„Garten-Oskar“ für das Klima

Wette+Küneke für den Schilde-Park Bad Hersfeld ausgezeichnet

Preisverleihung im Wiesbadener Schloss Biebrich mit (v.l.n.r.) Laudator Kamel Louafi, Staatssekretätin Dr. Beatrix Tappeser, der 1. Vorsitzenden der DGGL Hessen Petra Hirsch und dem Preisträger Wolfgang Wette. Foto: Detlef Gottwald

Am 8. November 2019 wurde bereits zum 18. Mal der so genannte "Garten-Oskar" verliehen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Rotunde von Schloss Biebrich in Wiesbaden zeichnete die DGGL-Hessen, in Kooperation mit dem Hessischen Umweltministerium einen neuen innerstädtischen Park aus, der sich positiv auf das Stadtklima auswirkt. Die Laudatio hielt Kamel Louafi, der das Projekt auch als Beispiel für zeitgenössische Gartenkultur würdigte.

Gewonnen hat der Schilde-Park in Bad Hersfeld, vom Landschaftsarchitekturbüro Wette+Küneke aus Göttingen, eines der größten Konversionsprojekte in Nordhessen. Das seit 2009 frei gewordene ehemalige Industriegelände der Benno-Schilde AG am nördlichen Rand der Altstadt wurde von 2011 bis 2014 neu gestaltet, das Flüsschen Geis freigelegt und ein großzügiger moderner Park angelegt. Unter Beteiligung engagierter Einwohner von Bad Hersfeld und mit Unterstützung des Magistrats ist es gelungen, eine vielseitige Parkanlage mit Wassertisch und modernen Belägen in Streifen, Spiel-, Rasen- und Staudenflächen zu gestalten. Das ehemals fast komplett versiegelte 5,5 Hektar große Areal ist heute weitgehend entsiegelt und überwiegend grün.

Es leistet damit, so Staatssekretärin Dr. Tappeser vom hessischen Umweltministerium bei der Überreichung der Trophäe, auch einen Beitrag zum besseren Klima in der Stadt. Die Vergabe des Garten-Oskar sei längst zu einem Synonym für ganz besondere Leistungen geworden, mit der jedes Jahr zeitgenössische ästhetisch, funktional und nachhaltig gestaltete Gartenkultur in Hessen auszeichnet wird, sagte die Staatssekretärin weiter. "Grünflächen sind unverzichtbar für ansonsten verdichtete Städte, auch für das Klima. Das haben uns nicht zuletzt die zwei heißen und trockenen Sommer vor Augen geführt. Ich werte den Garten-Oskar daher auch als Oskar für das Klima", betonte Dr. Tappeser.

Im Jahr 2011 war damit begonnen worden, das freie Gelände umzugestalten. Die Arbeiten konnten bis 2014 abgeschlossen werden. Die wohnungsnahen Grün- und Erholungsflächen bieten Freiraum für die Menschen in den angrenzenden Wohnquartieren und Bürogebäuden. Grünflächen ermöglichen den Kontakt zu anderen Menschen und damit das gegenseitige Kennen lernen. Dies trägt auch zu einem guten sozialen Klima bei. "Artenreich gestaltete und entsprechend gepflegte Grünflächen und Gärten bieten darüber hinaus den Menschen das Erleben von Natur. Gleichzeitig sind sie unverzichtbare Oasen für die Biodiversität", sagte die Staatssekretärin.

Ausgezeichnet: Der Schilde-Park in Bad Hersfeld sorgt in mehrfacher Hinsicht für ein gutes Klima in der Stadt. Foto: Wette + Küneke Landschaftsarchitektur

Seit 2017 gibt es mit dem Bund-Länder-Programm "Zukunft Stadtgrün" auch eine Städtebauförderung, die explizit das Grün in den Städten und Gemeinden im Visier hat. Das Programm "Zukunft Stadtgrün" stellt in diesem Jahr erneut 7,5 Millionen Euro für Städte und Gemeinden zur Verfügung. Mit den Maßnahmen soll es gelingen, die Stadt- und die Grünentwicklung stärker miteinander zu verknüpfen.

Hintergrund zum Garten-Oskar

Mit dem undotierten Preis, der symbolisch durch eine Metallskulptur des Frankfurter Künstlers Bernhard Jäger verkörpert wird, zeichnet der hessische Landesverband der DGGL zeitgenössische Garten- und Landschaftskultur in Hessen aus. Der Preisstifter will damit die Diskussion über die Garten- und Landschaftskultur des 21. Jahrhunderts anstoßen, innovative Projekte auszeichnen und als beispielhafte Lösungen einem breiten interessierten (Fach-)Publikum zugänglich machen. Ausgezeichnet werden öffentliche Freiräume, die innerhalb der letzten fünf Jahre in Hessen fertig gestellt wurden, unabhängig davon, wo die Planer ihren Sitz haben. Projektvorschläge nimmt die DGGL-Hessen das ganze Jahr bis zum nächsten Sommer entgegen. Nach Sichtung und Bewertung aller Einreichungen steht der Preisträger im Herbst fest, die Verleihung folgt stets Anfang November in Wiesbaden.

Weitere Infos: www.dggl.org/landesverbaende/hessen/garten-oskar.html, www.umwelt.hessen.de (Ministerium, Kooperationspartner), www.wgk-planung.de (Landschaftsarchitekten, Preisträger).

Thomas Herrgen

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Stadt+Grün 12/2019 .

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