Verkehrswende und Entsiegelungsgebot als Chancen
Spiel mit der Dynamik krautiger Vegetation
von: M.Sc. Sebastian Hobmeier
Denn durch die Umgestaltung wird in vielen Fällen mehr Platz zwischen Fahrbahnrand und der Grenze des Straßenfreiraums (Gebäude, Mauer, Zaun etc.) vorhanden sein, also in dem Bereich des öffentlichen Raums, der üblicherweise mit Vegetation ausgestattet wird. Obgleich dieser Raumgewinn primär eine bessere Nutzung des Freiraums ermöglichen soll, wird es dort immer noch Bereiche geben, die kaum betreten oder befahren werden. Das ist vor allem für die Verwendung krautiger Vegetation relevant, die Gegenstand dieses Textes ist.
Die genannten Bereiche geringerer Nutzungsintensität finden sich zumeist an Rändern. Das betrifft die Grenze des Straßenfreiraums, also etwa Fassaden- und Mauerfüße sowie Zaunsockel, Baumscheiben und Bereiche, die einer Nutzung durch Tritt und Befahren anderweitig zumindest in Teilen entzogen sind. Ein Beispiel für Letzteres sind Radabstellanlagen¹ (vgl. Körner 2025), denen im Zuge der Verkehrswende mehr Fläche zugesprochen wird.
Die Bestätigung, dass sie auch im städtischen Nutzungskontext allesamt sehr gut begrünbar sind, liefert die Betrachtung solcher Abstellanlagen, die auf Pflasterungen mit ungebundener Fuge oder wassergebundenen Decken montiert sind. Denn diese Flächen sind Wuchsorte spontaner Vegetation, die sich dort in Abhängigkeit der Nutzungsintensität ausbreitet.
Diese spontane Vegetationsentwicklung weist zugleich auf das hohe Potenzial dieser Standorte für eine gezielte und dennoch nutzungskonforme Verwendung von Vegetation hin. Sowohl bei spontaner Besiedlung als auch bei einer geplanten Ausstattung mit Vegetation spielen die Lebens- und Wuchsformen² der Pflanzen eine zentrale Rolle (vgl. Bellin-Harder o.J.). Das tun sie im geschilderten Kontext nicht zuletzt aufgrund des hohen Nutzungsdrucks und der Verwendung an sehr speziellen Standorten, wie beispielsweise Pflasterfugen.
Die Beachtung dieser spezifischen Eigenschaften von Pflanzen eröffnet viele Möglichkeiten für die Verwendung krautiger Vegetation an den eingangs beschriebenen Standorten und ist gleichzeitig eine Voraussetzung für deren Erfolg. Zeitgleich zur Verkehrswende stellt das Ziel der Entsiegelung von Freiraumanteilen in Siedlungsgebieten, das zuletzt durch die Folgen des Klimawandels eine neue Aktualität erlangte, eine Zunahme vegetationsfähiger Flächen in städtischen Freiräumen in Aussicht.
Dieser Text möchte daher Potenziale für die Verwendung krautiger Vegetation in (noch) versiegelten oder bereits (teil-)entsiegelten Freiräumen aufzeigen und dabei einen Eindruck vermitteln, welche Begrünungsformen in Abhängigkeit von der Oberflächenbeschaffenheit und Nutzung möglich sind und welche Rolle dabei Lebens- und Wuchsformen von Pflanzen spielen können.
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Grenzen des Straßenfreiraums: Fassadenfüße, Mauerfüße und Zaunsockel
Oberflächenanteile, die unmittelbar an andere bauliche Elemente angrenzen, werden meist nicht betreten und können zudem nicht befahren werden. An diesen Standorten, das zeigt uns die Spontanvegetation, finden in den kleinsten Fugen nicht nur einjährige oder zweijährige Arten, sondern auch ausdauernde krautige Pflanzen einen Wuchsstandort. Sie können dort auch sehr gut überdauern, allerdings werden die Bestände in den meisten Fällen im Laufe der Vegetationsperiode durch Pflegemaßnahmen entfernt.
