Viele Nutzungen im neuen Rennbahnpark, Frankfurt am Main

Spiel, Sport und Sandmagerrasen

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Bei der Umnutzung von Konversionsflächen sind in der Regel große Schwierigkeiten zu bewältigen und Probleme zu lösen. Werden jedoch Teile einer ehemaligen Galopprennbahn in einen neuen Bürgerpark umgewandelt, kann das zuständige Grünflächenamt dieses Konversionsprojekt vielleicht als Glücks- und Sonderfall ansehen.
Parkanlagen Stadtparks
1 Der neue Park liegt in Frankfurts Süden (Sachsenhausen/Niederrad) am Stadtrand, aber mit Sichtbeziehungen zur markanten Skyline. Vorne links im Bild die Calisthenics-Anlage. Luftbild: BHM Planungsgesellschaft mbH, Nikolai Benner

Ende September 2022 wurde der neue "Rennbahnpark" in Frankfurt am Main eingeweiht. Der ebenfalls stillgelegte ehemalige Golfplatz im Inneren der Rennbahn, mit seinen extensiv gepflegten Sandflächen und einem Teich, hatte sich zu wertvollen Biotopen entwickelt. Für alle anderen vorgesehenen Nutzungen blieben die Bereiche außerhalb, insbesondere dort, wo früher die Pferde galoppierten, so auch für Sportfelder, Spielgeräte aller Art, Sandspielflächen und Aufenthaltsmöglichkeiten für Eltern und Betreuende.

Die Umwidmung und Neugestaltung etwa eines Flächendrittels der stillgelegten Galopprennbahn bei Niederrad brachte der Stadt Frankfurt am Main einen großen Zuwachs von Sandmagerrasen- und Wildwiesenflächen. Und auch zahlreiche Spielmöglichkeiten für Kinder, wie Rutschen, Schaukeln, Wippen oder Sandspiel und Geräte für Erwachsene kamen neu dazu. Die Calisthenics-Anlage für die Älteren sorgt dabei für bewusste Muskelaufbauübungen und – im Sinne der "Achtsamkeit" – für die Konzentration auf sich selbst. Dennoch üben häufig Gruppen miteinander, auch mit Musik und Spaß an der Sache, bewundernde Zuschauer:innen inbegriffen.

Die Entstehung neuer Parkanlagen ist eine vergleichsweise seltene Planungs- und Bauaufgabe. Spielplätze für Kinder aller Altersgruppen vorzusehen ist selbstverständlich, seit einigen Jahren waren es dann auch Geräte für ältere Menschen, um Bewegung und Fitness dieser Altersgruppe zu fördern. Noch relativ neu sind die Calisthenics-Anlagen für die Personengruppen dazwischen, junge Erwachsene und die +30 bis +40-Jährigen, die Kraft und Ausdauer üben wollen – alles in allem viel Potenzial für den neuen Park der Mainmetropole.

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2 Der Rennbahnpark umfasst etwa ein Drittel der alten Galoppbahnfläche im Norden. Die wertvollen Spuren des früheren Golfplatzes in der Mitte (Magerrasen, Sandbunker, Teich) blieben erhalten. Die übrige Fläche ging an den DFB. Plan: BHM Planungsgesellschaft mbH
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3 Die Frankfurter Galopprennbahn hatte eine 150 jährige Tradition: Pferdesport, Spannung, Wetten und Gastronomie an Sonn- und Feiertagen. Durch die aufkommenden Online-Wetten sank aber das Interesse. Eine Bürgerinitiative wollte die Rennbahn trotzdem erhalten, scheiterte jedoch bei einem Bürgerentscheid am Beteiligungsquorum, trotz eindeutiger Mehrheit dafür. Quelle: Wikimedia commons, Foto: Eva Kröche /CC BY-SA 3.0
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4 Am Tag der Parkeröffnung in der Calisthenics-Anlage warten die Zuschauer:innen gespannt auf die Vorführung von Kraftübungen zur Demonstration und probieren sich in der Zwischenzeit schon einmal selbst aus. Foto: BHM Planungsgesellschaft mbH, Nikolai Benner

