Internationale Sommerschule

Wassersensitive Stadtentwicklung in Lima

Präsentation und Diskussion der Ideen vor Ort, gemeinsam mit den direkten Anwohnern sowie lokalen Behörden. Foto: ILPÖ/Sto-Stiftung

Nachhaltigkeit und kostengünstige Ansätze zur Lösung von Wasserproblemen bei der Planung von urbanen Freiräumen standen im Zentrum der deutsch-peruanischen Sommerschule, die von der Stoa-Stiftung im Rahmen ihres Summerschool Wettbewerbs 2011 gefördert wurde. Die Initiatoren vom Institut für Landschaftsplanung und Ökologie (ILPÖ) der Universität Stuttgart setzen damit ein Zeichen für ein neues Verständnis von produktiven Parks, die keinen teuren Luxus darstellen, sondern lebensnotwendige Infrastruktursysteme integrieren. 30 Studierende der Architektur und Wasserwirtschaft entwickelten in Perus Hauptstadt, Lima, prototypische Lösungen, die sie in Form von temporären Installationen vor Ort umsetzten.

Sie stellen den Ausgangspunkt für die Entwicklung des geplanten Parks dar, der als Pilotprojekt im Rahmen des deutsch-peruanischen Forschungsprojekts "LiWa - Lima Water" umgesetzt werden soll. Das Projektgebiet Chuquitanta liegt an den Ufern des Chillón Flusses. Diese Gegend ist eines der wenigen landwirtschaftlichen Restgebiete Limas und unterliegt einem extremen Urbanisierungsdruck: Täglich entstehen mehr illegale Bauparzellen und verwandeln die ehemals grüne Agrarlandschaft in eine besiedelte Wüste. Die Menschen sind weder an das Trinkwasser noch an das Abwassernetz angeschlossen. Sie werden nur unregelmäßig mit Lastwagen beliefert - Abwasser und Müll landen auf den Straßen oder im Fluss. Landwirtschaftliche Bewässerungskanäle werden zugeschüttet. Der Chillón droht in der Regenzeit über die Ufer zu treten und die Häuser zu zerstören - während er in der Trockenzeit komplett austrocknet.

Wie kann unter derartigen Bedingungen ein Park aussehen, der den Freiraum als ein in die gebaute Struktur integriertes, produktives System neu definiert? Im Rahmen der zweiwöchigen Summerschool arbeiteten die Studierenden eng mit lokalen Behörden und Bewohnern zusammen. Sie entwickelten Lösungsvorschläge für vier unterschiedliche Orte und ihre jeweiligen Herausforderungen: Auf einem Hügel bauten sie gemeinsam mit den Bewohnern ein Low-Tech-System aus recycelten Plastikflaschen, das Haushaltsabwasser filtert und zur Bewässerung von Bäumen eingesetzt werden kann. Im Überflutungsbereich entstand ein multifunktionaler Hochwasserschutzpark mit Gabionen als Uferschutz, einem wassersparenden Trockenpark sowie einer Pflanzenkläranlage. Für die Bewässerungsgräben wurde gemeinsam mit Kindern ein Wasserspielplatz gestaltet. Eine aus Grundwasser gespeiste Freiluftdusche erfrischt nicht nur, sondern bewässert gleichzeitig. Die Summerschool wurde gemeinsam mit der renommierten Universität "Pontificia Universidad Católica del Perú" durchgeführt und ihre Ergebnisse im Rahmen einer Ausstellung einem breiten Publikum präsentiert. "Die temporären Installationen stellen ein wichtiges Mittel dar, um die möglichen Funktionen vor Ort zu testen und zu demonstrieren. Die in kurzer Zeit realisierten, ungewöhnlichen Lösungen sind sehr anschaulich und stoßen auf großes Interesse bei der Bevölkerung sowie den zuständigen Behörden", erklärt Prof. Antje Stokman vom ILPÖ, die das Projekt gemeinsam mit MSc.Arch. Rossana Poblet und Dipl.-Ing. Eva Nemcova leitete. Aufbauend auf die von den Studenten entwickelten Ideen wurden nun Mittel bewilligt, um eine für Lima ganz neue Art von Park in diesem Gebiet zu entwerfen und umzusetzen.

Weitere Informationen zum Projekt: limabeyondthepark.wordpress.com

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 08/2012 .

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