Das bedeutet, dass es für die erfolgreiche Etablierung von Vegetation an solchen Standorten auch darum geht, das vorherrschende Verständnis von Sauberkeit und Ordnung in urbanen Freiräumen zu diskutieren.
Die Beispiele in den Abbildungen zeigen zwar, dass eine weitere Entsiegelung zur Etablierung von Vegetation gar nicht zwingend notwendig wäre, da die Pflanzen auch in den ungebundenen Pflasterfugen gedeihen. Eine sehr gute Option bleibt jedoch die vollständige Entsiegelung solcher Randbereiche, was auch die Palette an verwendbaren Arten erweitert.
Die notwendige Breite eines solchen Streifens reicht von der Fugenbreite bis hin zu mehreren Dezimetern und kann somit sehr gut an die vorhandene Gehwegbreite angepasst werden, ohne die Nutzung zu beeinträchtigen. Als Vegetationstragschicht kann anschließend das unter der Deckschicht vorhandene Substrat mit regionalen, mineralischen Substraten kombiniert werden. In Kassel wären das Kalk-, Basalt- oder Sandsteinschotter (vgl. Bellin-Harder o.J.). Das schafft magere Ausgangsbedingungen für die Vegetation und bietet daran angepassten Arten einen Konkurrenzvorteil gegenüber vielen Pflanzen der urbanen Ruderalvegetation.
Die Arten der thermophilen Säume (Geranion sanguinei) wären etwa für derartige Saumstandorte im städtischen Freiraum sehr geeignet (vgl. Körner 2024; Körner/Bellin-Harder 2021). Dazu zählen viele attraktive Pflanzen wie Origanum vulgare (Echter Dost), Tanacetum corymbosum (Strauß-Margerite), Campanula persicifolia (Pfirsichblättrige Glockenblume) oder Buphthalmum salicifolium (Ochsenauge), aber auch Solidago virgaurea (Gewöhnliche Goldrute), Dianthus carthusianorum (Kartäusernelke), Galium verum (Echtes Labkraut), Scabiosa columbaria (Tauben-Skabiose), Knautia arvensis (Acker-Witwenblume) und Centaurea-Arten (Flockenblume) können darin auftreten (vgl. Oberdorfer 1978: 256–283). Ergänzt werden können sie sehr gut mit weiteren standortangepassten Arten, wie der Spornblume (Centranthus ruber).
Dabei bietet es sich aufgrund der Flächengrößen und des Artenspektrums an, die geplante Vegetation anzusäen. Das ermöglicht die Ansaat von einjährigen und zweijährigen Arten, die in den ersten beiden Jahren Platzhalter für die sich langsamer entwickelnden Stauden sind (vgl. Bellin-Harder o.J.; AG Freiraum und Vegetation 1986, 1993). Danach werden sie noch in Lücken und vor allem nach Störung des Bestands auftreten, dabei durch den Lückenschluss aber eine wichtige funktionale sowie gestalterische Funktion übernehmen (vgl. ebd.).
In ungebundenen Pflasterfugen liegt der Schwerpunkt auf Annuellen und Biennen, da sie kurze Lebenszyklen haben, also schnell blühen und sich reproduzieren. Zudem sind sie auf Störung geradezu angewiesen, um sich durch Selbstaussaat reproduzieren zu können. Solche Pflasterfugen finden wir häufig nicht nur an den Rändern von Gehwegen, sondern etwa auch auf Parkplätzen oder unter Radabstellanlagen.




Parkplätze und Radabstellanlagen
Neben Gehwegen besitzen auch Parkplätze und Radabstellanlagen großes Potenzial für eine Begrünung mit krautigen Arten. Die Oberfläche unter beiden Nutzungsformen ist idealerweise komplett entsiegelt und besteht aus einer wassergebundenen Decke. Solche mineralischen Decken könnten dann mit Ansaaten ausgestattet werden, wie sie für die Saumsituationen beschrieben wurden.
