Strategien für eine resiliente Zukunft

Klimaanpassung in Kleinstädten und Dörfern

von: , ,
Deutschland ist zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen. Extremwetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen, Dürreperioden und Überschwemmungen treten häufiger und intensiver auf und verursachen oftmals große Schäden.
Klimaanpassung Klimawandel
1 Schwalmstadt: Fassadenbegrünung im Bestand als bestehendes Klimaanpassungswerkzeug. Foto: Buro Happold

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Klimaschutz und des Bundesumweltministeriums aus dem Jahr 2023 ist je nach Klimawandelszenario in Deutschland bis 2050 mit volkswirtschaftlichen Schäden von 280 bis 900 Milliarden Euro zu rechnen, wenn keine ausreichenden Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel ergriffen werden. Klimaanpassungsmaßnahmen umfassen dabei bauliche, organisatorische und personelle Maßnahmen. Beispiele sind etwa die Ertüchtigung von Deichen im Hochwasserschutz, die Multikodierung von Grün- und Erholungsflächen zur Regenwasserretention oder als Klimakomforträume an heißen Sommertagen. Auch die besondere Berücksichtigung vulnerabler Gruppen, etwa jene mit körperlicher Arbeit im Freien an Hitzetagen oder älteren und jungen Menschen, auf die sich lange Hitzeperioden besonders stark gesundheitlich auswirken können, spielt eine Rolle.

Herausforderungen: Ressourcenmangel und strukturelle Hürden

Ländliche Regionen und Kleinstädte stehen vor großen Herausforderungen, da ihre Infrastruktur oft nicht für Extremereignisse ausgelegt ist. Dennoch rücken sie zunehmend ins Zentrum einer klimaresilienten Transformation, auch wenn der Fokus meist auf Großstädten liegt. Die Vielfalt ländlicher Räume erfordert passgenaue, regionale Lösungsansätze, doch begrenzte finanzielle sowie personelle Ressourcen erschweren die Umsetzung: Laut der "Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023" klagen fast drei Viertel der befragten Kommunen über unzureichende finanzielle Mittel. Oft fehlt es auch an Eigenmitteln im kommunalen Haushalt, welche teilweise für die Beantragung bestimmter Fördermittel erforderlich sind. Zudem berichten 80 Prozent der Kommunen über fehlendes Personal als weiteres zentrales Hemmnis. Besonders kleine Kommunen leiden unter dem Mangel an qualifizierten Fachkräften. Die Umweltministerkonferenz schätzt den Personalbedarf in Ländern und Kommunen bis 2030 auf bis zu 16.000 Stellen, verbunden mit Kosten von etwa 55 Milliarden Euro.

Klimaanpassung erfordert einerseits übergreifende Konzepte für Kommunen und Regionen, andererseits spezifisches Fachwissen, um gezielte Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Beispiele finden sich in der Wasserwirtschaft, die Starkregenvorsorge plant, oder in Grünflächenämtern, die Grünflächen ertüchtigen und multifunktional gestalten. Tiefbauämter spielen bei Entsiegelungsmaßnahmen eine Rolle, während Hochbauämter Sonnenschutzelemente oder Klimaanlagen nachrüsten und diese mit Klimaschutzanforderungen abstimmen müssen.

SUG-Stellenmarkt

Relevante Stellenangebote
Leitung Grün- und Außenraummanagement (m/w/d), Braunschweig   ansehen
gartentechnische Leitung (w/m/d) der Regiebetriebe..., München  ansehen
Fachkraft für Waldpädagogik (m/w/d), Stuttgart  ansehen
Alle Stellenangebote ansehen
Klimaanpassung Klimawandel
2 Bürgerbeteiligungsformat in Schwalmstadt, in der die klimaangepasste Gestaltung von öffentlichen Plätzen in der Stadt diskutiert wurde. Foto: Buro Happold

Politische Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten

Die Bundesregierung verfolgt seit 2008 die "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel" (DAS), die sie regelmäßig weiterentwickelt, zuletzt im Jahr 2024. Ziel der DAS ist es, die Widerstandskraft von Gesellschaft, Wirtschaft und Ökosystemen gegenüber den Klimafolgen zu stärken. Das 2024 verabschiedete Klimaanpassungsgesetz (KAnG) macht die Umsetzung der DAS verbindlich. Das Gesetz schreibt vor, dass Kommunen Klimaanpassungskonzepte erstellen.

