Landesgartenschauen

Wenn grüne Träume platzen

Im Jahr 2016 fand die letzte Landesgartenschau in Schleswig-Holstein in Eutin statt. Ob es im Jahr 2020 und danach noch Landesgartenschau geben wird, ist offen. Bislang fehlt es an Bewerbern. Foto: Landesgartenschau Eutin 2016

Dass Landesgartenschauen in einem bestimmten Zyklus in jedem Bundesland stattfinden, ist nicht mehr selbstverständlich. So ist die bayerische Landesgartenschau in Erlangen - zunächst für das Jahr 2024 vorgesehen - am Veto der Bevölkerung gescheitert. Ein Bürgerentscheid sollte Klarheit darüber bringen, ob die Erlanger der Ausrichtung der Landesgartenschau auf der Innenstadt nahen Wöhrmühlinsel und einem Großparkplatz zustimmen oder nicht. Dies lehnte eine klare Mehrheit ab, da das Konzept einerseits den Naturschutz auf der Insel nicht gewährleiste und andererseits der Verlust von Parkplatzflächen abgelehnt wurde.

Die Bayerische Umweltministerin zog daraus die Konsequenz, dem Landeskabinett ein neues Bewerbungsverfahren vorzuschlagen. Zukünftig soll eine intensive Bürgerbeteiligung ein wesentliches Bewertungskriterium für ein Landesgartenschaukonzept sein. Zudem sollen sämtliche Ausschreibungen für Gartenschauen auf der Grundlage dieses neuen Bewerbungs- und Vergabeverfahrens erfolgen.

In Schleswig-Holstein gibt es noch grundlegendere Probleme mit den Landesgartenschauen. Dort finden sich nach dem Rückzug der Stadt Kiel für die Landesgartenschau 2020 keine neuen Bewerber. Damit steht die Landesgartenschau im nördlichsten Bundesland möglicherweise ganz vor dem Aus. Einerseits scheuen offenbar viele Kommunen den finanziellen Aufwand, der sich am Ende mit einem Defizit im Haushalt niederschlagen kann. Andererseits fehlt den Kommunen eine politisch neutrale Institution, die die Gemeinden im komplexen Bewerbungs- und Planungsprozess unterstützt.

mk

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 06/2017 .

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