Buga Heilbronn

Wassergebundene Wege statt Flächenversiegelung

Die Wassergebundenen Wege von HanseGrand wurden in Dreischicht-Bauweise erstellt: Auf der ungebundenen Schottertragschicht liegt die Dynamische Schicht „HanseMineral“ in einer Stärke von 6 Zentimetern, die für gute Wasserführung und Zwischenspeicherung sorgt. Foto: HanseGrand

Unter dem Motto „Blühendes Leben“ öffnete die Bundesgartenschau Heilbronn im April 2019 ihre Pforten. Bei der Gestaltung wurde der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung oberste Priorität eingeräumt.

Das zeigt sich auch im Wegebau, denn die meisten Wege für Fußgänger und Radfahrer, die sich durch das Gelände ziehen, sind offenporig und lassen das Wasser versickern. Statt die Oberfläche zu versiegeln, wurden großteils natürliche Gesteinsmischungen der Fa. HanseGrand Klimabaustoffe eingebaut, die dafür sorgen, dass die Wege atmen können: das versickerte Regenwasser wird teilweise gespeichert und verdunstet später wieder.

Zwölf Jahre lang wurde geplant und circa vier Jahre gebaut, um die innerstädtischen Brachflächen in eine blühende Park- und Naherholungslandschaft zu verwandeln. Die Wassergebundenen Wege, auf denen sich während der Ausstellung täglich große Menschenmengen bewegen, passen in das ökologische Konzept der BUGA, denn durch das ausgefeilte Wassermanagement entsteht an der Oberfläche ein wohltuendes Mikroklima für Mensch und Tier.

Die Wassergebundenen Wege von HanseGrand wurden in Dreischicht- Bauweise erstellt: auf der ungebundenen Schottertragschicht liegt die Dynamische Schicht „HanseMineral“ in einer Stärke von 6 Zentimetern, die für gute Wasserführung, Zwischenspeicherung und dauerhafte Belastbarkeit sorgt. Auf dieser Mineralschicht wurden die Deckschichten in vier Farben eingebaut, welche zur optischen Gestaltung des BUGA-Wegenetzes beitragen.

Der größte Teil der Wegedecken, circa 5000 Quadratmeter, besteht aus „HanseGrand Basalt Pur“ in dunkelgrau. Die restlichen Wege bestehen aus den Sorten „Donau-Beige“, „Neckar-Grau“ und „Hellgrau“. In den stark frequentierten Bereichen wurde den Deckschichten das pflanzliche Bindemittel „Stabilizer“ beigefügt, um die Wege noch stärker belastbar zu machen, ohne die Beweglichkeit der wassergebundenen Decke zu verlieren. Das Wegematerial wurde in mehreren Schotterwerken in der Region gemischt und trägt mit kurzen Lieferwegen zusätzlich zur Umweltschonung bei.

Alle Mischungen bestehen aus reinen Naturmaterialien wie Edelsplitten und speziellen Natursanden. Sie besitzen eine hohe Tritt- und Scherfestigkeit und sind kornstabil, witterungsbeständig und leicht verarbeitbar. „Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator, die pflegeleichten und staubarmen Wege sind für alle Besucher bequem nutzbar“, freut sich Guido Schilling, Landschaftsarchitekt bei HanseGrand in Süddeutschland, nach Einbau der wassergebundenen Wegedecken.

Auch der Naturschutz spielt eine wichtige Rolle, denn die wassergebundenen Wegedecken heizen sich bei starker Sonneneinstrahlung nicht auf, sondern geben durch die Verdunstung des gespeicherten Wassers Kühle ab. So können zum Beispiel Kleintiere und Insekten auch an heißen Sommertagen die Wege leichter überqueren als Asphalt- oder Betonsteinflächen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2019 .

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