Eine Förderrichtlinie der DAS unterstützt Kommunen dabei, Klimaanpassungsmanager einzusetzen. Diese sollen die Querschnittsaufgabe Klimaanpassung koordinieren und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungseinheiten verbessern. Hier besteht Nachholbedarf: Laut der oben genannten Befragung verfügten im Jahr 2023 nur 12 Prozent der befragten Kommunen über einen Klimaanpassungsmanager, obwohl dessen Einsatz stark mit der Planung und Umsetzung von Anpassungskonzepten korreliert.

Klimaanpassungskonzepte sind keine zwingende Voraussetzung für Einzelmaßnahmen, erleichtern aber die Koordination und oft auch die Finanzierung durch öffentliche Fördermittel. Zudem helfen sie besonders betroffene Orte innerhalb der Kommune und vulnerable Bevölkerungsgruppen hervorzuheben, zu priorisieren und Mittel entsprechend vorzusehen.

Praxisbeispiel: Das Projekt "Klimaquartiere" in Hessen

Die hier beschriebenen Erfahrungen stammen aus der Arbeit an Klimaanpassungskonzepten in Kommunen wie Bad Düben, Neubrandenburg oder Burscheid sowie aus der Initiative "Klimaquartiere" der Landesenergieagentur Hessen. Seit 2024 ist Buro Happold gemeinsam mit Inno2Grid im Projekt "Klimaquartiere" tätig. Das Vorhaben verfolgt den Anspruch, ausgewählte Quartiere in Hessen durch eine dreijährige, umsetzungsorientierte Beratung gezielt bei der Sanierung von Bestandsgebieten zu unterstützen. Im Fokus stehen integrierte Maßnahmen, die Klimaschutz und Klimaanpassung verbinden, die Energie- und Umweltbilanz verbessern und gleichzeitig Klimaresilienz und Lebensqualität vor Ort sichern.

Expert:innen unterstützen Kommunen mit ihrem Fachwissen dabei, Bedarfe für Klimaanpassungsmaßnahmen auszuformulieren und in die Planung und Umsetzung zu bringen. Zentral ist dabei die Beteiligung vor Ort. So werden für jedes Klimaquartier mehrere Beteiligungsveranstaltungen umgesetzt, um transparent über den Prozess zu informieren und verschiedene Belange von Öffentlichkeit, Verwaltung und Politik einzubeziehen. Individuelle Maßnahmenfahrpläne werden auf die Herausforderungen und Potenziale der jeweiligen Quartiere erstellt und terminiert. So wird gleichzeitig sichergestellt, dass die entwickelten Lösungen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern letztendlich auch tatsächlich umgesetzt werden und als Vorbild für weitere Quartiere (und Kommunen) in der Region dienen können.

Von der Analyse zur Umsetzung: Strategische Schritte

Die beschriebenen Rahmenbedingungen zeigen: Der erste Schritt zur Klimaanpassung ist die Analyse der kommunalen Ausgangslage durch eine Bestandserhebung. Gerade in Kleinstädten und Dörfern mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen erlaubt diese Untersuchung eine Priorisierung sowie Verortung der wichtigsten Handlungsbedarfe und somit eine effiziente Kanalisierung der verfügbaren Mittel. Dabei ist es entscheidend, die Analyse im Kontext rechtlicher und strategischer Vorgaben durchzuführen, um Fördermöglichkeiten optimal zu nutzen. Sowohl bundesweite als auch lokale Instrumente spielen eine Rolle, da viele Bundesländer oftmals spezifische Fördermittel zur Klimaanpassung bereitstellen (z. B. die Hessische Klimarichtlinie).

