Ob sich Spielräume wirklich von Spielplätzen unterscheiden, hängt von der gesellschaftlichen Mentalität ab, die diese Räume bereit stellt, nutzt und beurteilt

Von der Spielplatz- zur Spielraumplanung?

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Geräte aus Robinienholz, wie hier im Schlosspark in Stuttgart, sind derzeit sehr beliebt, weil sie die Überplantheit des Ortes unter ihren krummen Formen verstecken. Fotos und Abb., soweit nicht anderes angegeben, Darijana Hahn

Wer sich mit dem Thema Spielplatz beschäftigt, merkt schnell, dass der Spielplatz ein sehr kontrovers diskutierter Ort ist. Vor allem in den 1970er Jahren begann eine massive Kritik, die mitunter bis heute anhält. Demnach ist der Spielplatz ein Symbol für die Kinderfeindlichkeit unserer Gesellschaft, die ihre unproduktiven Mitglieder einfach ausschließen und in vorgefertigte Ghettos abschieben möchte. Wie es in dem 1974 veröffentlichten Pamphlet "Kind kaputt" von Eberhard Fiebig so eindrücklich heißt: "Das bloße Vorhandensein von Spielplätzen teilt die Umwelt in zwei Bereiche, den allgemeinen Bereich relativer gesellschaftlicher Freiheit und das Kinderghetto, in dem alle persönlichen Freiheiten durch Verbote gewaltsam unterdrückt werden."¹)

Während der so genannte „Eiserne Heinrich“ bis in die 60er Jahre ein sehr verbreitetes Spielgerät war,... Abb.: Darijana Hahn

...wurde er im Zuge der Spielplatzkritik zum Sinnbild des Kinderkäfigs. Abb.: Darijana Hahn

Der eine vorgedacht und eingezäunt,... Foto: Darijana Hahn

...der andere selbst bestimmt und zufällig als Spielort geeignet: Das sind die Bilder zu den Begriffen Spielplatz und Spielraum. Foto: Darijana Hahn

Die in den 70er Jahren begonnene Kritik führte im Laufe der vergangenen 40 Jahre zu zahlreichen Veränderungen. So wurde 1967 der erste so genannte Abenteuerspielplatz eröffnet, eine Form, die den Kindern laut Pädagogen das ermöglichen sollte, was sie tatsächlich unter "Spielen" verstanden. Mit zahlreichen Materialien sollten sie ihre Umgebung immer wieder neu selbst gestalten sowie den Umgang mit Tieren und den Elementen erproben können.

Auch die bis heute aktuelle Forderung, die gesamte Stadt zum Spielplatz zu machen, hat ihren Ursprung in jener spielplatzbewegten Zeit. "Aus dem Spielplatz-Ghetto raus auf die Straße" titelte die "taz" über die 1979 in Erlangen stattfindende Tagung "Kind und Spiel im öffentlichen Raum". Und was die 1979 vom Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau initiierte Untersuchung "Kinderfreundliche Umwelt" feststellte, dass "das Spiel vor dem Haus und der Straße" stattfinde, "weniger auf besonders eingerichteten, öffentlichen Spielplätzen"²), ist eine Erkenntnis, die in zahlreichen Publikationen immer wieder hervor gehoben wurde - so zum Beispiel: "Plätze zum Spielen"³), "Spielraum für Spielräume"4), "Spielen ohne Spielplatz"5), "Spiel- und Lebensraum Großstadt"6), "Spiel-Platz ist überall"7) -, was nicht zuletzt auch die für die Planung von Spielanlagen verantwortliche DIN-Norm 18034 beeinflusste, die 1991 unter dem bezeichnenden Titel "Freiflächen zum Spielen" kommentiert wurde. Einleitend wird darauf hingewiesen, dass "der Abschied vom alten ,Kinderspielplatz'-Begriff wesentliche Voraussetzung für den heutigen Inhalt der Norm und des Mustererlasses" war, da "in einer Zeit, in der Mobilität und Freizeit der Erwachsenen alte Grenzen sprengen, statisches Verharren auf bequemen Relikten in den Lebensbereichen unserer Kinder keine Antwort"8) sein könne.

