Umweltbundesamt (Hg.)
Urbane Umweltziele
Stadtentwicklung und Umweltschutz müssen von vorneherein zusammengedacht und im konkreten Handeln vor Ort verknüpft werden. Das ist eine hehre Forderung, aber wie gelingt es in der Praxis? Das Umweltbundesamt hat in einer strategischen Forschungsagenda Schwerpunktthemen zu dieser Fragestellung identifiziert und mit konkreten Forschungsfragen für eine umweltorientierte Entwicklung urbaner Siedlungsräume unterlegt. Auf diesen basiert die vorliegende Studie, die vom Deutschen Institut für Urbanistik durchgeführt wurde.
Die Autor*innen des vom Umweltbundesamt veröffentlichten Abschlussberichts sind Jan Hendrik Trapp, Thomas Preuß, Uta Bauer, Christa Böhme, Christian Raffer, Maic Verbücheln, Björn Weber und Meike Wunder, unter Mitarbeit von Annegret Hoch und Franziska Schmidt.
Wichtig war bei dem Projekt die mehrdimensionale Betrachtungsweise: Umwelt, Wirtschaft und Soziales wurden einbezogen. Drei Themencluster von der Agenda dienten als Rahmen: "Umweltschonende, sozialverträgliche und gesundheitsfördernde Stadtentwicklung", "Umweltschonende urbane Ressourcennutzung und regionale Kreislaufwirtschaft" und "Umweltschutz durch abgestimmte Stadt- und Infrastrukturentwicklung".
Die Studie "Urbane Umweltziele" entwickelte einen Vorschlag für ein Set an Kenn- und Zielgrößen für eine umweltschonende Siedlungsentwicklung. Für ausgewählte Kenngrößen wurden Zielgrößen bestimmt, die statistisch und qualitativ geprüft sowie anhand von drei Beispielstädten (Freiburg, Koblenz und Leipzig) validiert wurden. Zu den Zielgrößen gehörten etwa die Grünerreichbarkeit, die Siedlungsdichte, die Treibhausgasneutrale Energieversorgung oder die Lärmbelastung.
Die Mitarbeitenden im Projekt führten Befragungen, Interviews und Workshops durch, werteten aber auch Daten und Statistiken aus. Die Zielgrößen bilden die Grundlage, um geeignete Maßnahmen für einen umfassenden urbanen Umweltschutz zu ermitteln und den Akteur*innen sowie politischen Entscheidungsträger*innen vorzuschlagen. Sie sollen zur Bestimmung eigener, orts- und bedarfsspezifischer Zielgrößen anregen.
Sicher erfordert das von den Kommunen personellen und finanziellen Aufwand – der sich aber langfristig rechnen dürfte. Zielkonflikte wurden in der Studie nicht ausgeblendet, sondern mit einbezogen – ein wesentlicher Punkt, um zu einer Handlungsagenda zu kommen, die so viele Interessen wie möglich berücksichtigt (sie richtet sich auch an Wirtschaft und Zivilgesellschaft) und nicht so einfach angreifbar ist.