Zu Beginn steht somit immer die Auseinandersetzung mit der Ist-Situation sowie damit verbundenen Klimaprojektionen. Welche Klimarisiken bedrohen die Gemeinde bereits und wie wird sich die Vulnerabilität in den kommenden Jahren entwickeln? Die Datenlage variiert stark: Manche Kommunen verfügen über detaillierte Starkregengefahren- oder Hitzeanalysekarten, andere müssen grundlegende Informationen erst erheben. Die Bedarfserhebung dient dazu, Lücken zu identifizieren und die Einbindung relevanter Akteure, sowohl aus der Bürgerschaft als auch der Politik und Verwaltung, zu planen. So wurden beim Klimaanpassungskonzept für Bad Düben durch Buro Happold parallel Konzepte zur Regenwasserbewirtschaftung und Freiraumgestaltung entwickelt. Diese Erkenntnisse flossen direkt in das Klimaanpassungskonzept ein und ermöglichten es, den Fokus gezielt auf die Hitzebelastung in der Kommune zu legen.

Eine klare Zielstellung entscheidet über den Erfolg von Klimaanpassungsmaßnahmen. Denn das Feld der Klimaanpassung ist vielschichtig. Kommunen müssen frühzeitig mit Fachleuten klären, ob sie sich auf Risiken wie Hitze oder Starkregen konzentrieren und ob Maßnahmen im öffentlichen Raum oder auf privaten Grundstücken umgesetzt werden sollen. Zielstellungsworkshops mit den wichtigsten Akteuren – von Klimaanpassungsmanager:innen über Bürgermeister:innen bis hin zu Vertreter:innen aus Bauämtern und städtischen Betrieben, sowie der Bürgerschaft – helfen, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und die Ziele klar zu formulieren. Dabei hat sich gezeigt, dass eine begrenzte Teilnehmerzahl zielführend ist. Vertreter:innen besonders betroffener Gruppen, etwa des Senior:innenbeirats bei einem Fokus auf Hitze, können lokale Perspektiven einbringen und die spätere Bürgerbeteiligung vorbereiten.

Von Anfang an sollte ein stringenter Plan vorliegen, wie und wann die Bürger:innen bei der Erstellung der Klimaanpassungsstrategie mitwirken können. Erfahrungsgemäß gibt es gerade in kleinen Kommunen viele Menschen, die sich stark mit ihrer Stadt oder ihrem Dorf identifizieren und aktiv mitgestalten möchten. Nichts bremst den Prozess mehr als ein Beteiligungsversprechen, dass im weiteren Projektverlauf nicht eingehalten wird und wo sichtbare Ergebnisse ausbleiben.

Klimaanpassung Klimawandel
3 Analyse hitzeanfälliger Bereiche in Bad Düben. Abb.: Buro Happold

Von Konzepten zu Projekten: Maßnahmen konkretisieren

Eine wirksame Methode, Bürger:innen einzubinden, besteht darin, konkrete Maßnahmen wie Baumpflanzungen, Trinkbrunnen, Regenwasserspeicher oder klimafreundliche Freiflächen im Stadtgebiet zu entwickeln. So werden abstrakte Analysen in greifbare Projekte übersetzt. Idealerweise veranschaulichen bereits umgesetzte Beispiele oder Visualisierungen erste Konzeptideen. Diese regen Diskussionen an und können gemeinsam weiterentwickelt werden.

Zielgruppenspezifische Formate haben sich bewährt: Bewohner:innen von Pflegeheimen können an Hitzeaktionsplänen mitarbeiten, Schulklassen in Kurstädten wie Bad Düben können Workshops besuchen. Hier zeigt sich, dass junge Menschen durch ihre direkte Betroffenheit nicht nur großes Interesse daran haben, mitzugestalten – etwa beim Schulweg oder an Bushaltestellen –, sondern auch Orte erkennen, die in einer quantitativen Stadtklimasimulation nicht sofort auffallen. Auch private Haushalte in stark gefährdeten Gebieten können gezielt in der Starkregenvorsorge eingebunden werden. Während Bürgerveranstaltungen meist nur bestimmte Gruppen erreichen, sprechen mobile Beratungsangebote oder Informationsstände auf Dorffesten ein breiteres Publikum an. Dieser Austausch dient zugleich der ersten Informationsweitergabe. Besonders bei Privathaushalten steht die direkte Betroffenheit im Vordergrund, etwa durch regelmäßig überflutete Keller. Hier hilft eine direkte Reaktion auf diese Bedürfnisse sowie eine Vernetzung mit idealerweise lokalen Unternehmen, die Lösungen anbieten können.