Die angesäte Vegetation würde sich anschließend, wie die spontane Vegetation, der Nutzung entsprechend entfalten. Wie gut das funktionieren kann, zeigen Erfahrungen des Fachgebiets Landschaftsbau, -management und Vegetationsentwicklung (FG LLV) auf einem Parkplatz der Universität Kassel, dessen Deckschicht aus Basalt- und Kalkschotter besteht (vgl. Körner et al. 2024; Bellin-Harder et al. 2024: 802ff). Eine solche wassergebundene Decke ist allerdings selten als Deckschicht von Parkplätzen und Radabstellanlagen im städtischen Raum zu finden.
Besser als Asphalt ist die Ausstattung mit einer Pflasterung. Denn, wie gezeigt, kann sich in deren ungebundenen Fugen auch Vegetation etablieren. Ihre Wuchshöhe und Deckung variiert dabei je nach Nutzungsintensität, wobei die Pflanzen beträchtliche Höhen- und Deckungswerte erreichen können. In diesem Zusammenhang bietet sich eine Betrachtung der ruderalen, wärmeliebenden Gesellschaften des Verbands Onopordion acanthii (Eselsdistel-Fluren) oder des Dauco-Melilotion (Wildmöhren-Steinklee-Fluren) an. Diese ruderalen Gesellschaften enthalten eine Vielzahl attraktiver Arten, vor allem aus dem biennen Spektrum, die zudem sehr gut in urbanen Freiräumen verwendet werden können.
Unter den annuellen Arten dieser Verbände sind Trifolium arvense (Hasen-Klee) und Tripleurospermum inodorum (Geruchlose Kamille) hervorzuheben (vgl. Preising et al. 1993: 67–77). Für weitere Arten dieses Lebensformenspektrums muss auf das Repertoire von Annuellenfluren und bekannten annuellen Nutz- und Zierpflanzen zurückgegriffen werden (vgl. Bellin-Harder o.J.). Beispiele hierfür sind Papaver rhoeas (Klatsch-Mohn), Consolida regalis (Acker-Rittersporn), Anethum graveolens (Dill), Calendula officinalis (Echte Ringelblume), Lavatera trimestris (Bechermalve), Agrostemma githago (Kornrade) oder Centaurea cyanus (Kornblume) (vgl. ebd.).
Die Gesellschaften der genannten pflanzensoziologischen Verbände sind vor allem reich an zweijährigen Arten. Dazu zählen etwa Reseda luteola (Färber-Resede), Berteroa incana (Graukresse), Pastinaca sativa (Pastinake), diverse Verbascum-Arten (Königskerzen), Melilotus alba (Weißer Steinklee), Daucus carota (Wilde Möhre), Oenothera biennis (Gemeine Nachtkerze), Reseda lutea (Gelbe Resede), Echium vulgare (Gemeiner Natternkopf) und Cynoglossum officinale (Echte Hundszunge) (vgl. Preising et al. 1993: 67–77). Melilotus-Arten treten oft bereits spontan im Stadtgebiet auf. Die namensgebende, sehr markante und hochgewachsene Eselsdistel braucht hingegen genügend Platz und ist für stark genutzte urbane Freiräume weniger geeignet.
Von den mehrjährigen Arten dieser Verbände sollen an dieser Stelle Linaria vulgaris (Gemeines Leinkraut), Tanacetum vulgare (Echter Rainfarn) und Plantago media (Mittlerer Wegerich) genannt werden (vgl. ebd.). Artemisia absinthium (Wermut), die als Ruderalpflanze in inneralpinen Trockentälern vorkommt, tritt ebenfalls im Dauco-Melilotion auf (vgl. ebd.) und könnte mit ihrem silbrigen Laub interessante Aspekte in Ansaaten erzeugen. Eine Kombination mit Arten der thermophilen Säume ist auch auf Pflasterungen möglich.
