Preußische Schlösser und Gärten

Studie soll Schäden an Altbäumen aufzeigen

Der Wert der Gartendenkmäler in Berlin und Brandenburg steht und fällt mit dem Jahrhunderte alten Baumbestand – zum Beispiel auf der Pfaueninsel. Foto: Mechthild Klett

Die Experten der preußischen Stiftung Schlösser und Gärten schlagen Alarm. Auswirkungen des Klimawandels wie Trockenheit, Stürme und eingewanderte Schädlinge bedrohen den historischen Baumbestand der Potsdam-Berliner Kulturlandschaft, die seit 1990 auf der UNESCO-Welterbeliste steht. In einer Studie soll diese Entwicklung nun genau erfasst werden.

Nach Aussagen des Gartendirektors der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Prof. Michael Rohde, sind Schäden bereits deutlich sichtbar: "Es droht nun ein früheres Absterben von Altbäumen, in den Gärten gibt es rund 20 000 Bäume, die älter als 200 Jahre sind. Damit wird es rascher zu Bildverlusten und damit auch zu ökologischen Schäden kommen, wenn nicht Abhilfe geschaffen werden kann", sagt Rohde. Aufgrund der Denkmalvorgaben wie auch Richtlinien zum Weltkulturerbe dürfen Bäume bei Nachpflanzungen jedoch nichteinfach durch andere Arten ausgetauscht werden, um den einmaligen Zeugnis- und Geschichtswert zu bewahren. Es sei daher sehr zu begrüßen, dass die Deutsche Bundestiftung Umwelt sich dieses Themas angenommen hat und eine Studie mit 350 000 Euro fördert, betont Rohde. Bereits im Herbst 2014 hatte die Stiftung einen internationalen Kongress mit multidisziplinärer Beteilung zum Thema "Historische Gärten im Klimawandel" veranstaltet und mit der "Erklärung von Sanssouci" auf die Problematik aufmerksam gemacht. "Der Forschungsbedarf ist umfassend. Wir brauchen hier das Zusammenspiel von Kultur- und Naturwissenschaften, um nachhaltige Lösungen zu finden", sagt Rohde.

Prof. Norbert Kühn, Landschaftsarchitekt und Ökologe, Leiter des Fachgebietes Vegetationstechnik und Pflanzenverwendung der Technischen Universität Berlin, ist nun mit der Durchführung der dreijährigen Studie betraut. Das DBU-Projekt "Zukunftsweisender Umgang mit der Gehölzvegetation historischer Gärten in Zeiten des Klimawandels" wird den Bestand sowie die analysierten Schäden dokumentieren und erste Lösungsmöglichkeiten aufzeigen, wie der Baumbestand in den Stiftungsgärten von Berlin, Potsdam bis nach Rheinsberg trotz des Klimawandels erhalten bleiben kann.

Erforscht wird unter anderem, wie stabile Gehölzbilder aussehen können, die auch dem Erhaltungsauftrag der Gartendenkmalpflege entsprechen. Dabei sollen unter anderem die Gehölzstruktur, unterschiedliche Bewässerungsmethoden, eine mögliche Revitalisierung von Altbäumen und die Auswahl von geeignetem Pflanzenmaterial unter Berücksichtigung gartendenkmalpflegerischer Aspekte untersucht werden. Zudem sind Untersuchungen zur Bodenqualität und Bewässerung geplant. Bereits im kommenden Jahr sollen die Bürger an modellhaften Gehölzbereichen exemplarisch informiert werden.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 08/2015 .

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