Historisches Terrain

Die ehemalige Pferderennbahn im Frankfurter Südwesten, am Rande des Stadtwaldes, hatte eine 150 jährige Tradition. Im allgemeinen Sprachgebrauch als "Galopprennbahn Niederrad" bezeichnet, war sie 1865 eröffnet und im November 2015 geschlossen worden. Hintergrund war, dass der Deutsche Fußball Bund (DFB) in Frankfurt am Main seine neue Zentrale mit einer "Fußball-Akademie" errichten wollte. Alternativ stand auch der Weggang von Frankfurt nach Berlin zur Debatte. Das Gelände der Rennbahn, das im Besitz der Stadt Frankfurt ist und zuletzt immer seltener für Rennen genutzt worden war, bot sich an. Das Projekt war jedoch umstritten. Eine Bürgerinitiative erwirkte einen Bürgerentscheid. Bei der Abstimmung im Juni 2015 votierte zwar eine Mehrheit für den Erhalt der Pferderennbahn, jedoch kam die notwendige Wahlbeteiligung (gesetzliches Quorum) nicht zustande.

So entschied sich der DFB für Frankfurt und erhielt von der Stadt durch Erbbaurecht das Gelände der Galopprennbahn. Auf rund Zweidritteln der Fläche im Südteil entstand dann ab 2018 die DFB-Akademie, auch "DFB-Campus" (Training und Fortbildung vor allem für die Fußballnationalmannschaften) genannt und im Norden, der an die Wohnviertel des Stadtteils Niederrad grenzende, rund neun Hektar große "Rennbahnpark", der zunächst auch als "Bürgerpark Süd" bezeichnet wurde. Im Übergang zwischen beiden Teilnutzungsbereichen liegen noch fünf Hektar potenzielle Erweiterungsflächen für den DFB, die derzeit im Zusammenhang mit dem Park noch in öffentlicher Nutzung sind und extensiv gestaltet und gepflegt werden.

Nutzungswünsche bei Bürgerbeteiligung

Die Ideenfindung zur Gestaltung des neuen Parks begann parallel zum DFB-Projekt. Um ein Planungsbüro zu finden, das sich den komplexen Aufgaben zur Umgestaltung annehmen sollte, fand ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren statt. Daraus hervor ging im Mai 2016 die BHM Planungsgesellschaft mbH, mit Hauptsitz in Bruchsal. Die Landschaftsarchitekten begannen mit einer gründlichen Bestandsaufnahme, gefolgt vom Vorentwurf, der den Baumbestand sowie die vorhandenen Spuren von Rennbahn und Golfplatz aufnahm und weiterentwickelte.

Das Frankfurter Grünflächenamt als koordinierender Auftraggeber wünschte die Einbeziehung der Bevölkerung durch eine chronologische Bürgerbeteiligung. Die Behörde veranlasste zusammen mit den Landschaftsarchitekten die Vorstellung des Vorentwurfs bei einer Bürgerversammlung in Niederrad. Direkt vor Ort, aber auch in Workshops und schon vorab mittels Onlineumfrage konnten Wünsche, Nutzungsanforderungen und bevorzugte Gestaltungselemente benannt und darüber abgestimmt werden. Rund 1000 Bürgerinnen und Bürger hatten sich seit 2015 über die Web-Plattform des neuen Parks beteiligt. Die Auswertung ergab, dass Bewegung/Sport (39 %), Freizeitmöglichkeiten für Familien (27 %) und Naturerlebnis (23 %) in der Priorität ganz oben standen. Details siehe rennbahn-park.de/archiv/