Grundsätzlich werden in der geplanten Vegetationsausstattung weiterhin spontane Arten der urbanen Ruderalflora auftreten, die sehr gut integriert werden können. Vorsicht ist nur dann geboten, wenn es sich um solche Arten handelt, die durch ihre dominante Entwicklung das Planungsziel gefährden könnten (z. B. Artemisia vulgaris).
Grundsätzlich spielt neben der Lebens- und Wuchsform die Beschaffenheit des Wurzelorgans eine entscheidende Rolle für die Eignung und Entwicklung einer Pflanze. Arten mit Pfahlwurzel, wie zum Beispiel Cichorium intybus (Gemeine Wegwarte), können immer wieder aus dieser austreiben. So können sie etwa durch zu tiefe Mahd oder das Abschürfen beim Schneeräumen einen Standortvorteil erlangen und stabilisiert werden.
Zu Arten mit Pfahlwurzeln gehören viele zweijährige Arten, die sich dadurch sehr gut in Pflasterfugen entwickeln können. Auch Arten der Trittrasengesellschaften gehören zu den angepassten Pflanzen für derartige Standorte. Sie haben einen Konkurrenzvorteil durch Anpassungen an Tritteinfluss. Es gibt darunter allerdings nur wenige attraktive Vertreter, wie zum Beispiel Plantago media (Mittlerer Wegerich). (für diesen Absatz vgl. Bellin-Harder o.J.)
Auch Wurzelknospengeophyten, die sich aus kleinsten Wurzelteilen regenerieren können, sind gut an die Pflasterfuge angepasst (vgl. ebd.). Ein imposantes Beispiel dafür existiert am HAFEKA-Gebäude auf dem Campus Holländischer Platz der Universität Kassel. Zwischen Fassade und Radabstellanlage hat sich auf einem Kleinsteinpflaster im ungenutzten Freiraum ein prächtiger Saum mit Campanula rapunculoides (Acker-Glockenblume) entwickelt, in dem mittlerweile auch die Wegwarte vorkommt.
Die zahlreichen vom FG LLV im Laufe der Jahre durch Pflanzung, Ansaat, Mahdgutübertragung und Pflege hergestellten und entwickelten Vegetationsflächen am Campus sind dabei, wie im Falle der Wegwarte, immer wieder Quelle für die Ausbreitung von Arten an solchen Standorten, an denen sie nutzungskonform gedeihen können. Das passiert nicht nur auf dem Campus, sondern auch im restlichen Stadtgebiet.




Ausbreitungsdynamik
Diese Form der Ausbreitungsdynamik kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um mehr Grün in städtische Freiräume zu integrieren. Ein schönes Beispiel für die Ausbreitung von Arten im Stadtgebiet, ausgehend von einer Pflanzung mit Saat, ist die Vegetationsfläche vor der Friedenskirche in Kassel, die vom FG LLV im Jahr 2019 hergestellt wurde. Dort sind in den umliegenden Baumscheiben und an Pollern mittlerweile Teucrium chamaedrys, Cichorium intybus, Berteroa incana und Linum perenne zu finden. Diese Arten konnten sich an diesen Stellen trotz Laubbläserpflege ansiedeln.
Auch am Goethestern in Kassel, der ebenfalls vom FG LLV bepflanzt wurde, wandern Arten aus den Pflanzflächen in die Umgebung. Sie beschränken sich bisher zum Großteil auf die unmittelbar anschließende Kleinsteinpflasterfläche am Rand der einfassenden Buchshecke. Dort wachsen in den Fugen etwa Salvia nemorosa, Centranthus ruber und Perovskia atriplicifolia. Salvia nemorosa konnte sich bereits in eine lückige Scherrasenfläche auf der anderen Straßenseite ausbreiten. Dieses Beispiel verdeutlicht erneut den hohen Grad der Vegetationsfähigkeit von Fugen bei reduzierter Trittbelastung und das Potenzial von Pflanzungen und Ansaaten als 'Spenderflächen'.