Nach der Lektüre all der vielen plausiblen und optimistisch klingenden Vorschläge und Maßnahmenkriterien mag man sich fragen, ob nun heute sozusagen alles gut ist, ob der Spielplatz nur noch ein Spielpunkt bzw. gar überflüssig geworden ist, weil nun längst die gesamte Stadt bespielbar, zum "Spielraum Stadt" geworden ist, so wie das in Hamburg 1992 eingeführte Planungsprogramm genannt wurde9) oder so wie es sich das hessische Griesheim seit 2009 ganz offiziell auf die Fahnen, um nicht zu sagen, auf das Ortseingangsschild geschrieben hat?10)

Trotz aller Überlegungen, Programme und "Kinderfreundlichste-Stadt-Etikettierungen" sind Theorie und Wirklichkeit indes noch weit voneinander entfernt. Das hat nicht nur mit der Tatsache zu tun, dass viele Spielplätze, auch wenn sie womöglich als "Spielraum" geplant wurden, nach wie vor mit nicht veränderbaren Geräten ausgestattet sind. Auch die stetige Zunahme des Verkehrs und die Zunahme der Klagen gegen vermeintlichen Kinderlärm, in Verbindung mit den üblichen Spiel-Verbots- und Rasen-Schon-Schildern erzeugen nicht gerade ein Klima, das pure Kinderfreundlichkeit vermittelt. Außerdem vermissen Experten eine verbindliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung. So wird in dem 2010 veröffentlichten Gutachten "Freiräume für Kinder und Jugendliche" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefordert, die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen aus ihrem Projekt bezogenen Nischendasein rauszuholen und sie "in den Alltag der räumlichen Planung zu verankern"¹¹), das umzusetzen, was die so genannte Spielleitplanung seit zehn Jahren in verschiedenen Modellkommunen erfolgreich praktiziert.¹²)

Doch mangelnde Bespielbarkeit der Stadt liegt nicht allein auf Seiten der Verwaltung. Viele Planer, die Spielraumideen mit Kindern umsetzen wollen, kollidieren immer wieder mit den häufig sehr konventionellen Vorstellungen der Eltern. Ohne es zu werten, sagte Hajo Schäfer, Leiter der Gartenbauabteilung in Hamburg-Altona in einem Interview 2005: "Wenn man Bürgerbeteiligungen macht, kriegt man immer die gleichen Wünsche genannt."¹³) Ähnliche Erfahrungen macht auch Regine von der Haar, Leiterin des Grünflächenamtes Langenhagen und Leiterin des Arbeitskreises Spiel bei der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK). Als sie bei einem vom Deutschen Kinderhilfswerk organisierten Diskussionsforum in Berlin im Februar 2010 gefragt wurde, weswegen sich Kommunen so schwer täten, auf die Geräte zu verzichten, antwortete sie: "Sie bekommen sehr viel Druck von außen, ein Gerät aufzustellen, ansonsten laufen die Bürger Sturm."

Bei allen Bemühungen, vom SpielPLATZ zum SpielRAUM zu kommen, hat sich der Spielplatz als konkret ausgestatteter Ort längst in das kollektive Bewusstsein eingeprägt. Obwohl der Begriff vollkommen offen ist und dabei lediglich einen Platz beschreibt, an dem gespielt werden kann, wird mit dem Begriff gemeinhin eine Ansammlung von Geräten im öffentlichen Raum assoziiert. Ein Umstand, der Beat Krause zu der kritischen Bemerkung veranlasste, dass wir heute so weit seien, "dass bald jedermann beim Wort ,Spielplatz' zwangsläufig an einen Ort mit besagten Spielmöblierungen denkt".14)