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5 Und los ging's: Ende September 2022 (Parkeröffnung) beim großen Bürgerfest zeigten einige Calisthenics-Freaks im Schauturnen ihr Können. Das Publikum war begeistert. Foto: BHM Planungsgesellschaft mbH, Nikolai Benner
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6 Die Spielbereiche für Kinder liegen innerhalb des ehemaligen Geläufs, dem früheren Rennbahnparcours, wo die Pferde galoppierten. Heute sind dort Turm und Rutsche, Kletter- und Hangelelemente, aber auch Sandflächen und Schirme für Schatten positioniert. Foto: Thomas Herrgen
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7 Auch einige Kinderspielgeräte selbst erinnern an die Rennbahntradition. Sechs symbolische Starterboxen und Holzspielpferdchen dahinter im Sand geben die Anmutung, als würden noch Rennen stattfinden. Foto: Thomas Herrgen

Spielgeräte, Wege, Sportfelder

Für die Entwurfsplanung nahmen die Landschaftsarchitekten BHM die Aspekte der Bürgerbeteiligung auf. Im verbliebenen Nordteil des "Geläufs" (der Rundkurs mit Rasen bzw. Sand, auf dem die Pferde galoppierten) der ehemaligen Rennbahn entstand ein Wegeband zum Joggen, Laufen und Spazierengehen, parallel dazu ganz im Norden, im Bereich der anfangs erhaltenen Stallungen und Nebengebäude (2024 abgebrochen) ein Spielband mit Sandfläche, Rutsche, Ballsportfeld und verschiedenen Spielgeräten.

Davon etwas abgesetzt, weiter im Westen können sich Bodybuilder und Turner im neuen Calisthenics-Parcours beweisen, auch unter vergleichbaren Wettkampfbedingungen. In der online-Befragung (mit möglichen Mehrfachnennungen) hatten sich 37 Prozent (2. Platz) für diese Parkausstattung ausgesprochen, gleich hinter Sitzbänken (38 %). Der Begriff Calisthenics verbindet die griechischen Worte kalos und sthenos (deutsch: "schön, gut" mit "Kraft") und bezeichnet Eigengewichtsübungen. Calisthenics-Parks umfassen in der Regel Stangen verschiedener Höhe und Position, die dem Barren oder Reck nachempfunden sind. Möglich sind klassisches Geräteturnen oder auch akrobatische Übungen. Der Schwerpunkt liegt auf der intermuskulären Koordination zur Verbesserung der Stabilität des Körpers. Auch beim Entwurf dieser Anlage konnten die einschlägigen Gruppen beraten, mitreden und Wünsche äußern.

Integration der Calisthenics-Anlage

    In Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten, die unter anderem die Flächengröße und die Verortung im Park ermittelten und definierten kam ein spezialisierter Metallbauer ("TURNBAR") zum Zuge, der die Anlage realisierte. Sie besteht im Wesentlichen aus Systemteilen wie Pfosten und Stangen, darüber hinaus aber aus vielen Sonderteilen. Im Vorfeld entstand ein Rendering, das die Calesthenics-Anlage isoliert darstellte. Im Anschluss wurde sie in den Gesamtentwurf des Rennbahnparks integriert, inklusive der Pfostenfundamente und dem Fallschutzbelag, an das Wegesystem angeschlossen und in den Randbereichen bepflanzt. Das Besondere dieser Anlage ist laut Hersteller:

    • durch die Anordnung und den Aufbau besonders (Calisthenics-) wettkampftauglich
    • freistehende, breite und hohe Freestyle Stangen sowie Barren mit unterschiedlichen Höhen und Griffbreiten
    • Sonderfarbe der Templerprofil-Inlays nach Kundenwunsch
    • Übungsschilder mit QR Codes zu den Anleitungsvideos an einzelnen Pfosten

    Elemente:

    • Verschiedene Hangel-Leiter-Kombinationen
    • Sprossenwände
    • Schrägbänke
    • vertikale (Pole-)Stangen
    • niedrige Parallelbarren in drei Höhen
    • Ballanwurfpunkte
    • Schlangenleiter
    • Flaggenbügel ("Human Flag")
    • Trainingsbänke
    • Stepboxen

