Rasenpflege

Wertvolle Erdkegel aufbereiten

Dank Erdkegelaufbereitung ist der Rasen nach dem Aerifizieren sofort wieder nutzbar. Foto: Wiedenmann

Core Recycler zählen zu den innovativsten Maschinen, die Greenkeepern zur Verfügung stehen. Ein Blick zurück zeigt, wie die Gerätegattung entstand und wo der Nutzen liegt:

Wiedenmann wollte sich nicht damit abfinden, dass die beim Aerifizieren ausgestochenen Erdkegel weggeworfen und die entstandenen Löcher aufwendig verfüllt werden. Schließlich enthält der Bodenaushub wertvollen Dünger, lebende Mikroorganismen und nützliche Rasenwurzelpilze.

Aus dem Geräteprogramm für Kunstrasen hatte man Erfahrungen mit Materialgemischen, die aufgenommen und separiert werden. Erste Tests im Sommer 2012 verliefen erfolgversprechend. Core Recycler nannte man die neue Gerätelösung zur Erdkegelaufbereitung: Maschinen, die den ausgestochenen Boden aufnehmen, den wertvollen Substratanteil abtrennen und sogleich wieder ausbringen, um die Löcher zu füllen. Der unerwünschte Pflanzenrest landet im Sammelbehälter der Maschine. Die Rasenexperten des STRI (Sports Turf Research Institute) starteten eine Versuchsreihe, die über drei Jahre lief. Untersucht wurden die Effekte auf unterschiedlichen Bodenstrukturen (sandig und naturnah) sowie mit verschiedenen Gräsern (Poa Annua, Festuca, Agrostis). Das Ergebnis war eindeutig: Die bearbeiteten Flächen zeigten sich deutlich vitaler, boten eine intensivere Grünfärbung, weniger Schneeschimmelbefall und einen schnelleren Zuwachs der Aerifizierlöcher. Besonders die Resistenz gegen Pilzbefall stufte man hoch ein. Allein der reduzierte Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel gilt als großer Pluspunkt.

Hinzu kommen wirtschaftliche Vorteile. Etwa 80 Prozent der nützlichen Rasentragschicht bleibt erhalten. Die Einsparungen von Sand und Dünger sind signifikant. Zudem reduziert sich der Arbeitsaufwand. Die bearbeiteten Flächen sind unmittelbar wieder nutzbar, was den Einnahmeausfall verringert. Rechnungen zeigen eine Amortisation schon nach drei Jahren. Die Maschinen verkauft der schwäbische Hersteller nun mittlerweile in alle Welt. Es gibt eine selbstfahrende und eine gezogene Version mit 120 Zentimeter Arbeitsbreite. Ausgestattet mit Verbrennungsmotor und hydrostatischem Fahrantrieb, schafft die Maschine bis zu 4000 Quadratmeter pro Stunde. Sie verfügt über einen 400 Liter fassenden Sammelbehälter mit Hochentleerung für den abgetrennten Rasenfilz.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 07/2020 .

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