Wälder
Artenvielfalt im Wald kein Garant für Dürreresistenz
Durch die Analyse von 1.600 Bäumen in Europa fanden die Forschenden heraus, dass sich bei langanhaltenden Dürren die anfänglich positive Wirkung einer hohen Baumartenvielfalt auf das Baumwachstum ins Negative verkehren kann.
Um den Einfluss der Artenvielfalt getrennt von anderen Faktoren betrachten zu können, nutzte das Team Daten aus TreeDivNet, dem größten Netzwerk für Experimente zur Baumartenvielfalt weltweit. Die untersuchten Bäume entstammten neun großflächigen, systematisch angelegten Versuchsflächen in sechs europäischen Ländern – von der Mittelmeerregion bis in die boreale Zone im Norden des Kontinents. Die Forschenden nahmen Jahrringproben von insgesamt mehr als 1.600 Bäumen aus 68 unterschiedlichen Artenmischungen. Davon wurden die 948 qualitativ besten Proben für die Analysen ausgewählt.
Um das Baumwachstum präzise zu messen, kombinierten die Forschenden dendrochronologische Methoden (Jahrringanalyse) mit moderner Röntgentomografie. Diese breite Datengrundlage ermöglichte es, das Wachstum von 21 Baumarten in Rein- und Mischbeständen unter vergleichbaren Bedingungen bezüglich Alter, Dichte und Bewirtschaftung direkt zu vergleichen.
Die Untersuchung zeigte komplexen Wechselwirkungen zwischen den Arten die Dürreresistenz der Bäume. Positive Effekte treten beispielsweise auf, wenn verschiedene Baumarten Wasser ressourcenschonend teilen oder sich gegenseitig fördern. Zu negativen Effekten kommt es unter anderem dann, wenn die Artenvielfalt zu einem stärkeren Konkurrenzkampf um das knappe Wasser während Dürreperioden führt. Klimaresiliente Wälder benötigen daher nicht nur eine größere Zahl an Baumarten, sondern gezielt ausgewählte Artenkombinationen, so die Forschenden.
cm/Universität Freiburg