    Quelle, siehe "Turnbar", Eiden & Wagner Metallbau GmbH, 54634 Bitburg

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    8 An ganz normalen Tagen (hier im Mai 2023) üben kleine Gruppen oder Einzelpersonen an den Calisthenics-Geräten. Es geht weniger um Geschwindigkeit als um Kraft und Ausdauer, das Halten von Positionen. Foto: Thomas Herrgen
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    9 Durch die Übernahme des ehemaligen Rennbahngeländes gewann die Stadt Frankfurt am Main enorme Flächen an Wildwiesen und (Sand-) Magerrasen in ihren Verantwortungsbereich hinzu. Foto: Thomas Herrgen
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    10 In den Sandbunkern des früheren Golfplatzes in der Mitte der Galopprennbahn entstanden nach Stilllegung wertvolle Sandmagerrasen, die im Zuge der Parkplanung erhalten und weiterentwickelt wurden. Ein Monitoring durch die Planer:innen BHM begleitet den Verlauf und die Veränderungen. Foto: Thomas Herrgen

    Parkzentrum: Großer Teich mit Steg & Tor

    Die Calisthenics-Geräte sind in den sie umgebenden Park eingebettet. Dessen Mitte und "Herz" ist der alte und neue Teich, mit circa 750 Quadratmetern Wasserfläche fast ein "See". Seine im Grundriss einem Y-Chromosom entsprechende Form aus dem Bestand blieb erhalten, jedoch mussten die Folie ausgetauscht und die Randbereiche neu hergestellt werden. Die Etablierung der Wasserrand- und Wasserpflanzen nahm noch einige Zeit in Anspruch. Am Westrand des Sees führt der Parkrundweg zu einem Metallsteg, der sich über das Seeufer schiebt. Zur Verstärkung der großen Geste haben die Landschaftsarchitekten ein weithin sichtbares Tor aus drei U-förmigen Corten-Stahl Elementen hinzugefügt. Der Blick durch das Tor und über den Steg hinweg geht zum gegenüberliegenden "Bannwald", ein neun Hektar großes Waldgebiet mit besonderem Schutzstatus, das direkt an den Rennbahnpark grenzt. Davor, innerhalb des Parks, entstand ein weiteres Element aus Corten-Stahl und Edelstahl, ein nachempfundener Richterturm, wie er früher bei den Galopprennen benötigt wurde; er ist Landmarke und Aussichtsturm zugleich. In seinen Treppenwangen sind Pferde und Jockeys aus dem rostigen Stahl ausgeschnitten und vom oberen Plateau besteht ein guter Rundumblick auf den gesamten Park und die Frankfurter Wolkenkratzer. Im Westen gibt es einen weiteren Skyline-Blick, der auf einer künstlichen Geländemodellierung entstand. Eine sehr lange Rampe führt (auch behindertengerecht) nach oben, wo diverse Quader aus rotem Mainsandstein zum Hinsetzen und Ausschauen einladen. Nach Südwesten führt eine lange Treppe wieder hinab zum Parkrundweg.

    Sandschrecke und Strand-Grasnelke

    Nach Süden hin wird die Parkgestaltung immer extensiver. Die sandigen Vegetationsflächen und Sandbunker aus der Zeit als Golfplatz blieben erhalten und wurden durch Abgrenzung und Beschilderung geschützt. Die nach der vorherigen Nutzungsaufgabe entstandenen Sandmagerrasen stellen hoch schützenswerte Biotope nach Naturschutzrecht dar. In ihm leben als Leitart der Fauna die Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) ebenso der Sandlaufkäfer (Cicindela campestris). Der Sandschrecken-Bestand ist in Mitteleuropa seit Jahrzehnten rückläufig, weshalb die Art auf der Roten Liste (Kategorie 2, "stark gefährdet") geführt wird.