Sehr häufig ist auch das Phänomen anzutreffen, dass sich Arten von Dachbegrünungen in die umliegenden Freiräume ausbreiten. Dazu gehören Sedum-Arten, aber auch zum Beispiel Petrorhagia saxifraga (Steinbrech-Nelke). Beide gedeihen sowohl in Fugen als auch auf mineralischen Substraten sehr gut.
Das Geschilderte veranschaulicht, wie wertvoll das Zulassen und Nutzen der Ausbreitung von Arten aus angelegten Vegetationsflächen für eine Anreicherung der Stadtflora mit standortangepassten, attraktiven Pflanzen sein kann.
Gleiskörper von Straßenbahnen
Weitere Potenziale bieten die Gleiskörper von Straßenbahnen. Die mit Schotter ausgestattete Bettung ist in hohem Maße xerotherm und bietet den genannten Arten der Dachbegrünung, aber auch solchen aus den wärmeliebenden (Ruderal-)Gesellschaften einen Lebensraum.
Das verdeutlichen spontane Vorkommen von Echium vulgare, Linaria vulgaris, Petrorhagia saxifraga, Trifolium arvense und diversen Sedum-Arten im Gleisschotter. Sie sind ein Indiz für die Potenziale dieser Standorte, die nicht, wie zum Teil praktiziert, mit Rollrasen und Bewässerung versehen, sondern mit einem standortangepassten Arten- und Lebensformenspektrum angereichert werden sollten.
Die Wuchsform der Pflanzen wird dann zwar standortbedingt kümmerlicher sein als an besser versorgten Wuchsorten, sie sind dadurch aber zugleich an die Nutzung (Straßenbahn) inmitten des Verkehrsraums angepasst und bieten in den hochversiegelten Straßenschneisen attraktive Blühaspekte für Mensch und Tier.


Fazit
Dieser Text zeigt, dass artenreiches und attraktives krautiges Grün in städtischen Freiräumen mit relativ einfachen Mitteln integriert werden kann. Zudem wird deutlich, wie hilfreich Wissen über die Lebens- und Wuchsformen von Pflanzen bei der Herstellung und Unterhaltung von Vegetation ist, vor allem an intensiv genutzten oder sehr speziellen Standorten. Der gezielte Einsatz bestimmter Lebens- und Wuchsformen ermöglicht zudem ein Spiel mit der Entwicklungs-Dynamik, die durch typisch städtische Nutzungen gefördert wird.
Daneben spielt auch das Zulassen der Ausbreitung von Arten im Stadtgebiet, ausgehend von angelegten Pflanzungen oder Ansaaten, eine wichtige Rolle für eine standortangepasste, artenreiche Begrünung. Um diese Ausbreitungsdynamik nicht im Keim zu ersticken, braucht es mit Blick auf das Grün unter anderem eine Diskussion über das notwendige und gewollte Maß an Ordnung und Sauberkeit in urbanen Freiräumen sowie eine angepasste Pflege krautiger Vegetation.
In diesem Kontext muss jedoch beachtet werden, dass die Grünpflegelogistik für Städte und Kommunen bereits heute schwierig zu bewältigen ist. Die thematisierten Ansätze würden den Pflegeaufwand jedoch nicht erhöhen, da die genannten Vegetationsformen maximal einmal im Jahr (samt Mahdgutentfernung) bis gar nicht – wenn durch sonstige Nutzung stabilisiert – gemäht werden müssten.
Zeitgleich entfallen, bezogen auf die thematisierten Standorte, die aktuell mehrmals im Jahr praktizierte Mahd von Baumscheiben und das Ausbürsten von Pflasterfugen. Um die Verkehrswende und die daraus resultierende Veränderung urbaner Freiräume auch als Chance für die Begrünung unserer Städte zu nutzen, braucht es außerdem eine intensivere Zusammenarbeit der betroffenen Fachämter an den aufgezeigten Schnittstellen von Planung, Herstellung und Unterhaltung.
