Hessen

Übernimmt Fulda die Landesgartenschau 2022 nach Absage von Darmstadt?

Im 18. Jahrhundert wurde der Prinz-Georg-Garten als Lustgarten in Darmstadt angelegt. Die geplanteLandesgartenschau im Jahr 2022 wird nicht stattfinden. Foto: curank, pixelio.de

Die Stadt Darmstadt hat sich entschlossen, die geplante Landesgartenschau 2022 abzusagen, um damit den Finanzhaushalt der Wissenschaftsstadt zu konsolidieren. Der erste Nachtragshaushalt 2017 hat ein Defizit von 18,8 Millionen Euro ergeben. Nun könnte Fulda den Termin übernehmen. Die Stadt hatte sich ebenfalls für die Landesgartenschau 2022 beworben, erhielt sie dann aber für 2026, nachdem Darmstadt im vergangenen Jahr den Zuschlag für den früheren Termin erhalten hatte. Der Fuldaer Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld will "dies nun prüfen und eine zeitnahe Befassung und Entscheidung der städtischen Gremien ermöglichen." Die Nachricht der Absage der Landesgartenschau in Darmstadt löste bei den Gesellschaftern der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Hessen und Thüringen mbH gemischte Gefühle aus: "Einerseits haben wir großen Respekt vor der zügigen Entscheidung gegen die Gartenschau und Verständnis für die Notwendigkeit, finanzielle Einsparungspotenziale zu suchen und scheinbar gefunden zu haben. Anderseits hat der lange Prozess der Vorbereitung, die Machbarkeitsstudie und der bereits angelaufene Planungswettbewerb städtebauliche Missstände deutlich offengelegt und klaren Handlungsbedarf aufgezeigt". Verbesserungen, nachhaltige Entwicklung und wichtige Synergieeffekte würden mit der Absage nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Aktuelle Diskussionen um Biodiversität, ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt, Stadtgrün als Staubfilter, wichtige Fragen zu Energiealternativen der Zukunft - all das blieben auf der Strecke. Lange schon seien Landesgartenschauen Motor der Stadtentwicklung. "Allzu leicht hat man in Darmstadt genau diese zukunftsorientierten Themen hinten angestellt und damit große Chancen verspielt - auch im Wettbewerb zu vergleichbaren Städten in Hessen und den Nachbarländern".

Der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch begründet die Entscheidung: "Die aktuelle finanzielle Lage zwingt uns zu harten Maßnahmen, mit denen wir unseren Haushalt konsolidieren wollen und werden. Neben der erlassenen Haushaltssperre sind erste deutliche Einsparungen bei Zuschüssen bei städtischen Töchtern unumgänglich. Es ist aber auch klar, dass wir die Hebesätze für die Gewerbesteuer und die Grundsteuer anheben müssen. Darüber hinaus haben wir uns nach intensiven Beratungen zum Finanzhaushalt dazu entschlossen, die ursprünglich für 2022 geplante Landesgartenschau zu streichen. Ziel der Maßnahmen ist die Vorlage eines ausgeglichenen Haushalts 2017, der es uns ermöglicht, nach drei erfolgreichen Jahren aus dem kommunalen Schutzschirm des Landes Hessen entlassen zu werden."

mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2017 .

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