Bis in die 1930er wurden Sportplätze auch als Spielplatz bezeichnet, wie hier in Hamburg-Hamm, wo der Sportplatz auch heute noch Spielplatz heißt. Foto: Darijana Hahn

Offizieller geht es nicht: Seit 2009 will das hessische Griesheim bespielbar sein. Foto: Bernhard Meyer

Besonders deutlich wurde das bei der 2006 begonnenen Diskussion um den so genannten Seniorenspielplatz. Dabei sprang unmittelbar die Gleichsetzung vom Spielplatz mit der Ausstattung von bewegungsfördernden Geräten im öffentlichen Raum ins Auge. Darüber hinaus legte die Diskussion den eigentlichen Kern des Spielplatzes frei, der weniger im Ersatz von verloren gegangenem Spielraum liegt als vielmehr aus einem Erziehungsaspekt besteht. Die unproduktiven Mitglieder unserer Gesellschaft sollen so ihre Zeit verbringen, dass es sich für die Gesellschaft verzinst. Sie sollen gesellig sein und sich an der frischen, öffentlichen Luft ausreichend bewegen - aufgefordert und animiert durch die Geräte.

Der Erziehungsaspekt ist dabei das, was den Spielplatz überhaupt erst ins Leben gerufen hat, zu einer Zeit, als das Spiel auf den Straßen durchaus noch möglich gewesen wäre. In Zeiten des gesellschaftlichen Umbruches von der adligen Stände- zur bürgerlichen Leistungsgesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es zahlreiche Schlüsselpersonen, die sich für eine kindgerechte Erziehung einsetzten. Unter dem Titel "Über Spielplätze für kleine Kinder" plädiert Peter Villaume, ein in Berlin lebender Theologe hugenottischer Abstammung (1746-1825), in seinem 1793 veröffentlichten Aufsatz dafür, dass Kinder unterschiedlicher Stände sich auf einem "verzäunten Platz" einfinden, der ihnen einerseits Schutz bietet vor Pferden, Wagen und Hunden, und der andererseits die Möglichkeit bietet, die Kinder "aus der matten Luft der Weiberstuben" zu ziehen, "um sie ins Freie zu bringen". Den Eltern, die ihre Kinder aus Standesdünkel nicht auf den Spielplatz schicken wollten, prophezeit Villaume: "Sie werden noch zeitig genug kommen und bitten, dass es ihnen erlaubt sei, sich zu den kleinen Buben auf unseren Spielplätzen herabzulassen und sich mit denselben gemein zu machen."15)

Diesen Gedanken der gemeinsamen, Stände übergreifenden Erziehung setzte in Deutschland nicht nur Friedrich Fröbel mit seinem 1840 in Blankenburg gegründeten Kindergarten um. Eine Stärkung des Gemeinschaftsgedankens war auch der Antrieb von Friedrich Ludwig Jahn und Daniel Moritz Schreber. Beide setzten sich auf ihre Art darüber hinaus dafür ein, Bewegung an der frischen Luft zur Volkssitte werden zu lassen. Während Jahns 1811 auf der Hasenheide in Berlin eingerichteter Turnplatz mit verschiedenen Turngeräten ausgestattet war, war Schrebers 1865 eröffneter "Schreberplatz" eine freie Wiese, auf der angeleitete Spiele unter dem Spielvater Gesell durchgeführt wurden, eine Art Vorläufer für das, was wir heute als Sportplatz bezeichnen.

Diesem Beispiel folgend machten sich Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Bürger-Initiativen dafür stark, in den immer größer werdenden Städten Spielplätze anzulegen. In seinem Antrag an den Hamburger Senat vom 15. Mai 1885 weist der Gesamt-Ausschuss Hamburger Bürger-Vereine darauf hin, dass die Jugend in Gefahr sei "zu verwildern", da ihr zur Erholung nur die Straßen und Plätze der Stadt geblieben wären. Deswegen forderten die Bürger-Vereine die Einrichtung öffentlicher Spielplätze, die mit einer Rasenfläche für "fröbelsche sowie Ball- und Kugelspiele" versehen sein sollten sowie mit "leichten turnerischen Geräten" wie beispielsweise einer Kletterstange, einem Balancierbalken und einem Graben zum Springen.16)

