerade im Frühling am schönsten. Dann blühen nicht nur Tulpen, Narzissen und Krokusse zeitig, auch viele Gehölze wetteifern in Rosa, Blau oder Weiß miteinander um die Gunst der Besucher:innen und Fotograf:innen.
Gartenkunst Grünforschung
Abb. 1: Fast "schüchtern" ragt der Chinesische Flieder (Syringa chinensis) aus der Pflanzung. Doch schon wenig später, im Mai blüht er üppig mit überhängenden Zweigen. Gehölze und ihre Blüte sind neben Stauden, Tulpen, Frühlingsgeophyten und Präriestauden das wichtigste Element im Hermannshof. Foto: Thomas Herrgen

Der langjährige Leiter Prof. Cassian Schmidt hat den Hermannshof zu dem gemacht, was er heute ist: eine Forschungseinrichtung, vor allem in puncto Präriestauden und ein Besuchermagnet im nördlichen Baden, an der Grenze zu Hessen. Seit dessen Ausscheiden 2023 leitet der Nachfolger Sean Carroll inzwischen die Geschicke der renommierten Institution.

Schau- und Sichtungsgärten erforschen und präsentieren Pflanzen, vor allem Stauden, Pflanzbilder und Lebensbereiche für die Praxis. Auch Züchtung und Vermehrung gehören teilweise zum Aufgabengebiet dazu. Planer:innen und Ausführende nutzen dieses geballte Wissen für ihre Arbeit. Analog zu botanischen Gärten sind die meisten Anlagen auch öffentlich zugänglich, wie der Hermannshof, der mit Bänken, Tischen, Kiosk und WC-Anlage, aber auch Samen- und Pflanzenverkauf sehr besucherfreundlich gestaltet ist. Und im Frühling überwältigt seine Blütenpracht.

Zentral in der Stadt

Der Schau- und Sichtungsgarten ist ein weithin bekanntes, etwa 2,3 Hektar großes botanisches Kleinod, mitten in der gut 45.000 Einwohner zählenden Stadt Weinheim an der badischen Bergstraße. Das Weinbauklima am westlichen Fuße des Odenwaldes und am Rand der Rheinebene ist mild, Rebstöcke ziehen sich die Hänge hinauf und in der Stadt blühen Mandelbäumchen, Esskastanien und viele andere wärmeliebende Gehölze und Pflanzen.

Mittendrin liegt der Hermannshof. Im Frühling ist der Garten oder kleine Park vielleicht am schönsten. Die Blüte von Krokussen, Tulpen, Narzissen und anderen Geophyten, deren Anordnung ausgetüftelten Konzepten folgt, sowie viele blühende seltene Gehölze versetzen den Garten in einen wahren Blütenrausch.

Im Hermannshof wird aber auch zu Präriestauden geforscht, die sich im Klimawandel als besonders resiliente und trockenheitsresistente Pflanzen erwiesen haben. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Sichtungsgarten fließen in Arbeitskreise, Veröffentlichungen wie Bücher oder Pflanzlisten im Internet und Vorträge ein, sodass das Wissen auch fortlaufend mit anderen geteilt wird.

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Abb. 2: Der Gartenplan (von 2013) entspricht noch weitestgehend den gegenwärtigen Verhältnissen. Aus dem weitläufigen Park der Villa ist ein botanisches Klein-od geworden, mit vielen differenzierten Bereichen. Die Präriestauden (östl. der Villa) spielen dabei eine besondere Rolle. Abb: Hermannshof, Weinheim
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Abb. 3: Der Präriegarten im Ost-Bereich ist neben den Präriestauden selbst auch von nordamerikanischen und anderen Gehölzen mit einem besonderen Blühaspekt geprägt, hier ein Cornus (Hartriegel). Foto: Thomas Herrgen

Frei zugänglich

Die Art der Gartengestaltung mit Wegen, offenen und dichten Bereichen lädt zu einem ausgeschilderten Rundgang ein. Dazu gibt es auch Bänke, Sitzgruppen mit Tischen und Picknickwiesen. In der Corona-Zeit blieb der Garten – bis auf den ersten Lockdown – immer und kostenfrei geöffnet, mit Ausnahme des Gartenshops und der Sanitäreinrichtungen. Das Hygienekonzept mit Masken, Abstandsregeln sowie einem ausgeschilderten Einbahnwegesystem machten dies möglich und die Menschen nutzten es ausgiebig.