Anmerkungen
¹ Stefan Körner thematisierte das Potenzial von Radabstellanlagen als Orte von Entsiegelung und Vegetationsverwendung in seinem Vortrag am 18.02.2025 im Rahmen der Ausstellung zum studentischen Projekt "Neues Grün für Kassels Hitzeinseln" im KAZimKUBA.
² Stefan Körner und Florian Bellin-Harder stellen die Lebens- und Wuchsformen von Pflanzen ins Zentrum der Lehre für die Verwendung von Pflanzen. Das geschieht u. a. in der Vorlesung "Einführung in die Pflanzenverwendung" an der Universität Kassel.
Quellen
AG Freiraum und Vegetation (Hg.) (1986): Krautern mit Unkraut oder: Gärtnerische Erfahrungen mit der spontanen Vegetation. Notizbuch 2 der Kasseler Schule. Kassel.
AG Freiraum und Vegetation (Hg.) (1993): Gut gesät. Notizbuch 29 der Kasseler Schule. Kassel.
Bellin-Harder, Florian (o.J.): Vorlesung des Moduls "Einführung in die Pflanzenverwendung" an der Universität Kassel.
Körner, Stefan (2025): Vortrag am 18.02.2025 im Rahmen der Ausstellung zum studentischen Projekt "Neues Grün für Kassels Hitzeinseln" im KAZimKUBA.
Oberdorfer, Erich (Hg.) (1978): Süddeutsche Pflanzengesellschaften Teil II. Bearbeitet von Korneck, Dieter/Müller, Theo/Oberdorfer, Erich. 2. Auflage, Stuttgart/Jena/New York.
Preising, E./Vahle, H.-C./Brandes, D./Hofmeister, H./Tüxen, J./Weber, H.-E. (1993): Die Pflanzengesellschaften Niedersachsens – Bestandsentwicklung, Gefährdung und Schutzprobleme. Ruderale Staudenfluren und Saumgesellschaften. In: Niedersächsisches Landesamt für Ökologie – Naturschutz – (Hg.): Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen. Heft 20/4, S. 1–86, Hannover. Online verfügbar: https://t1p.de/62qtc [Zugriff: 30.07.2025]
Körner, Stefan (2024): Nachhaltige Pflanzungen für urbane Räume im Klimawandel. In: Neue Landschaft 02/2024. Online verfügbar: https://t1p.de/wmrtf [Neue Landschaft, Zugriff: 30.07.2025]
Körner, Stefan/Bellin-Harder, Florian (2021): Artenrückgang und Klimawandel erfordern nachhaltige Pflanzen. 15 Jahre nachhaltige Pflanzenverwendung an der Uni Kassel. In: Stadt und Grün 08/2021. Online verfügbar: https://t1p.de/nwgju [Stadt + Grün, Zugriff: 30.07.2025]
Körner, Stefan/Bellin-Harder, Florian/Harrer, Marian (2024): Die Wildbienenfauna auf dem Universitätscampus Kassel: Bedeutung dynamisch entwickelter Freiflächen für urbane Wildbienenvielfalt. In: Philippia, Abhandlungen und Berichte aus dem Naturkundemuseum im Ottoneum zu Kassel. Band 19, Heft 1 (2024), S. 19–30.
Bellin-Harder, Florian/Körner, Stefan/Lorberg, Frank (2024): Hinweise zu Entwicklung und Pflege verschiedener Hochschulstandorte der Universität Kassel auf Basis von Erhebungen zur Flora und Fauna. Nebst einer Anmerkung zur Landschaftsarchitektur. In: Bellin-Harder, Florian (Hg.): Landschaft und Vegetation. Reflexionen zu Erkenntnistheorie, Herstellung und Interpretation. Bielefeld, 797-832. Online verfügbar: https://t1p.de/19uo8 [Transcript Verlag, Zugriff: 30.07.2025]
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