In den Spielplatzbegründungen geht es weniger darum, den Kindern etwas zu ersetzen, sondern sie vielmehr an einen gesunden Lebenswandel zu gewöhnen. Wie es die Hamburger Bürger-Vereine ausdrückten: "Dass bei Einrichtung öffentlicher Spielplätze sich sofort die Übelstände heben werden, ist natürlich nicht zu erwarten; dazu gehört Gewöhnung und Übung im sinnigen Spiel und das Vertrauen der Eltern zu dem vom Staate gewährten Schutze für Leben und Gesundheit ihrer Kinder".

Diese Einstellung, mit dem Spielplatz die Lebensbedingungen zu verbessern, Kindern vermeintlich gesündere und schönere Orte anzubieten als Straße, Platz und Hof, schlug in den späten 1960er Jahren um in die bekannte Einstellung, Kindern mit Spielplätzen nur zweitrangigen Ersatz für die von Verkehr und Städtewachstum geraubten natürlichen Spielorte zu bieten.

Die massive Kritik am Spielplatz ist dabei ein Bestandteil eines allgemeinen Unbehagens an der immer technisierteren Kultur sowie an der Unwirtlichkeit der Städte.17) Die Überzeugung macht sich breit, dass vergangene Kindheiten weitaus schöner, wilder und schlicht unbeschwerter waren. Planer von Spielplätzen betonen gerne, selbst als Kind selbstredend auf keinem Spielplatz gespielt haben zu müssen, sondern auf den glorifizierten Trümmern der Nachkriegszeit oder draußen in der freien Natur.

Die dänische Firma Kompan will weniger kompensieren als vielmehr die Technik auf den Spielplatz holen. Hier ein im Sommer 2011 in Hamburg eröffneter Spielplatz mit Hightech-Geräten, die vorgedachte, computerähnliche Spiele an der frischen Luft ermöglichen sollen. Foto: Darijana Hahn

Wo es genug Spielraum gäbe, gibt es dennoch ganz klassische Spielgeräte, wie hier auf der Hallig Hooge. Foto: Darijana Hahn

So setzt sich die Maxime durch, am besten solche Spielplätze zu planen, denen man gar nicht ansieht, dass es angelegte Spielplätze sind. Vielmehr sollen sie einer "Landschaft"18) gleichen und bestenfalls zu einer "Trauminsel der Kindheit"19) werden. Man will dabei abkommen von der reinen Möblierung, eben hin, und das führt zurück zum Ausgangspunkt dieser Betrachtung, zum "naturnahen" Spielraum. Dabei soll nicht nur auf die Vielfalt der Natur zurückgegriffen werden. Auch die Geräte selbst scheinen nun vorzugsweise aus krummen Robinienholz, um, wie es einer der Hauptanbieter - Sik-Holz-Spielgeräte - ausdrückt, Kindern die Möglichkeit zu geben, "Formen der Natur inmitten einer genormten Umwelt kennen zu lernen."20)

Während die einen überzeugt davon sind, mit dem naturnahen Konzept den Kindern eine glückliche und "wilde" Kindheit zu ermöglichen, fragte Jeanette Fich Jespersen vom Kompan Play Institute auf der Konferenz der International Play Association (IPA) im Sommer 2005 in Berlin, was nun für Kinder wirklich der beste Spielplatz wäre: Ein so genannter naturnaher Spielplatz mit Baumstämmen in unauffälligen Farben, die kein Erwachsenenauge störten? Oder ein Spielplatz mit durchdachten Spielgeräten in knalligen Farben? Und Jespersen fragte, ob die Baumstämme tatsächlich Natur wären oder vielmehr der kulturelle Ausdruck für die Sehnsucht nach der nicht mehr vorhandenen, intakten Natur.