    Kennarten der Flora sind die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria elongata), die Nelken-Haferschmiele (Aira caryophyllea) und die Heidenelke (Dianthus deltoides), auch Kleiner Vogelfuß (Ornithopus perpussilus), Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella) und das Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea). Die Strand-Grasnelke (Armeria maritima) ist vereinzelt zu finden. Sie kommt eigentlich nur an den Küsten, auf Salzwiesen, in Dünen oder trockenen sandigen Wäldern vor. Im Binnenland ist sie ausschließlich auf sandigen Flächen zu finden und dort entsprechend selten.

    Weitere Pflanzen- und Insekten-Arten, darunter auch Schmetterlinge haben sich seit der Stilllegung und Umnutzung der Flächen angesiedelt. Durch die Neuanlage von 7000 Quadratmetern Sandmagerrasen sollen die Vorkommen der seltenen Arten zusätzlich abgesichert werden. Auch im Zuge der Pflanzplanung mit Blütenaspekten, Pollen- und Nektarspendern wurden Habitate gefördert oder neu etabliert, um eine biologische Vielfalt (Biodiversität) im Park zu schaffen.

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    11 Der Hauptweg zum Teich endet dort mit einem Tor aus Corten-Stahl und einem Steg, der über den Teich hinaus "schwebt" (Abb. bei niedrigem Wasserstand; Teichsanierung noch im Gange). Von dort hat man nicht nur die Aussicht auf das Gewässer, sondern auch auf den östlichen Parkbereich und den Bannwald dahinter. Foto: Thomas Herrgen
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    12 Ein neuer Aussichtsturm mit Anbindung an das übrige Parkwegesystem eröffnet weite Rundumblicke, auch zur Frankfurter Skyline. Die Corten-Stahl-Konstruktion mit seitlich eingeschnittenen Pferden und Jockeys nimmt Bezug auf den Richterturm der früheren Galopprennbahn. Foto: Thomas Herrgen

    Bäume für den Klimawandel

    Neben der Biodiversität, auch mit fruchttragenden Gehölzen, ging es bei der Pflanzplanung vor allem um die Klimafestigkeit. Es ist durchaus etwas überraschend, in einem Frankfurter Park plötzlich die immergrüne Stein-Eiche (Quercus ilex) anzutreffen, gleich 16 Mal. Sie ist eigentlich der Charakterbaum der mediterranen Klimazone und in Ländern wie Portugal, Türkei, Marokko oder Tunesien beheimatet. Doch die steigenden Temperaturen, die heißen Sommer und die immer milder werdenden Winter machen Pflanzungen wie diese möglich und inzwischen auch nötig. Ähnlich ist es mit der wärmeliebenden Esskastanie (Castanea sativa, 12 x gepflanzt) oder der Ungarischen Eiche (Quercus frainetto, 15 x). Heimische Fruchtgehölze der Gattungen Malus, Prunus, Sorbus (s. auch die kompletten Pflanzenlisten Seite 28) ergänzen das Spektrum auch als Vogelfutternahrung. Hinzu kommen Blütengehölze wie Felsenbirne, ein- und zweigriffelige Weißdorne, Flieder, Kornelkirsche, verschiedene Ginster- und Wildrosenarten, Sanddorn und viele mehr. Mit der Anlage des Parks ist das Kunststück gelungen, aus einer Pferderennbahn und einem Golfplatz ein buntes, vielfältiges und lebendiges Stück Stadt zu entwickeln, für Menschen, Tiere und Pflanzen. Dass die ausführende Garten- und Landschaftsbau Firma mit insgesamt fünf Jahren Pflege und die Planer mit dem begleitenden Monitoring (Arten der Flora und Fauna) beauftragt sind, unterstreicht die Sensibilität für die alten und neuen Biotope und die Bedeutung des neuen Frankfurter Parks.