Zeitweise kamen an den Wochenenden mehr als 1000 Besucher:innen pro Tag, deutlich mehr als zuvor. So zeigte sich einmal mehr, dass der Aspekt "Garten und Gesundheit" hochaktuell war und bleibt. Frische Luft, Sonne, Grün, Blüten, Strukturen und Farben, nicht zuletzt Düfte, die im Frühling ganz besonders intensiv und betörend sein können, tragen mit ihrer Erholungswirkung zur physischen und psychischen Gesundheit bei.

Aus Villengrundstück entwickelt

Die Entstehung des Hermannshofes geht auf ein im späten 18. Jahrhundert errichtetes privates Anwesen zurück. Das klassizistische Herrenhaus umgab schon damals ein großer parkartiger Garten mit teilweise altem Baumbestand. Rund 100 Jahre später erwarb Hermann-Ernst Freudenberg (1856–1923) die Villa mit Garten für die gleichnamige Industriellenfamilie, die die Liegenschaft ab 1888 als privates repräsentatives Wohnhaus nutzte.

Die Familie sammelte seltene Gehölze und es entstand eine Art Arboretum, Bäume die zum Teil heute noch existieren und inzwischen zu Baumgiganten herangewachsen sind. Dazu gehören unter anderem ein kalifornischer Bergmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), Atlas-Zedern (Cedrus atlantica), Ginkgo-Bäume (Ginkgo biloba) und im südlichen Randbereich eine Griechische Tanne (Abies cephalonica) von 1890. Die Myrte (Myrtus communis) gegenüber dem Gärtnerhaus wurde 1879 aus einem Zweig des Brautstraußes von Helene Freudenberg gezogen.

Das kälteempfindliche Gehölz gilt mit acht Metern Höhe und Breite als das größte und älteste, frei ausgepflanzte Myrten-Exemplar Deutschlands (Championtree 2017 der DDG), das in einem eigenen Schutzhaus die Winter übersteht.

Benannt nach dem Vornamen des Gartengründers hieß die Anlage später "Hermannshof". In den 1920er-Jahren gestaltete sie der Gartenarchitekt Prof. Heinrich Wiepking-Jürgensmann im architektonischen Stil um.

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Abb. 4: Im Süden der Villa, die heute als Konferenzzentrum genutzt wird, liegt im Schatten von alten Bäumen, ein Bereich mit Rhododendren, die mit ihren blauen Blüten einen anderen Farbton in das Spektrum des Gartens bringen. Foto: Thomas Herrgen
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Abb. 5: Die Wiese westlich vor dem Gärtnerhaus strahlt im Frühling bunt. Neben und unter Gehölzen blühen die robusten, jahrelang ausdauernden Darwin-Hybrid-Tulpen der Sorten 'Parade' und 'Oxford'. Foto: Thomas Herrgen
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Abb. 6: 40 Jahre alter, mächtiger Judasbaum (Cercis siliquastrum) vor dem Gärtnerhaus im Aufblühen. Der Judasbaum stammt aus dem Mittelmeerraum bis Vorderasien und ist eines der wenigen in Europa vorkommenden Gehölze, bei denen die Blüten am Altholz erscheinen (Kauliflorie), vor dem Laubaustrieb. Die kurzen traubenartigen Büschel enthalten bis zu zehn Einzelblüten. Foto: Thomas Herrgen
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Abb. 7: Im Hermannshof mit seinen vielen alten Gehölzen sind im Laufe von Jahren große zusammenhängende Teppiche aus Bodendeckern entstanden. Die Große Sternmiere oder Schattenmiere (Stellaria holostea) ist eine heimische Pflanze der lichten Laubwälder. Sie hat schmal lanzettliche, vorne zugespitzte Blätter und niederliegende bis aufsteigende Triebe. Von April bis Juni zeigt die Pflanze in reicher Fülle ihre großen, weißen, sternförmigen Blüten. Die zarten jungen Frühjahrstriebe (aus der Natur) sind im Salat essbar, dürfen im Hermannshof aber selbstverständlich nicht gepflückt werden. Foto: Thomas Herrgen