Diese Natursehnsucht ist dabei so alt wie der Spielplatz selbst, dessen angelegte Form in die Aufklärung zurückreicht, einem Zeitpunkt, in der sich die immer zivilisiertere Gesellschaft nach mehr Freiheit zu sehnen begann, nicht zuletzt ausgedrückt durch Rousseaus legendäre, zeitlose Maxime "Zurück zur Natur!".

Anzeige der Spielgerätefirma Turnmeyer-Geräte aus den 60er Jahren, die auf dramatische Weise den Vorteil eines angelegten Kinderspielplatzes hervorhebt. Abb.: Darijana Hahn

Es ist bezeichnend, dass auf dem Titelbild für das 1987 erschienene Spielplatzbuch eine natürliche Spielszenerie und nichts von einem angelegten Spielplatz zu sehen ist. Abb.: Darijana Hahn

Ein Plädoyer für Spielplatzgeräte, wie es viele Eltern halten, hier in der Zeitschrift "Eltern". Abb.: Darijana Hahn

Der im 19. Jahrhundert folgende Aufbruch in die Leistungsgesellschaft brachte zwar de facto die Befreiung von Standesgrenzen, ging aber in eine neue Unfreiheit über, als dass nun die Individuen oftmals insofern Sklaven ihrer selbst sind, als dass es nun ganz allein an ihnen liegt, was sie aus ihrem Leben machen. Was die beiden Philosophen Max Horkheimer und Theodor Adorno in ihrer Dialektik der Aufklärung beschrieben haben, dass jede "Freiheit in eine neue Unfreiheit"²¹) übergeht, so bewegt sich auch die Pädagogik stets auf einem sehr schmalen Grat, wie es die Soziologin und Mütterforscherin Elisabeth Beck-Gernsheim ausdrückt, "zwischen Befreiung aus alten Alpträumen und neuen Zwangsjacken."²²)

Und dieser Zwiespalt lässt sich eins zu eins auf den Spielplatz übertragen. Auf der einen Seite dient er einer Art "Befreiung der Kinder", wie Gerhard Aick seine1960 veröffentlichte Geschichte des Kinderspielplatzes überschreibt. Demnach bietet der Spielplatz Kindern auf einem eigens konzipierten Ort zahlreiche Möglichkeiten, die sie ohne ihn so nicht hätten, ganz unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten. Nicht umsonst gibt es auch in den ländlichsten und naturnahesten Gemeinden angelegte Spielplätze mit einer klassischen Geräteausstattung.

Auf der anderen Seite symbolisiert der Spielplatz die Schattenseite unserer perfekt organisierten Gesellschaft. Man spürt so etwas wie Fremdbestimmung, das, was Soziologen "Fremdleitung durch Selbstleitung" nennen. Während man nun einerseits dieses "Spiel mitspielt", sehnt man sich andererseits - in der Sicherheit der Zivilisation - nach mehr Freiheit, nach mehr Gestaltungsspielraum. Dabei guckt man nostalgisch zurück und gleichzeitig besorgt nach vorn. So kommt es, dass sich heutige Erwachsene verklärt an ihre eigene Kindheit ohne Termindruck und durchgestylte Spielräume erinnern, zeitgleich aber ihre eigenen Kinder von einem Termin zum anderen chauffieren und sich nicht zuletzt für Geräte auf Spielplätzen stark machen, damit die Kinder keinen möglichen Entwicklungsmöglichkeiten beraubt werden. Mit diesem Optimierungswunsch hängt es auch zusammen, dass so vermeintlich banale und alltägliche Erfahrungen wie durch Straße, Park oder Wiese streunern zum einen nicht mehr gut geheißen und zum anderen aber mittlerweile von Organisationen als zu bezahlende Kurse angeboten werden.