    Bepflanzung

    Bäume:

    Acer campestre (Heister 250 cm) 2 St
    Acer monspessulanum (Heister 250 cm) 13 St
    Castanea sativa 12 St
    Carpinus betulus (Heister) 15 St
    Malus sylvestris 10 St
    Prunus avium (20 % mehrstämmig) 32 St
    Pinus nigra ssp. nigra (Heister mind 300 cm) 2 St
    Quercus frainetto 15 St
    Quercus ilex 16 St
    Quercus petraea 19 St
    Quercus pubescens 10 St
    Quercus robur 23 St
    Quercus robur 'Fastigiata' 16 St
    Quercus rubra 5 St
    Salix alba 'Liempde' 6 St
    Sorbus aucuparia (mehrstämmig) 5 St
    Sorbus aria magnifica 16 St
    Tilia tomentosa 'Brabant' 29 St

    Großsträucher:

    Amelanchier ovalis
    Crataegus laevigata
    Syringa vulgarisv
    Cornus mas
    Crataegus monogyna
    Kolkwitzia amabilis

    Flächensträucher:

    Ligustrum vulgare
    Cytisus scoparius
    Cytisus scoparius 'Boskoop ruby'
    Rosa rugosa
    Ribes alpinum
    Rosa pimpinellifolia
    Salix purpurea 'Nana'
    Hippophae rhamnoides

    Wasserpflanzen:

    Lychnis flos-cuculi
    Lythrum salicaria
    Caltha palustris
    Nasturtium officinale
    Cyperus longus
    Iris pseudacorus
    Typha minima
    Alisma plantago-aquatica
    Butomus umbellatus
    Ranunculus lingua
    Sagittaria sagittifolia
    Scirpus lacustris
    Sparganium erectum
    Typha angustifolia
    Typha latifolia
    Ceratophyllum demersum
    Hippuris vulgaris
    Hottonia palustris
    Nymphoides peltata
    Persicaria amphibia
    Potamogeton natans
    Nuphar lutea
    Nymphaea alba

    Wasserpflanzen von Häussermann Stauden+Gehölze GmbH

    Projektinformationen

    Auftraggeber/Bauherr:
    Magistrat der Stadt Frankfurt am Main/Grünflächenamt

    Landschaftsarchitekten:
    BHM Planungsgesellschaft mbH, Bruchsal/Nürtingen/Freiburg

    Auswahlverfahren:
    Auslobung: 03/2016
    Entscheidung: 05/2016
    Zuschlag Planung: 06/2016
    Beauftragte Leistungsphasen nach HOAI: 1–9

    Baubeginn:
    08/2021

    Fertigstellung:
    10/2022

    Größe:
    Parkgröße (Planungsbereich BHM): 8 ha
    Park gesamt (inkl. Nebenflächen): 9 ha
    Erweiterungsfläche DFB: 5 ha (kann derzeit öffentl. genutzt werden)
    Nutzungsraum (aktuell) gesamt: 14 ha

    Weitere beteiligte Fachplaner:
    Teichplanung: Bellvital GmbH

    Bauausführende Unternehmen:
    August Fichter GmbH & Co. KG/Landschaftsbauarbeiten
    Breitenbach Stahl- und Metallbau GmbH/Stahlbauarbeiten

    Baukosten GaLaBau:
    gesamt ca. 3,65 Millionen Euro netto

    Projektkosten (inkl. Gutachten, Nebenkosten, Honorare, usw.): gesamt ca. 5,4 Millionen Euro brutto

    Verbaute Materialien:
    Sandstein: Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH

    Ausstattung:
    Spielgeräte: Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH
    Holzskulpturen: Thomas Rösler
    Calisthenics-Geräte: TURNBAR von Eiden & Wagner Metallbau GmbH

    Beleuchtung:
    Auf jede Art von künstlichen Lichtquellen wurde verzichtet (Insektenschutz).

    Dipl.-Ing.(FH) Thomas Herrgen
    Autor

    Landschaftsarchitekt

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