Vom Park zum Sichtungsgarten

Fünfzig Jahre später übernahm die Firma Carl Freudenberg offiziell das Anwesen und ließ den kleinen Park von 1981 bis 1983 zu einem öffentlichen Schau- und Sichtungsgarten für Stauden umgestalten. Der renommierte Landschaftsarchitekt Prof. Hans Luz (1926–2016) plante die bauliche Umgestaltung, die anschließende Pflanzplanung übernahm ab 1981 der in Zürich geborene Prof. Urs Walser (1944–2021), der ab 1983 auch die Gesamtleitung der neugegründeten Forschungseinrichtung übernahm.

Grundlage der Gestaltung war ein Gutachten von Richard Hansen, das den Prinzipien der Lebensbereiche folgte, wie etwa Gehölz, Gehölzrand, Beet, Freifläche, Wasser oder Wasserrand. Walser richtete sich anfänglich durchaus nach den Listen von Hansen, machte sich später aber auch frei davon und prägte mit zukunftsweisenden eigenen Ideen die Zusammenstellung und Gestaltung der Pflanzungen und passte sie den Erfordernissen des Weinbauklimas an.

Ab 1998 bis 2023, also ein Viertel Jahrhundert, leitete Prof. Cassian Schmidt den Schau- und Sichtungsgarten, der ihn maßgeblich durch seine Forschungen zu stresstoleranten Prärie- und Steppenstauden geprägt und bekannt gemacht hat. Seit seiner überraschenden Entlassung waren zunächst Sean Carroll und eine Kollegin als Doppelspitze für die Leitung des Gartens verantwortlich, seit Sommer 2025 ist Carroll alleiniger Gartenchef.

Im Gespräch für diesen Artikel betonte er, dass der Hermannshof, entgegen anderslautenden Darstellungen, zunächst auch Sichtungsgarten bleiben soll. Ob das dauerhaft so sein wird, hängt unter anderem auch vom Platz ab, den es für Sichtungen braucht. Trotz knapper werdender Mittel bleibe es auch künftig bei offenen Pforten und der Garten soll noch besucherfreundlicher werden.

Der Hermannshof wird als private Anlage in Trägerschaft eines Vereins durch die Unternehmensgruppe Freudenberg (70 %) und die Stadt Weinheim (20 %) finanziert, zehn Prozent erwirtschaftet der Garten etwa über die eigene Gärtnerei (Pflanzen- und Samenverkauf) selbst. Bei freiem Eintritt ist er ganzjährig für das allgemeine Publikum geöffnet.

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Abb. 8a: Der Blumen-Hartriegel (Cornus nuttallii ’Ascona‘) ist mit Brunnera und Narcissus ’Stainless‘ unterpflanzt. Der große Strauch oder kleine Baum wird bis zu 6 Meter hoch, bei aufrechtem Wuchs. Massen von sich leicht überlappenden, abgerundeten, blütenblattartigen Hochblättern (je „Blüte“ 4 reinweisse Brakteen) öffnen und entfalten sich von April bis Mai.... Foto: Thomas Herrgen
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Abb. 8b: ... Die dunkelgrünen Laubblätter sind elliptisch zugespitzt und verfärben sich im Herbst leuchtend gelbrot und orange. Ein Gehölz für das ganze Jahr. Foto: Thomas Herrgen
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Abb. 9: Japanischer Wildapfel (Malus floribunda), mit Triumph-Tulpen 'Negrita' und Vergissmeinnicht (Myosotis) unterpflanzt. Leider lässt sich der Duft hier nicht übermitteln, denn er ist betörend. Foto: Thomas Herrgen

Magie zum Saisonbeginn

Die Zeit vom frühen März bis Anfang Mai bildet stets den blühenden Auftakt zum Gartenjahr, wenn viele Menschen nach dem langen grauen Winter herbeiströmen, vor wenigen Jahren auch, um ihrem "Corona-Blues" (2020-2022) zu begegnen.