Der Erfolg von Spielräumen hängt damit nicht allein von der Planung ab. Ob sie im Sinne der Planung auch tatsächlich akzeptiert und genutzt werden, liegt auf Seiten der Nutzer, die im Falle der Kinderspielräume meist abhängig sind von den Einstellungen der Eltern und anderen Erwachsenen im öffentlichen Raum. Von deren "Spielraum im Kopf" sozusagen.



Quellen und Literatur

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Agde, Georg (Hg.): Freiflächen zum Spielen: Kommentar zu DIN 18034. 1. Aufl. Berlin 1991.

Aick, Gerhard: Die Befreiung des Kindes. Kleine Geschichte des Spiels und des Kinderspielplatzes. Hamburg 1960.

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Zündorf, Uwe: Ene, mene, mu - und wo spielst du? Kinderspielplätze in der BRD. Düsseldorf 1973.

Anmerkungen

¹) Eberhard Fiebig: Kind kaputt. Ein Pamphlet. Frankfurt a.M., 1974, S.8.

²) Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hg.): Kinderfreundliche Umwelt. Bonn 1979, S.142.

³) Ekkehard Bartsch (Hg.): Plätze zum Spielen. Berlin 1985.

4) Wolfgang Zacharias (Hg.): Spielraum für Spielräume. Zur Ökologie des Spiels 2. München 1987 (Materialien Spiel- und KUlturpädagogik Pädagogische Aktion).

5) Bochnig, Stefan/Mayer, Elisabeth: Spielen ohne Spielplatz. In: Garten und Landschaft 3 (1989), S. 25-29.

6) Gerd Harms/Lutz Mannkopf (Hg.): Spiel- und Lebensraum Großstadt. Berlin 1989.

7) Udo Lange, Thomas Stadelmann: Sand-Wasser-Steine. Spiel-Platz ist überall. Berlin 2002.

8) Agde, Georg (Hg.): Freiflächen zum Spielen: Kommentar zu DIN 18034. 1. Aufl. Berlin 1991, S. 5.

9) Siehe Heiner Baumgarten: Die Konzeption "Spielraum Stadt" für Hamburg. In: Stadt und Grün 5 (1997), S. 299-304.

10) Siehe Bernhard Meyer: Die bespielbare Stadt. Aachen 2009.

11) Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS): Freiräume für Kinder und Jugendliche. Gutachten im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes "Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010". Berlin 2010, S.5.

12) Siehe Deutsches Kinderhilfswerk e. V. (Hg.): Zehn Jahre Spielleitplanung. Erfolge, Herausforderungen, Ausblick. Berlin 2011.

13) Interview mit der Autorin am 9.6.2005 im Rahmen ihrer Doktorarbeit, die im Dezember 2011 unter dem Titel "Spuren im Sand - oder: der Kinderspielplatz als Indikator der Gesellschaft veröffentlicht wurde.

14) Beat Krause: Spielecken-Spielplätze. Ein kritisches Ideenbuch über Hausspielplätze, Quartiersspielplätze, Abenteuerspielplätze, Pausenhöfe. Basel 1979, S. 18.

15) Margot Krecker (Hg.): Aus der Geschichte der Kleinkinderziehung. Berlin 1961, S.61.

16) Staatsarchiv Hamburg CL VII Fd. Nr. 2 Vol. 4 Fasc. 1

17) Siehe Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden. Frankfurt a.M. 1965.

18) Udo Lange Thomas Stadelmann: Sand - Wasser - Steine. Spiel-Platz ist überall. Weinheim 2002, S.9.

19) Toni Anderfuhren: Das Spielplatzbuch. Wege zu Trauminseln der Kindheit. Mit praktischen Anleitungen und vielen Beispielen. Baden 2007.

20) Claudia Gust: Essay. In: Sik-Holzgestaltungs GmbH (Hg.): Spielplatzwelten. Langenlipsdorf, o.S., o.J.

21) Max Horkheimer, Theodor Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt a.M. 1969, S. 286.

22) Elisabeth Beck-Gernsheim: Mutterwerden - der Sprung in ein anderes Leben. Frankfurt a.M. 1989, S.148.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 05/2012 .

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