Bei der Ausarbeitung der Maßnahmen müssen Verantwortlichkeiten, Zeitplan und Kosten konkret festgelegt werden. Um generische Beschreibungen zu vermeiden, helfen klare Anforderungsprofile, die später in Ausschreibungen übertragen werden können. Besonders wichtig sind realistische Kostenschätzungen, damit die Kommune die Maßnahmen frühzeitig in den Haushalt einplanen und mögliche Fördermittel prüfen kann. Best-Practice-Beispiele und Leitfäden, wie das vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu) entwickelte Dokument "Klimaanpassung integriert voranbringen – Kommunale Strategien und Konzepte", bieten hilfreiche Orientierung. Der nächste Schritt, die Maßnahmen an lokale Gegebenheiten anzupassen und auf die Umsetzung vorzubereiten, erfordert mehr Aufwand. Beispielsweise treten Herausforderungen bei Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen, wie eine geringe Versickerungsfähigkeit von Böden oft erst in konkreteren Planungsphasen zutage. Aber diese "Extra-Meile" lohnt sich: Eine detaillierte Strategie bietet der Kommune einen klaren Handlungsleitfaden, der bei neuen Fördermöglichkeiten sofort genutzt werden kann.

Klimaanpassung Klimawandel
4 Analoge Mitmachformate fördern Akzeptanz und schärfen das Bewusstsein für Klimaanpassung. Abb.: Buro Happold

Fördermittel gezielt nutzen: Beispiel Hessische Klimarichtlinie

In Hessen unterstützt die Klimarichtlinie Kommunen bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen. Sie ermöglicht eine Förderung von bis zu 75 Prozent der Kosten für investive Maßnahmen wie Begrünung, Entsiegelung, Starkregenvorsorge oder Photovoltaik-Anlagen. Die Richtlinie fördert zudem die Kombination von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in sogenannten Maßnahmenpaketen und erleichtert die Finanzierung auch durch die Kombinierbarkeit mit Bundesmitteln. Die Erfahrungen aus den Klimaquartier-Projekten zeigen: Die gezielte Nutzung lokaler Förderprogramme wie der Hessischen Klimarichtlinie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung vor Ort.

Lessons Learned aus der Praxis

Die Erfahrungen zeigen: Eine erfolgreiche Klimaanpassung in Kleinstädten und Dörfern hängt von mehreren Faktoren ab. Im Folgenden werden zentrale Lessons Learned dargestellt, die sich aus der praktischen Umsetzung und den Erfahrungen mit lokalen Akteuren ergeben und die im Kontext der zuvor beschriebenen Herausforderungen und Rahmenbedingungen zu betrachten sind.

1. Frühzeitige Einbindung von Bürger:innen

Klimaanpassungsmaßnahmen wirken besser und finden mehr Akzeptanz, wenn die Bevölkerung schon in der Konzeptphase aktiv mitwirkt. Bürger:innen verfügen über wertvolles lokales Wissen, das zur Identifikation von Problemlagen und Potenzialen beiträgt. Gerade in kleineren Kommunen mit starkem sozialem Zusammenhalt ist es entscheidend, Betroffene bereits in der Konzeptphase mitzunehmen. Beteiligung schafft Vertrauen, integriert lokale Perspektiven und kann helfen, Ängste und Widerstände abzubauen. Gleichzeitig entsteht durch die Beteiligung oft ein Gefühl von Mitverantwortung ("Ownership"), das die Umsetzung und Pflege von Maßnahmen erleichtert – etwa die Pflege von Bäumen als Baumpatenschaft.

Zudem wirken Bürger:innen als lokale Multiplikatoren, die ein gemeinsames Verständnis für Klimawandelanpassungsmaßnahmen in ihr privates Umfeld tragen können. Frühzeitige Einbindung befähigt sie, auch privat aktiv zu werden, etwa durch Entsiegelung von Hofflächen, Regenwassernutzung oder klimaangepasste Gartengestaltung. Erfahrungen aus Nordhessen zeigen, dass Privatpersonen (gerade in ländlicheren Regionen) großes Interesse haben, selbst aktiv zu werden, ihnen aber oft Wissen oder Austauschmöglichkeiten fehlen.