Über Wochen hinweg blühen nacheinander tausende von Geophyten, darunter zunächst sehr viele Tulpen-Sorten, wie ganz früh blühende Wildtulpen im ausgehenden Winter, später die plakativen Darwin-Hybriden, mehrheitlich in rot und gelb. Es folgen andere bis hin zu den einfachen späten Tulpen, wie etwa 'Menton' in Rosa, mit hell orangener Zeichnung am Rand oder 'Dordogne' in Orange mit einem leichten Changieren ins Rosa, die noch bis in den Mai hinein ihren großen Auftritt haben.

Hinzu kommen die Blühgehölze, die am Weg des Hauptrundgangs entlang stehen und so gut von Nahem erlebt werden können. Dazu gehören verschiedene Magnolien, wie die mitten in der großen Rasenfläche stehende Gruppe von mehr als 140 Jahre alten Tulpen-Magnolien (Magnolia x soulangeana 'Alba Superba'), oder eine relativ seltene Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) am heutigen Konferenzhaus (ehemalige Villa), deren 10 bis 20 Zentimeter große Blüten reinweiß erscheinen.

Sie ist eines der beiden Elternteile, aus denen die gezüchtete Tulpen-Magnolie entstand. Alle Exemplare waren schon 1890 gepflanzt worden. Sehr auffällig im Frühjahr ist auch der im Bereich des Haupteingangs stehende Judasbaum (Cercis siliquastrum, dessen purpurfarbenen Blüten büschelartig vor dem Laubaustrieb am alten Holz erscheinen. Gleich in der Nähe befindet sich eine Gruppe von Zaubernuss-Gewächsen (Hamamelis spec.), die als Winterblüher ihren Höhepunkt dann schon überschritten haben.

Sehr schön blühen auch die am nördlichen Rand der Rasenfläche wachsende Yoshino-Kirsche (Prunus yedoensis), der Chinesische Flieder (Syringa x chinensis) und der Chinesische Teeapfel (Malus hupehensis) sowie andere Zieräpfel. Im östlichen Bereich am Rand des Präriegartens findet sich eine Sammlung von Amerikanischen Blumen-Hartriegeln, darunter die Züchtung Cornus x rutgersensis 'Ruth Ellen' mit ihren großen weißen Blüten.

Die Exemplare werden begleitet von der cremefarbig blühenden Sorte 'Constellation' und 'Stellar Pink' mit leicht rosafarbenen Blüten. Ein Highlight im späteren Frühling, Ende April bis Anfang Mai ist der Glyzinien-Laubengang von 1923 vor der nördlichen Begrenzungsmauer.

Die neun Metallbögen sind mit Chinesischem Blauregen (Wisteria sinensis) und dem später blühenden Japanischen Blauregen (Wisteria floribunda 'Multijuga') überrankt. Viele der zum Teil wuchtigen Exemplare mit armdicken Stämmen und gedrehten Ästen sind so alt wie dieser Gartenteil. Der Blütenreichtum ist nicht nur ein Augenschmaus für Menschen, im Hermannshof finden so auch sehr viele Bienen und andere Insekten reichlich Nahrung.

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Abb. 10: Vor der Kopfseite des Gärtnerhauses wurde bereits vor Jahren ein Glashaus angebaut, im Grunde jedoch eine Orangerie zur Überwinterung der empfindlichen Gehölze, wie Olive oder Palmen. Die Bergstraße hat zwar ein sehr mildes Klima, Fröste gibt es aber dennoch. Am Giebel rankt ein Klettergehölz und zusammen mit dem abwechslungsreichen Tulpenbeet vorne entsteht eine schöne Abfolge, hinauf bis zum azurblauen Himmel Foto: Thomas Herrgen

Pflanzenthematische Bereiche

Neben der Präsentation von Lebensbereichen und der Gehölzsammlung gibt es im Schau- und Sichtungsgarten weitere Themengärten. Zwei davon sind noch relativ neu. Kurz nach seinem Amtsantritt 1998 hatte Prof. Cassian Schmidt in einem neu gestalteten Quartier am Haupteingang den Strauch-Päonien-Garten mit passenden Begleitern angelegt. Hier werden auch sehr seltene Päonien-Sorten präsentiert. Und 2001 wurde auf einer ehemaligen Rasenfläche östlich der Villa ein Präriegarten neu etabliert.

Beim Gang durch diesen Bereich lassen sich im Spätsommer und Herbst nacheinander die Eindrücke einer amerikanischen Hochgrasprärie, einer Mischgrasprärie, einer Kurzgrasprärie sowie des ostamerikanischen Laubwaldes erfahren. Die Stauden für diese Pflanzung wurden fast alle aus Saatgut aus den USA in der eigenen Gärtnerei des Hermannshofs gezogen. Inzwischen ist diese Pflanzung ins Alter gekommen und hat sich stark entwickelt.

Gartenleiter Carroll muss wahrscheinlich in diesem Jahr entscheiden, wie es mit den Flächen weitergeht. Hier wie allgemein arbeitet die Forschungs- und Bildungseinrichtung wissenschaftlich-experimentell und entwickelt dabei eine moderne Pflanzenverwendung.

Sie orientiert sich an den in der Natur vorkommenden Pflanzengesellschaften. Gesucht werden Pflanzenbilder mit natürlichem Charakter, pflegeleichte Mischungen und Arten, die dem Klimawandel trotzen. Im Garten sind insgesamt mehr als 2500 Pflanzenarten und -sorten vertreten, ein biodiverser Schatz, den es zu erhalten gilt.

www.sichtungsgarten-hermannshof.de

Babostraße 5, D-69469 Weinheim/Bergstraße
Telefon: 06201/13652 (Zentrale)

Staffelwechsel im Schau- und Sichtungsgarten in Weinheim/Bergstr
Gärten und Stauden sind sein Leben. So ist der neue Gartenleiter des Hermannshofes Sean Carroll auch viel herumgekommen, etwa in England, wo er 2024 den Garten (Abb.) der berühmten Beth Chatto besuchen konnte. Foto: privat
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Der neue Gartenleiter im Hermannshof

Seit 2023 ist Sean Carroll neuer Headgardener und Gartenleiter im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof e. V. in Weinheim. Carroll (Jahrgang 1989) ist Staudengärtnermeister, hat die deutsche und britische Staatsangehörigkeit. Nach seiner Ausbildung folgten Berufserfahrungen, unter anderem bei Pöppel Stauden (Stuhr bei Bremen) und in der Staudengärtnerei Gaißmayer (Illertissen bei Ulm). Hinzu kamen berufliche Wanderjahre in Irland, Großbritannien und Neuseeland.

In Weinheim ist Carroll zuständig für den Erhalt, die Weiterentwicklung und Pflege der Gartenanlage. Außerdem bietet er Führungen an und hält Vorträge zur Staudenverwendung und -pflege, ebenso kümmert er sich um die Öffentlichkeitsarbeit, inklusive Presseterminen zu den verschiedensten Gartenthemen. Darüber hinaus managt er die Ausbildung im Betrieb, Finanzen und Personalplanung und ist als externe Lehrkraft Staudenproduktion für die Meisterschüler:innen an der LVG Heidelberg zuständig.

Sean Carroll, heute 36 Jahre alt, ist, wie er sagt "leidenschaftlich begeistert für Stauden und Pflanzen im Allgemeinen", er macht eigene Auslesen und Sichtungen in seinem Privatgarten, ist reiselustig, sportbegeistert, weltoffen, wissbegierig und stets interessiert. Auch wenn er "in große Fußstapfen" tritt, so möchte er das Renommee des Gartens in Kontinuität zu seinem Vorgänger erhalten, inhaltlich vorantreiben und weiterhin in Kontakt mit der Bevölkerung und dem Fachpublikum bleiben.

Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen
Autor

Landschaftsarchitekt

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