Klimaanpassung Klimawandel
5 Baumpatenschaftsprojekt in Vellmar, Hessen. Foto: Buro Happold

2. Wissen teilen innerhalb und zwischen Kommunen

Der Austausch von Erfahrungen und Wissen treibt die Entwicklung und Umsetzung von Klimaanpassungsstrategien voran. In der Kommune bringt er verschiedene Akteure zusammen und fördert innovative Lösungen – vor allem zwischen Verwaltung, politischen Entscheidungsträgern und Einrichtungen wie dem Bauhof, der oft investive Maßnahmen umsetzt. Interkommunaler Austausch über Netzwerktreffen, Workshops oder digitale Plattformen vermeidet Doppelarbeit und ermöglicht die Übernahme bewährter Ansätze. Für Kommunen mit knappen Ressourcen ist der Zugang zu externem Fachwissen und der Dialog mit anderen Gemeinden besonders wertvoll. Auch bundesweite Formate wie die "Woche der Klimaanpassung" des Zentrums für Klimaanpassung stärken den Wissenstransfer – durch digitale Angebote und Veranstaltungen vor Ort.

3. Konzepte als strategische Werkzeuge

Klimaschutz-, Klimaanpassungs- oder Stadtentwicklungskonzepten wird nachgesagt, sie würden nur in der Schublade landen und ein wirklicher Mehrwert könne sich nicht entfalten. Doch das Gegenteil ist der Fall: Solche Konzepte sind nicht nur wichtige Planungsinstrumente, sondern strategische Werkzeuge, um für die Zukunft vorbereitet zu sein. Wenn Förderprogramme starten oder politische Aufmerksamkeit entsteht, fehlt es oft an vorbereiteten Unterlagen. Auch wenn Konzepte zunächst ungenutzt bleiben, bieten sie eine fundierte Grundlage, um Fördermittel zu akquirieren und Maßnahmen gezielt voranzutreiben. Ein Konzept, das etwa hitzeanfällige oder starkregengefährdete Bereiche identifiziert, ermöglicht es, Maßnahmen schnell zu priorisieren und umzusetzen.

4. Interdisziplinarität als Schlüssel

Klimaanpassung erfordert Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinaus - von Wasserwirtschaft, Stadtplanung, Biodiversität bis hin zu Gesundheit und sozialer Infrastruktur. Erfolgreiche Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass verschiedene Disziplinen oder Ämter miteinander statt nebeneinander arbeiten. Diese Interdisziplinarität ermöglicht ganzheitliche Lösungen, die nicht nur klimatisch wirksam, sondern auch sozial und ökologisch verträglich sind. Besonders in ländlichen Räumen, wo personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind, ist eine kluge Verknüpfung von Maßnahmen entscheidend.

Fazit: Klimaanpassung als gemeinschaftliche Aufgabe

Die Anpassung an den Klimawandel in ländlichen Gemeinden ist anspruchsvoll, aber unverzichtbar. Mit der Zunahme von Extremwetterereignissen wächst ihre Dringlichkeit. Die Arbeit in verschiedenen Kommunen zeigt: Es gibt keine universelle Lösung. Vielmehr braucht es individuelle, standortspezifische Strategien, die sowohl investive als auch nicht-investive Maßnahmen umfassen. Besonders wichtig ist dabei die frühzeitige Einbindung der Bevölkerung, die enge Zusammenarbeit mit Fachleuten sowie der Aufbau von lokalem Wissen und interkommunalem Austausch. Klimaanpassung gelingt, wenn sie als gemeinsamer, integrativer Prozess verstanden und durch ausreichende Ressourcen unterstützt wird.

 Peter Scheibstock
Autor

Associate Director

Buro Happold
 Jill Theobald
Autorin

Senior Sustainability Consultant

Buro Happold
 Anton Wohldorf
Autor

Senior Consultant

Buro Happold

Ausgewählte Unternehmen
LLVZ - Leistungs- und Lieferverzeichnis

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de

Redaktions-Newsletter

Aktuelle grüne Nachrichten direkt aus der Redaktion.

Jetzt bestellen